Bild: Instagram/How We Met
Auf dem Instagram-Kanal "The way we met" erzählen Paare, wie sie sich kennenlernten.

Als Brooklyn Sherman als Single aus ihrer kleinen Heimatstadt in Michigan nach Los Angeles zog, war sie sicher: Hier einen Partner zu finden, wird ein Klacks. Die Auswahl war schließlich viel größer, schon nach den Gesetzen der Logik müsste sich hier doch Liebe finden lassen. Ein fundamentaler Irrtum, wie sich schnell herausstellte. Während ihre Freunde in Michigan heirateten und Kinder bekamen, dateten ihre neuen Freunde in L.A. dank diverser Apps im Akkord.

Die große Liebe? Bei vielen gar kein Thema.

Dabei ist die 28-Jährige, hoffnungslose Romantikerin, überzeugt: "Wir sind alle auf der Suche nach jemandem, mit dem wir unser Leben teilen können. Aber wenn ich mich umblicke, sehe ich viele sehr, sehr einsame Menschen.“

Brooklyn begab sich unter Vergebenen auf die Suche nach einem Gegenmittel. In einer 20.000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe für junge Frauen postete sie ein paar Fragen: Habt ihr einen Partner? Wie habt ihr euch kennengelernt? Sie erhielt Hunderte Antworten, kurzes Feedback, aber auch ganze Liebesgeschichten.

Unter anderem erreichte sie diese Geschichte:

Sherman hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, einen Blog zu starten. Nur die richtige Idee fehlte. Jetzt war sie da: Einen Hoffnungsschimmer wollte sie liefern, eine Hommage an die Liebe. Im Sommer 2015 startete sie ihren Instagram-Kanal "The way we met" mit dazugehörigem Blog.

Seither lässt sie sich per Mail Fotos und Kennenlern-Geschichten echter Paare zuschicken und postet sie online. Einzige Bedingung: Offline sollte die Begegnung stattgefunden haben, damit sie online gehen darf.

Hier findest du einige Geschichten von Brooklyns Account:
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355.000 Menschen haben Brooklyns Kanal auf Instagram inzwischen abonniert. 403 Liebesposts hat sie abgesetzt. Und eine Unmenge mehr warten auf Veröffentlichung: Seit Juni 2015 sind laut Brooklyn mehr als 10.000 Zuschriften von Pärchen eingegangen, die ihre Geschichte erzählen wollten. Zuerst vor allem aus den USA, inzwischen sind auch Paare aus Australien, China, Schweden und sogar Deutschland dabei.

Beim Online-Dating werden Menschen so schnell ersetzbar.
Brooklyn Sherman

Eine ausgeprägte Abneigung gegen Dating-Apps habe sie nicht, sagt Brooklyn, die selbst gerade Single ist. Aber mit Blick auf die lang haltenden Beziehungen in der Generation ihrer Eltern habe sie zeigen wollen, dass es auch heute noch anders geht: "Uns werden online ständig 5000 scheinbar bessere Optionen angeboten. Beim Online-Dating werden Menschen so schnell ersetzbar." Es werde suggeriert, dass der jetzige Partner nicht gut genug, nicht klug genug, nicht schön genug sei. Anstatt sich tatsächlich auf das Gegenüber einzulassen, begebe man sich ständig neu auf die Suche.

Brooklyn Sherman(Bild: Privat)

Ihr Blog erzählt die Geschichten von Menschen, die es anders gemacht haben. Die sich beim Snowboarden, im Kino, auf einer Party oder einer Hochzeit kennengelernt haben. Und den Mut hatten, sich anzusprechen.

Auch was danach passiert, dokumentiert Brooklyns Projekt. Denn schon lange drehen sich die Geschichten zu den Fotos nicht mehr bloß um das erste Treffen. Nach einer interessanten Zuschrift telefoniert Sherman oft mit ihren Auserwählten und stellt ihnen weitere Fragen zu ihrer Beziehung. "Dabei kommen oft ganz verblüffende, neue Aspekte heraus, die mich tief beeindrucken." Wenn Brooklyn es mit Paaren zu tun hat, die finanzielle Tiefschläge, Depressionen oder Krebs gemeinsam überstanden haben, rückt die Kennenlern-Geschichte schnell in den Hintergrund.

Man muss authentisch sein. Wenn es um Liebe geht, ist es okay, sich auch mal zu blamieren.
Brooklyn Sherman

Welche Lehren Brooklyn aus ihrem Projekt gezogen hat? "Trau dich und mach dich verletzbar", sagt sie. Die Generation der Millennials habe viel zu oft Angst davor, nicht perfekt zu erscheinen. "Aber man muss authentisch sein. Wenn es um Liebe geht, ist es okay, sich auch mal zu blamieren." Ein zweiter, naheliegender Tipp: "Steck dein Handy weg und sieh auf! Warum nach Verbindungen auf deinem Handy suchen, wenn du sie direkt vor deiner Nase hast?“

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