Ist es okay, ein Kind zu bitten, Freunden oder Verwandten zur Begrüßung, zum Abschied oder einfach mal zwischendurch die Hand zu geben, sie zu umarmen oder zu küssen? Ist das Höflichkeit, die ein Kind eben lernen muss – und geht Höflichkeit immer mit Körperkontakt einher?

Das Internet ist gerade eifrig dabei, Antworten auf genau diese Fragen zu finden. Auf der Facebook-Seite von "A Mighty Girl", ein Online-Shop aus den USA, der nach eigenen Angaben Spielzeug für "kluge, selbstbewusste und mutige Mädchen" verkauft, diskutieren Tausende Nutzer unter einem Beitrag, den die Seite bereits Ende Oktober teilte.

Der Post: ein Meme, darauf zu sehen ein kleines Mädchen. Und ein paar Sätze:

"Ich bin fünf. Mein Körper gehört mir. Nötigt mich nicht, jemanden zu küssen oder zu umarmen. Ich lerne noch, was Einverständnis bedeutet – und eure Unterstützung würde mein Leben sicherer machen."

Katia Hetter taught her daughter an important lesson with a very simple phrase: “I would like you to hug Grandma, but I...

Posted by A Mighty Girl on Dienstag, 18. Oktober 2016


Obwohl dieses Meme bereits seit einigen Wochen auf der Facebook-Seite steht, kocht die Debatte um die wichtige Botschaft kurz vor Weihnachten erst so richtig hoch. Allein in den vergangenen 24 Stunden äußerten sich Hunderte Nutzer zu dem Bild, das ursprünglich von der neuseeländischen Kinderrechtsorganisation "Caps Hauraki" gepostet wurde.

Die Nutzer setzen sich mit dem Gedanken, den das Meme transportiert, auseinander: Was als traditionell, brav und wohlerzogen gilt, ist es gar nicht.

Denn ob ein Kind sich einem anderen Menschen körperlich nähern möchte oder nicht, das sollte einzig und allein das Kind selbst entscheiden, ganz gleich, ob Mädchen oder Junge, schreiben einige Nutzer. Was die Gesellschaft erwarte – nämlich, dass es sich gehört, dem Onkel, der Oma oder der Freundin nahe zu kommen – sei falsch.

Wie siehst du das?

Ein Küsschen hier, ein bisschen Streicheln da: Wer sein Kind dazu zwingt, kann dazu beitragen, dass es nicht lernt, was Distanz zu anderen bedeutet. Genau die ist aber lebenswichtig, finden fast alle Nutzer. Jetzt und auch später. In Beziehungen und im Umgang mit Fremden.

Viele schreiben persönliche Geschichten unter den Beitrag, erinnern sich an die eigene Kindheit.

"Ich musste früher ständig allen ein Küsschen geben. Ob ich das wollte oder nicht, hat keinen interessiert", schreibt eine Frau. "Ich wollte früher nie jemandem nahe sein, nur meinen Eltern", schreibt eine andere. Und noch eine: "Damals hat jeder von mir erwartet, dass ich küsse und umarme. Ich mochte das nie."


Fühlen

Dennis, 22, wird bald sterben. Wie geht er damit um?

Kellner, Verkäufer, sogar seine Nachbarn neigen dazu, Dennis anzustarren oder zu ignorieren, oft überhören sie auch, was er sagt. Weil sie es nicht besser wissen; weil sie nicht anders können, weil Dennis ihnen Angst macht.

Dabei kann man viel von ihm lernen über Familie und Liebe, über Demut und Lebensfreude. Und über den Tod.

Dennis Schoolmann, 22 Jahre, blondierter Pony, braune Augen, zarte Haut, Schnäuzer, sitzt seit 14 Jahren im Rollstuhl. Dennis wird sterben, er weiß nicht wann, er weiß nur, dass er nicht mehr viel Zeit hat. Und die will er nicht trauernd verbringen, sondern lachend.