Menschen, die verschleppt wurden, die flüchten mussten, Menschen, die Schreckliches erlebt haben und trotzdem die Hoffnung nicht aufgeben, die sich für andere einsetzen. Menschen, die oft mit Vorurteilen zu kämpfen haben. Diese Menschen will der Filmemacher Christian Suhr zeigen, ihnen eine Stimme und ein Gesicht geben.

"Just People", hat er sein Projekt genannt. Einfach Menschen. Dafür trifft der 37-jährige Berliner regelmäßig Fremde und porträtiert sie in kurzen Videos. "Es geht mir darum, die Angst vor dem Kontakt mit Menschen zu nehmen".

Im Video: Mohamed, 13, Syrien

Du interviewst fremde Menschen auf der Straße. Warum?

In Diskussionen mit Flüchtlingsgegnern habe ich immer gesagt: "Geht mal in so ein Heim. Sprecht mal mit denen, dann verliert ihr die Ängste und die Vorurteile." Als ich dann auf Facebook in eine Diskussion verwickelt wurde, meinte ich: "Lass uns zusammen hingehen." Als die Person sich immer noch weigerte, dachte ich mir: "Wenn er da nicht hingeht, dann bringe ich die Leute halt zu Facebook." Im Zeitraum von den Silvester-Übergriffen hatte ich schon drei Videos und habe dann "Just People" gestartet.

Im Video: Albert, 92, Ludwigsburg

Was hast du dabei erlebt?
Weil zwei syrische Jungs eine Wohnung durch einen Videoaufruf gefunden haben, kommen mittlerweile immer mehr Leute aus dem Heim auf mich zu. Der eine braucht Hilfe, einen Studiumsplatz zu finden, der nächste will auch eine Wohnung. Ich stecke sehr viel Herzblut und Energie rein. Ich werde selber, da ich ja auch von Vorurteilen nicht frei bin, immer wieder eines Besseren belehrt.

Im Video: Haisam, 18, Syrien

Was willst du mit deinen Videos erreichen?

Ich möchte mit Vorurteilen aufräumen. Ich möchte Menschen vorstellen, zu denen viele andere Menschen keinen Kontakt haben, weil sie sie einfach nicht kennen oder sogar Angst haben, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Unabhängig von Hautfarbe, Religion, Kultur.

Im Video: Nadeem, 27, Syrien

Im Januar stellte Christian Suhr das Projekt online.

Was hat dich am meisten berührt?

Die Kinder. Sie sind so frei. Offen, unvoreingenommen. Mohamed zum Beispiel, der mit seinem Vater im Boot Todesängste hatte und strahlend vor mir steht. Aber auch mein Freund Safoan, der seine fünf Kinder und Frau in Raqqa zurücklassen musste und nächtelang nicht schlafen kann, weil er solche Angst um sie hat. Moses, der in Algerien verschleppt und geschlagen wurde und nur durch ein Lösegeld freikam. Dass diese Menschen noch ein Strahlen in den Augen haben und sehr dankbar für die kleinsten Kleinigkeiten sind, macht mich oft sehr demütig.

Im Video: Moses, 30, Guinea-Bissau

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