Mario ist Berufssoldat. Der 28-Jährige wohnt in Pirna und pendelt jede Woche zu seinen Kameraden nach Gotha. Den Dienst hat er auch angetreten, um dem "Vaterland noch einmal etwas zurück zu geben". Er lebe gerne in Deutschland, sagt er. "Natürlich, Deutschland ist schließlich meine Heimat." Umso mehr ärgert es ihn, wie Sachsen in den Medien dargestellt werde.

Für ihn grenzt es an "Rufmord", dass "immer nur auf die negativen Seiten geschaut" werde. Die Region habe viel zu bieten und sei eben nicht der braune Fleck Deutschlands.

Weg von hier? Derzeit kann sich das Mario kaum vorstellen. Regelmäßig fährt er zu seinen Eltern ins zehn Kilometer benachbarte Bad Schandau. Vor allem aber leben seine allerbesten Freunde in Pirna. "Sie sind es, die mich noch hier halten", sagt Mario.

Wie er lebt und was ihr Zimmer über Marios Alltag erzählt, könnt ihr im 360-Grad-Foto sehen:

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Politisch liegt er mit ihnen dennoch häufiger mal über Kreuz. Er habe Freunde aus verschiedenen politischen Richtungen. "Solange sie mir nicht ihre Meinung aufschwatzen wollen, ist es für mich okay. Jeder darf seine Meinung haben”, findet Mario. Sie verbindet keine politische Ideologie, sondern die Liebe zum Deutschrock. Mario hört gerne Bands wie "Saitenfeuer" oder "Kärbholz".

Manche stempeln Deutschrock als rechts ab, aber das ärgert Mario. “Man sollte erstmal die Geschichte einer Band recherchieren, anstatt voreilige Schlüsse zu ziehen.” Er selbst habe sich nie zur rechten Szene hingezogen gefühlt. Stattdessen meldete er sich im Spätsommer 2015 freiwillig, um mit der Bundeswehr Flüchtlingslager zu bauen. Darauf ist er stolz, “weil ich Menschen geholfen habe, die in Not waren". Einigen seiner Freunde hat er das jedoch bis heute nicht erzählt. "Teilweise auch aus Selbstschutz."

Hier nimmt euch die 16-jährige Ellen mit in ihr Zimmer:


Grün

Bald gibt's "Premium"-Fleisch – und damit normalisiert unsere Regierung Tierquälerei

Der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will Fleisch künftig in zwei Kategorien unterteilen: in "Premium" und in "Normal". Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die zwei "Tierwohl-Labels" – wie sie vom Minister genannt werden – sollen den Verbrauchern eine Orientierungshilfe sein, um bessere Kaufentscheidungen treffen zu können.

Viele Fragen sind dabei noch unbeantwortet und sollen wohl auf der Grünen Woche, die am 20. Januar in Berlin startet, geklärt werden. Ein großes Problem offenbart sich jedoch schnell: Sollte das, was in der Zweiklassen-Gesellschaft am Ende das Label "normal" bekommt, wirklich die Normalität sein?