Sie hat zweimal über Kontinente hinweg geliebt – und erzählt uns, wie es klappt.
  • Wer? Katharina L., 23, studiert Tourismusmanagement, hatte schon zwei Fernbeziehungen
  • Woher? Deutschland und Argentinien /
    Fidschi bzw. Spanien und USA
  • Wie kennengelernt? Beim Schüleraustausch /
    Beim Auslandssemester
  • Wie lange zusammen? Je zweieinhalb Jahre

Mit meinem ersten Freund bin ich über Skype zusammengekommen. Ich habe in der elften Klasse einen Schüleraustausch gemacht und ein Jahr in Argentinien gelebt. Einige Wochen bevor ich zurück nach Deutschland fliegen musste, haben wir uns auf einer Party getroffen. Wir haben uns zwar noch einige Male gesehen, aber hatten nicht mehr genug Zeit, um uns richtig gut kennenzulernen. Als ich wieder in Deutschland war, haben wir jeden Tag telefoniert oder geskyped. Irgendwann haben wir beschlossen, dass wir es gern ausprobieren würden.

Ein Jahr später bin ich in den Sommerferien wieder nach Argentinien geflogen. Wir haben uns super verstanden und uns jeden Tag gesehen. Natürlich habe ich darüber nachgedacht, dass es nicht optimal ist und dass die Entfernung ganz schön groß ist. Aber ich war verliebt, da war das irgendwie egal. Damals dachte ich, dass er irgendwann nach Deutschland kommt oder ich nach Argentinien gehe.

Wir haben uns danach noch zweimal gesehen: Er hat einmal seine Semesterferien bei mir verbracht; nach dem Abitur bin ich wieder für ein halbes Jahr nach Argentinien. Da wurde mir klar, dass ich dort auf Dauer nicht glücklich werden würde, und er in Deutschland wahrscheinlich auch nicht. Wir haben oft gestritten, weil wir beide keine Perspektive gesehen haben. Im Frühjahr 2012 habe ich mich getrennt.

Das Foto ist in Chicago entstanden, als ich David dort besucht habe. Im Hintergrund ist die Cloud Gate im Millenniumpark zu sehen.(Bild: David G.)

Einige Monate später habe ich David kennengelernt. Ich hatte mittlerweile meinen Bachelor begonnen und mich an der Uni für ein Sprachtandem-Programm angemeldet, Spanisch-Deutsch. Da habe ich David als Partner bekommen; er war für ein Auslandsjahr hier in München. Irgendwann haben wir uns verliebt.

Natürlich hatte ich Angst, mich noch einmal auf eine Fernbeziehung einzulassen. David wollte aber schon immer in Deutschland arbeiten; er ist Maschinenbauingenieur. Und ich konnte mir auch gut vorstellen, nach Spanien zu gehen. Wir wussten, dass es eine Lösung geben würde.

David war insgesamt ein Jahr in München. Danach hat er ein Jahr in den USA studiert; das war schon lange geplant. Ich war zur gleichen Zeit erst für ein sechsmonatiges Praktikum auf den Fidschi-Inseln und dann für ein Auslandssemester in Spanien. In der Zeit haben wir uns nur zweimal gesehen.

Danach sind wir beide wieder zurück in unsere Heimatländer. Alle drei bis vier Wochen haben wir uns übers Wochenende besucht. Die Kosten für die Flüge haben wir geteilt. Im Juni ist David zu mir nach München gezogen; nach zwei Jahren hatten wir genug von der Fernbeziehung.

Ich glaube, es ist wichtig, dass man man weiß, wann die Fernbeziehung ein Ende hat. Man muss Pläne miteinander haben. Ich glaube auch, dass man jeden Tag miteinander sprechen sollte - aber man muss trotzdem sein Leben weiterleben. Mit meinem Exfreund habe ich sehr oft telefoniert; Freunde und Hobbies kamen da manchmal zu kurz.

David und ich haben zwar jeden Tag per WhatsApp geschrieben, aber telefoniert haben wir nur etwa zwei-, dreimal die Woche. Manchmal haben wir beim Skypen den gleichen Film angeschaut. Oder wir haben beide gekocht und per Skype zusammen Abend gegessen. Den Alltag teilen. Das war die bessere Strategie.

Ich glaube, wenn man eine Fernbeziehung hinter sich hat, dann macht das die Beziehung stark. Man weiß, dass man sich vertrauen und alles schaffen kann.

Noch mehr über Mega-Fernbeziehungen: Sie lebt in Brasilien, er in Italien. Und es klappt.