Wie kann ich für meine Werte einstehen? Soll ich den Mund aufmachen, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle? Viele junge Amerikaner stellen sich derzeit diese Fragen, vor allem junge Frauen, vor allem Minderheiten.

Seit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten liegt ein Schleier über dem Land. Ängste bleiben unausgesprochen. Die New Yorker Fotografin Alexandra Gavillet will das ändern – und dreht dort Videos, wo das öffentliche Schweigen am größten ist. In der U-Bahn.

Dort bittet sie Frauen vor die Kamera, die etwas zu sagen haben. Ihre Serie nennt sie "Unmuted", also in etwa "nicht stumm, nicht schweigend". Das erste Video hat sie am Tag nach der US-Wahl gedreht.

Das sind die bisherigen Folgen von "Unmuted":
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Eine der mutigen Protagonistinnen: das britische Model Iskra Lawrence.

Iskra hat sich in eine New Yorker U-Bahn gestellt und über Body Positivity gesprochen. Sie steht mitten im Gang, Pendler schauen auf ihre Handys oder in die Zeitung. Die Bahn rumpelt, Iskra muss gegen den Lärm anschreien. Um ein Zeichen zu setzen, beginnt sie zu strippen.

"Als Frauen sind wir nicht nur Sexobjekte oder Dinge, denen man wohin fassen kann", sagt sie zu bento – und meint damit den Aufruf Donald Trumps, Frauen in den Schritt zu fassen (bento). Iskra gilt als Plus-Size-Model, sie setzt sich für natürliche Schönheit anstatt für Mageroptik ein. Hier könnt ihr mehr über sie erfahren:

Iskra sagt:

"Je mehr echte Körper wir sehen und schätzen lernen, desto mehr lernen wir, unsere Körper zu akzeptieren wie sie sind."

"Der Strip in der U-Bahn ist als Signal an die Welt gemeint, einen entspannteren Umgang mit Sexualität zuzulassen."

Auch in Europa setzen sich Frauen für Body Positivity ein. Das sind die Bilder:
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Neben Iskra in den anderen "Unmuted"-Folgen dabei: Frauen im Rollstuhl und die Sängerin Sandflower, eine Aktivistin für die Rechte von Schwarzen. "Die Aufgabe von 'Unmuted' ist es, unsere inneren Stimmen zu entfesseln und die Verletzlichkeiten zum Ausdruck zu bringen, vor denen wir uns schämen", sagt Alexandra, die Erfinderin der Serie, ihrer ehemaligen Uni (NYU Tisch).

Die U-Bahn als Drehort soll ein Spiegelbild der Gesellschaft sein: ein Ort, wo alle eins sind – und dennoch alle schweigen.


Fühlen

Wenn ein Flüchtlingsjunge auf die Kanzlerin trifft...

CDU-Regionalkonferenzen sind meist ziemlich eintönige Veranstaltungen. Selbst, wenn CDU-Chefin Angela Merkel dabei ist, wie am Montag beim CDU-Treffen in Heidelberg.

Doch dieses Treffen verlief anders: Edris, ein kleiner Junge aus Afghanistan, nahm an der Sitzung teil. Ein CDU-Abgeordneter, der sich für Flüchtlinge engagiert, hatte Edris und seinen Vater mitgebracht. Edris' einziger Wunsch: die Bundeskanzlerin persönlich treffen. Wie die Begegnung verlief, könnt ihr im Video sehen.