Es gibt Leute, die haben's nicht so mit der Arbeit. Die kommen morgens erst nicht aus dem Bett und dann nicht aus der wunderbar warmen Dusche. Die wollen nicht aus dem Haus, und wenn sie dann doch irgendwann in der Bahn sitzen, würden sie lieber den ganzen Tag im Kreis fahren, als wieder auszusteigen und in die Arbeit zu gehen. Menschen, die keinen Traumjob haben, sondern lieber einen Träumjob wollen: einen Beruf, in dem sie fürs Nichtstun bezahlt werden.

(Bild: Giphy )

Wenn du zu diesen Menschen gehörst, lass dir gesagt sein: Du bist nicht allein! Und wichtiger noch: Es gibt tatsächlich Jobs für dich. Wir haben hier mal eine kleine Auswahl an Karrierewegen zusammengestellt, die Menschen mit deiner Disposition ins Auge fassen sollten.

Tierdoku-Filmer

Im Bonusmaterial aufwendiger Tierdokumentationen beschreiben die Kameraleute immer, wie schwer es ist, einen Schneeleoparden/Flugfrosch/Weißhaupt-Ara vor die Linse zu bekommen. Tagelang muss man in einem Camouflage-Zelt ausharren und warten, warten, warten… mit anderen Worten: nichts tun. Im Wald chillen. Tagträumen und Schokolade futtern, bis irgendwann so einer hier vorbeikommt:

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Dann "Record" drücken und fertig. Der einfachste Job der Welt!

Dichter

Es gibt auf der Welt etwa drei Menschen, die vom Gedichtschreiben leben können. Deine Chance, in diesen erlesenen Kreis aufgenommen zu werden, ist also eher klein. Aber stell’ dir mal vor, du bist einer von diesen Dichtern! Wie locker deine Tage ablaufen würden, wenn du nur einmal im Jahr hundert Zeilen Tiefsinniges abliefern müsstest: 

Frühling lässt sein blaues Band wieder… wedeln? Schlackern? Wild durch die Gegend schlenkern? Ah, vergiss es, ich mach Feierabend! Wo sind meine Horsd'oeuvre?
Professionelles Handtuch

Nicht zum Abtrocknen natürlich, sondern zur deutschesten aller Dienstleistungen: Strandliege besetzen. Normale Handtücher werden in dieser Hinsicht längst nicht mehr so respektiert, wie das vielleicht früher mal der Fall war. Wenn ein Urlauber seinen Lieblingsplatz am Luxusstrand wirklich sicher haben will, muss er schon jemanden bezahlen, der ihn ihm reserviert. Und das könntest du sein!

Dazu musst du zugegebenermaßen eher früh aufstehen, aber dann kannst du ja gleich auf der Liege weiterpennen – Meeresrauschen in den Ohren, Morgensonne auf der Haut. Nur Vorsicht, dass dir keine billigeren Arbeitskräfte den Job streitig machen. Hat man alles schon gesehen:

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Blumenbesucher-Zähler 

Die Biologen unter euch wissen Bescheid. Dem Rest sei erklärt: Zum Studium einer neu-entdeckten Pflanzenart gehört es, dass man tagelang daneben sitzt und mitschreibt, welche Fliegen, Käfer und Vögel die Blume so alles besuchen, um ihren Nektar zu trinken, ihre Blätter zu essen oder einfach in ihrem Schatten zu chillen. Absolute Bewegungslosigkeit ist Prerequiste für den Job, und in der Natur bist du auch noch!

Türsteher in einem Bubble-Tea-Shop

Man glaubt es kaum, aber es soll in manchen Städten noch vereinzelte Bubble-Tea Läden geben. Wenn das stimmt, dann müssen das – von dunklen Höhlen und tiefen Wäldern einmal abgesehen – die einsamsten Orte Deutschlands sein. Zieh dir also deinen schönsten Anzug an und stell dich vor die Tür eines solchen Etablissements. Wir versprechen, dass dich dort niemand aus deinen Träumen reißen wird. 

Aufpasser im Museum  
"Bitte nicht anfassen! Bitte nicht anfassen!" Pause.
"Bitte nicht anfassen! Klo ist da lang!" Pause.  
"Klo ist da lang! Bitte nicht anfassen!" Pause.  
"Bitte nicht anfassen!" Feierabend.
Teil der Posse in einem Rap-Video

Wenn du dir für deinen Job als Türsteher in einem Bubble-Tea-Laden schon die dicksten Muskeln antrainiert und diverse Tribals auf die Oberarme tätowiert hast, nur um dann doch keine Stelle in der Branche zu bekommen – dann nutze dein imposantes Äußeres doch einfach im Musik-Business. 

Mit anderen Ex-Türstehern im Halbkreis stehen – die Arme verschränkt, der Blick aggressiv – während irgendein Nachwuchsrapper Richtung Kamera gestikuliert: Das wär’s doch! Keine Ahnung, wie gut das bezahlt wird, aber du kannst ja was von den Geldscheinen einstecken, die zu solchen Anlässen immer durch die Luft fliegen:

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Social Media Manager für einen Treppenlift-Hersteller

Die Schnittmenge derer, die regelmäßig auf Social Media unterwegs sind, und derer, die einen Treppenlift ihr Eigen nennen, ist wahrscheinlich nicht sehr groß. Als Social Media Manager für einen Treppenlift-Hersteller schreibst du also mit geschätzt fünf Kunden auf Facebook hin und her und hast einen Arbeitstag von höchstens dreißig Minuten. 

Und noch ein Argument für Faule: In dem Job kriegst du sicher Prozente auf Treppenlifte: Mit so einem Teil musst du nie wieder in deinem Leben Stufen steigen! Na? Na??

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Bademeister in Hamburg

Dies hier ist weniger ein ernst gemeinter Vorschlag als eine Beschwerde: Könnten wir hier im Norden bitte, bitte endlich mal wieder einen ordentlichen Sommer bekommen???!!!!

Opfer

Du würdest lieber tausend Tode sterben, bevor du irgendwas Richtiges arbeitest? Wir haben da was für dich: Werde professionelles Mordopfer!

Zieh dich aus, lass dich bläulich anmalen und dir einen Messergriff auf die Brust kleben, leg dich auf die Bare, warte, dass Keanu Reeves und Scarlett Johansson aus der Umkleide kommen, und dann: still halten, möglichst nicht atmen, berühmt werden. Bereit? Dann los.

(Bild: Giphy )

So. Wir hoffen, die Liste hat dir einen groben Ausblick geben können, welche Karriere-Optionen dir als faulem Menschen alles offenstehen. Da du aber wahrscheinlich zu faul bist, weiter in diese Richtung zu recherchieren, haben wir dir hier noch ein Jobangebot, bei dem du nur noch zuschlagen musst:

Kundeninformationen

Valensina sucht dich für den faulsten Job der Welt

Du kennst dich mit gepflegtem Nichtstun aus und hast Freude am professionellen Faulenzen? Dann bist du unsere Frau / unser Mann. Wir stellen dir eine Hängematte für deine vier Wände zur Verfügung und zahlen dir für 13 Monate ein Bruttogehalt von insgesamt 20.000 Euro. Was du dafür tun musst? Einfach unseren Orangen übers Netz ganz entspannt beim Wachsen zusehen und ab und an in den Sozialen Medien über deinen faulen Job berichten.


Hast du Lust? Dann bewirb dich bis zum 13.08.17 mit Video oder Foto auf:

www.valensina.de/faulsterjob


Queer

"Proud of my son": Wie Eltern ihre schwulen, lesbischen und transsexuellen Kinder feiern

Ich bin stolz, ich stehe hinter dir – das ist die Botschaft, die sie auf T-Shirts und Plakaten transportieren. Die Botschaft der Eltern, die in diesen Tagen für ihre Söhne und Töchter bei den im Juni traditionellen "Pride Parades" in den USA mitgemacht haben. 

Ursprünglich, unter der Präsidentschaft Barack Obamas, war dieser Monat speziell den homo-, bi- und transsexuellen Menschen gewidmet. Donald Trump hingegen rief den Juni jüngst als Monat des Wohneigentums, der afro-amerikanischen Musik und des Ozeans aus – davon fühlten sich viele LGBTI-Menschen in den USA verletzt (queer.de).

Egal, auch wenn der Juni offiziell nicht mehr ihr Monat ist: Sie gehen trotzdem auf die Straße, gegen plötzliche Regierungsänderungen, gegen Vorurteile, gegen Hass. Für die Gleichberechtigung, für mehr Sensibilität und Vielfalt.