Bild: Vincent Dolman
Könnt ihr euch vorstellen, mit eurem besten Freund Händchen zu halten?

Vincent Dolman ist Fotograf. Vor vier Jahren wartete er gerade in einem Flughafen in Indien, als er einen Mann mit einem Jungen sah, der offenbar sein Sohn war. Die zwei unterhielten sich und hielten sich dabei an den Händen. Dolman knipste ein Foto von ihnen. Er fand die Situation einfach schön, vergaß das Foto auf seiner Kamera aber schnell wieder.

Als er wieder zu Hause in London durch seine Fotos ging, entdeckte er das Vater-Sohn-Foto wieder. Er blieb daran hängen und las nach, ob dieses Händchen halten eine besondere Bedeutung hat. Er fand heraus: In Indien halten nicht nur Vater und Sohn Händchen. Viele Männer machen das dort, auch heterosexuelle Männer, als Zeichen von Freundschaft. 

Dolman fliegt zurück nach Indien. Und macht eine ganze Fotostrecke, die dieses Zeichen besonderer Verbindungen einfängt:

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In einigen Ländern ist das nicht ungewöhnlich. Auch in Ghana oder im Arabischen Raum halten Männer Händchen.

Dolman weiß nicht, ob alle Männer auf seinen Fotos befreundet sind, oder sich nicht auch homosexuelle Paare unter ihnen befinden. Gesellschaftlich ist Homosexualität in Indien noch immer verpönt. Deshalb benutzen manche Männer das Händchen halten als geheime Liebesbekundung.

Dolman findet, dass sich zurückhaltende Europäer durchaus etwas bei diesem Zeichen von Freundschaft und Zuneigung abschauen könnten: 

"Was für uns ungewöhnlich ist, ist für andere Kulturen völlig normal. Ich liebe es, dass Männer einfach zeigen können, wie nahe sie sich stehen. In unserer Gesellschaft bekommst du nur eine Umarmung von deinem Kumpel, wenn ihr in einer Bar was getrunken habt", sagt Dolman zu bento. 

Er will mit seiner Fotoserie aber vor allem eines erreichen:

„Ich möchte die Sicht darauf verändern, was in unserer Gesellschaft als maskulin gilt und was nicht.“
Vincent Dolman




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