Hunderte reisen nach Hause, um für Frauenrechte zu kämpfen.

Irland steht vor einer sehr großen Entscheidung: Ein Referendum am Freitag könnte das Abtreibungsverbot kippen, das Frauen seit Jahrzehnten zwingt, illegal Wege zu finden oder für einen Schwangerschaftsabbruch ins Ausland zu reisen.

Nun reisen Menschen in genau die andere Richtung – um ihre Stimme abzugeben und Frauen damit endlich mehr Selbstbestimmung zu geben. Oder wie diese Frau es ausdrückt:

Unter dem Hashtag #hometovote sieht man, wie Hunderte Menschen in Flughafen-Schlangen stehen, sich Familienmitglieder nach langer Trennung in die Arme schließen und Fremde zu Freunden werden. 

Viele von ihnen tragen T-Shirts mit der Aufschrift "Repeal". Es steht für "Repeal the 8th", also "hebt das 8. auf" – damit ist der achte Zusatzartikel der irischen Verfassung gemeint, der Abtreibungen unter fast allen Umständen verbietet. (bento)

"Home to Vote" ist das aller-allerschönste, was wir heute gesehen haben und eventuell haben wir ein paar Tränen in den Augen. 

Hier sind die schönsten Tweets.

Am Flughafen in Dublin bilden sich lange Schlangen vor dem Einreiseschalter, weil so viele Menschen anreisen:

Sie werden von völlig fremden Menschen euphorisch empfangen. Und wir so: 😭

Wenn der Sohn extra aus dem Ausland nach Hause kommt, um sich für die Rechte seiner Schwester, seiner Mutter und aller Frauen in Irland stark zu machen:

Viele Flüge waren durch den riesigen Andrang ausgebucht. Dann halt so:

Wenn es nicht weiterzugehen schien, halfen Fremde:

Egal, wie weit der Weg ist, sie kommen alle. Diese junge Frau hat es auch noch dafür genutzt, ihrer Mutter eine Freude zu machen:

Diese Eltern ahnen auch nichts:

Vielen gibt es Kraft, dass wildfremde Menschen sich so für sie einsetzen:

Immerhin sind wir nicht die einzigen, die weinen:

Wie die Wahl ausgehen wird, ist noch völlig offen. Beide Lager haben in den vergangenen Monaten starke Kampagnen gefahren. Die Ergebnisse des Referendums werden am Samstag bekanntgegeben.


Trip

Das BKA speichert ab heute Daten von allen Auslandsflügen
Und das für bis zu fünf Jahre.

Name, Telefonnummer, Zahlungsdaten wie Kreditkartennummer und Ablaufdatum – wer ins Ausland oder nach Deutschland fliegt, von dem werden diese Daten seit Freitag an an das Bundeskriminalamt (BKA) übermittelt. 

Bereits 2017 hat die Bundesregierung das Gesetz zur Speicherung von Fluggastdaten beschlossen. Damit wurde eine umstrittene EU-Richtlinie umgesetzt, welche verlangt, dass alle europäischen Fluggesellschaften die Fluggastdatensätze den EU-Mitgliedsländern überlassen. Nun ist das Gesetz in Kraft. (SPIEGEL ONLINE