Manchmal findest du deinen besten Freund nicht im Sportverein oder in der Uni. Manchmal ist dieser beste Freund dein Hund. Er versteht dich besser, als es jemand anderes tun könnte – er weiß genau, was du brauchst. 

Wir haben mit drei Menschen gesprochen, die nicht mehr auf ihren Hund verzichten könnten. Weil er Trost spendet, sie aufheitert. Weil er sie warnt, wenn sie ihre Krankheit nicht ernst nehmen – oder sie ohne ihn ihren Job gar nicht ausüben könnten. 

Sie erzählen, was ihre Hunde für sie bedeuten:

Anso, 28, bekam ihre Hündin von einem Freund geschenkt. 

Anso und ihre Hündin Maple

"Maple fiel in mein Leben, ich hatte zuvor nicht nach einem Hund gesucht. Vor ein paar Monaten rief mich ein alter Freund an und erzählte mir von dieser Hündin, die genauso sei wie ich. Maple habe dieselben schiefen Zähne, sie sei ebenso trottelig und stur. Aber auch lustig, fröhlich, einfühlsam – und neugierig. 

Der Freund hatte sie in einem Tierheim in Amerika entdeckt, Maple war dort ausgesetzt worden. Er nahm sie auf eigene Faust mit nach Deutschland und stellte uns einander vor. Für uns beide war auf den ersten Blick klar: Wir gehören zusammen.    

Seitdem ist Maple meine treue Begleiterin. Sie kommt mit zur Arbeit in die Kaffeerösterei, und wenn ich einen anstregenden Tag habe, heitert sie mich auf. Sie lernt schnell und kann lustige Tricks: Wenn man auf Maple zielt, fällt sie um und stellt sich tot. 

„Mein Hund ist wie ich.“
Anso

Maple ist mein Spiegel: Wenn sie nervös ist, bin eigentlich ich gestresst. Die Beziehung zu Hunden ist anders. Meiner Hündin will ich nicht gefallen, bei ihr kann ich einfach ich selbst sein. 

Mein Leben hat sich durch Maple vollkommen verändert. Ich habe Rheuma und muss mich deshalb viel bewegen. Mit Maple fällt mir das leichter, weil sie viel Energie hat und ständig herumtollen will. Jetzt habe ich weniger Beschwerden – und acht Kilo abgenommen. Mein Hündin hält mich gesund. 

Maple ist eine Mischung aus Schäferhund und Labrador.

Auch die Beziehung zu meinem Freund veränderte sich durch sie. Wir wohnen zusammen, also musste auch er Verantwortung für Maple übernehmen. Dadurch rückten wir enger zusammen und wurden eine kleine Familie. Gerade haben wir geheiratet – ohne Maple hätten wir das nicht so schnell gewagt." 

Katja, 28, und Aiden gehören zur Rettungshundestaffel Nordhessen.

Katja und Border-Collie-Australien Shephard-Mix Aiden

(Bild: vondü)

"Aiden ist ein Held. Mit seiner Nase schnüffelt er sich durch die Wälder. Ich kann ihn dabei zwar unterstützen, indem ich auf die Windrichtung achte, doch die Spurensuche übernimmt er. Meist suchen wir vermisste, ältere Personen, die entweder verwirrt oder Suizid gefährdet oder an Demenz erkrankt sind. Etwa 15 Mal im Jahr werden wir zum Einsatz gerufen. 

Solche Notfälle üben wir jede Woche. Aiden ist darauf trainiert, Menschen anhand ihrer Geruchsfährte in großen Waldflächen zu finden. Dann bellt er solange, bis ich komme. Seit er ein Welpe war, übten wir das immer wieder mit einem Ball. Aiden ist ein Ball-Junkie, er liebt sie einfach.

„Mein Hund spürt Vermisste auf.“
Katja

Die Glocken an seiner Kenndecke beruhigen die Vermissten schon von Weitem. Wenn sie das Läuten hören, wissen sie, dass ihnen geholfen wird. Aiden gibt ihnen Hoffnung. Auch bei der Ersthilfe und psychischen Betreuung unterstützt er mich. Er ist ein Eisbrecher; ihn kann man kuscheln und streicheln. Aiden ist ein Profi und bringt auch mich während der Rettungsaktionen herunter.

Erst im Juni fand Aiden einen vermissten Mann im Wald. Er war nach einem Spaziergang nicht in sein Pflegeheim zurückgekehrt. Es war dunkel und kalt, wir mussten uns durch den Wald kämpfen. Aiden fand den Vermissten dann am Wegesrand.

Obwohl Aiden gerne lernt, braucht er etwas länger, um Abläufe zu verstehen. Er ist sehr aufgekratzt und gleichzeitig nachdenklich. Er will unbedingt gefallen, er braucht viel Anerkennung. Dafür gibt er alles.

Trotz allem ist Aiden auch ein ganz normaler Haushund. Er tobt gerne im Garten mit meinem anderen Hund Murphy herum. Aiden ist mein Partner, Freund – dazu Clown und Tröster. Er ist immer bei mir, weiß, was in mir vorgeht und heitert mich auf." 

Hendrik, 27, hat Diabetes. Sein Hund Dämon hilft ihm, im Alltag damit zu leben. 

Hendrik und sein belgischer Schäferhund Dämon

"Dämon, das ist im Buch 'Der goldene Kompass' ein Helfer in Tiergestalt, der dem Menschen nicht von der Seite weicht. Mein Assistenzhund tut dasselbe für mich – und heißt deshalb auch Dämon.

Dämon ist immer da, wo ich bin: in der Hochschule, beim Arzt, im Baumarkt, Einkaufsladen oder Restaurant. Er begleitet mich jeden Tag und hat dabei eine ganz bestimmte Aufgabe: 

Mein Hund riecht, ob sich der Blutzuckerspiegel verändert. Das merkt er viel früher als ich. Vor vier Jahren stellte man fest, dass ich an Diabetes Typ 1 erkrankt bin. Mein Körper vernichtet eigene Körperzellen, was dazu führt, dass er kein Insulin mehr produziert. Ich muss mir Insulin spritzen, mein Blutzuckerwert wird nur darüber reguliert und schwankt stark. Das merkt der Hund.

„Mein Hund kennt meinen Körper besser als ich.“
Hendrik

Dämon stupst oder bellt mich an, sobald mein Wert fällt. Außerdem trägt er Zucker am Geschirr und kann diesen bei Bedarf apportieren. Mit seinen zehn Monaten ist er noch in der Ausbildung. Schon als Welpe wurde er einem Wesenstest unterzogen. Assistenzhunde wie Dämon müssen gut riechen können, menschenverträglich und mittelgroß sein. Und sie sollten ein hohes Selbstbewusstsein mitbringen. 

Denn der Hund muss sich über das Herrchen stellen können. Wenn ich die Symptome eines niedrigen Blutzuckerspiegels mal ignorieren sollte, muss Dämon mich lautstark darauf aufmerksam machen. Im Notfall muss der Hund von mir auflegte Verbote missachten.

Ein Assistenzhund ist kein untergeordnetes Haustier. Er wird anders trainiert; er steht in kritischen Situationen über dem Menschen. Ich sehe meinen Hund als Gefährten. Durch ihn hat sich meine Wahrnehmung der Krankheit geändert. Ich achte mehr auf mich und vertraue dem Gespür des Hundes. Meistens hat er mit seiner Einschätzung recht. Niemand kennt mich und meinen Körper so gut wie dieser Hund. 

Wenn man Hunde so nah an sich heranlässt, entwickeln sie ein ausgeprägtes Verständnis für den Menschen. Dämon ist sensibler als andere Hunde – er merkt alles." 


Streaming

"Last Christmas" wird verfilmt – mit Emilia Clarke in der Hauptrolle
Richtig gelesen: Es geht um das Lied.

Alle Jahre wieder verfolgt er uns, der hartnäckigste Weihnachtsohrwurm der Welt. Man muss diese zwei Worte nur lesen, schon wird man den Sound wahrscheinlich für den Rest des Tages nicht mehr los: Last. Christmas

Fast alle behaupten, dass sie den Song des Popduos "Wham!" von 1984 hassen, ob im persönlichen Umfeld oder in den sozialen Medien. Trotzdem ist er alle Jahre wieder in der Weihnachtszeit weit oben in den Charts. Also muss es die Leute geben, die sich "Last Christmas" freiwillig anhören.