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Was fällt dir ein, wenn du an die schönsten Momente des vergangenen Jahres denkst?

Der Urlaubstag am Strand, als du auf dem Handtuch eingeschlafen bist und die Sonne deine Haut bräunte? Der Nachmittag mit den Freunden im Park? Der Regen hat euch überrascht, aber trotzdem habt ihr über die nassen Würstchen auf dem Grill gelacht. Oder das Festival mit deiner Lieblingsband? Der Bass brachte deinen ganzen Körper zum Zittern.

Passierte irgendetwas davon im Januar? Nein!

Denn der Januar ist die Hölle.

Ich lache sonst über jeden Fritzchen-Witz, drehe regelmäßig laut Musik auf und tanze durch die Wohnung – aber der Januar ist wirklich nur schwer zu ertragen. Wenn ich morgens nicht das warme Bett verlassen möchte und tagsüber Ecstasy bräuchte, um bei der Arbeit wieder das Tempo der Frühlingsmonate zu erreichen. Wenn sich einfach jeder Tag wie ein Montag anfühlt.

Woran das liegt? Eigentlich läuft ALLES falsch.

Diese Situationen kennt wohl jeder:
(Bild: Pixabay / PDPics)
Du fällst tief!

Hinter dir liegt eine Woche voller gemütlicher Momente: Du hast Weihnachten in deinen kuscheligsten Stricksocken und mit Jogginghose auf dem Sofa verbracht und dich drei Tage ausschließlich von Braten, Plätzchen und Schokoweihnachtsmännern ernährt. Die größte Herausforderung? Dich vom Esstisch zurück aufs Sofa zu bewegen, um "Tatsächlich Liebe" und "Kevin allein in New York" zu schauen.

Außerdem hast du all deine Freunde in der Heimat gesehen. Ihr habt die alten Bilder vom Abi wieder rausgekramt, über das komische Outfit mit dem bauchfreien T-Shirt und die betrunkenen DJs gelacht. Ach, war das eine herrliche Zeit!

Das Leben voller E-Mails, Projekte und Hausarbeiten tobte irgendwo da draußen wie ein eiskalter Schneesturm – du hast die Tür zweimal zugeschlossen. Aber im Januar, da geht die Tür wieder auf und der Sturm erwischt dich mit voller Wucht und schlägt dir ins Gesicht: Die Stromnachzahlung landet im Briefkasten, gleich danach die Rechnung der Versicherung. Und dein Chef will mit dir Jahresziele vereinbaren. Am liebsten würdest du dich wieder aufs Sofa verkriechen!

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Der nächste Urlaub? Noch nicht in Sicht.

Wenn du zu den Glücklichen zählst und die ersten Tage im neuen Jahr noch im Skiurlaub verbringst, erwischt dich die Januar-Depression erst Mitte des Monats und fällt vermutlich auch kürzer aus.

Sehr wahrscheinlich zählst du aber zu den Menschen, die sich eines Morgens die Haare föhnen, dabei im Spiegel feststellen: Dein Gesicht ist ausgeblichen, irgendwas zwischen Grau und Gelb. Von der Sommerbräune ist nichts übrig, nirgends.

Und der nächste Urlaub? Ach, der ist noch nicht mal geplant.

Auf Sonne in Deutschland kannst du auch nicht hoffen. 44 Stunden scheint sie im Januar im Schnitt. Aber wann? Bestimmt nur zu Büro- und Unizeiten.

"Seasonal Affective Disorder" nennen das die Mediziner, wenn man im Winter wegen Lichtmangel schlechte Laune bekommt.

Kurz vor Ende des Monats wird es noch einmal richtig schlimm!

Vorsätze fürs nächste Jahr findest du lächerlich. Klappt doch eh nicht! Oder?

Na gut, insgeheim denkst du dir auch: ein bisschen weniger Smartphone-Abhängigkeit täte der Beziehung zu deinem Freund gut, mehr Muskeln im Rücken würden vielleicht die Schmerzen beheben und Lesen und Joggen die Lebensfreude steigern.

Also rennst du doch Anfang Januar ins Fitnessstudio, schließt den Vertrag für 50 Euro im Monat ab, ab 20 Uhr erteilst du dir Handyverbot und ein neues Buch kaufst du dir auch.

Fazit am 31 Januar: Dreimal das Fitnessstudio besucht, 50 Seiten vom Buch gelesen, das Handy ist das Letzte auf was du guckst, bevor du einschläfst.

Scheiß Januar!

Und was hilft jetzt gegen das Drama?

Eigentlich nicht viel. Durch den Januar muss man sich quälen wie ein Hobbyjogger durch einen Marathon. Am besten klappt das mit Tee, Schokolade und einer Wärmflasche.

An einem einsamen Abend auf dem Sofa beschließt du, dich nicht mehr darüber zu ärgern, dass das mit den Vorsätzen nichts geworden ist. Du fängst bei Netflix an, eine neue Serie zu suchten und verabredest dich wieder häufiger mit deinen Freunden zum Feierabendbier.

Und dann ist er endlich da, der Moment, in dem du eine neue Seite in deinem Kalender aufschlägst:

FEBRUAR!
Jetzt ist deine Meinung gefragt: Und wie geht es dir?

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