Bild: unsplash.com / Dominik Kuhn

Köln. Entweder nimmt diese Stadt dein Herz ganz ein oder "dat Jeföhl" erschließt sich dir niemals. Die kölschen Poeten der Band "Cat Ballou" beschreiben die Gefühlslage eines Kölners so treffend, wie es sonst keiner schafft:

"Et jitt kee Woord, dat sahn künnt', wat ich föhl, wenn ich an Kölle denk."

Für alle Nicht-Rheinländer:

Kein einziges Wort der Welt kann beschreiben, welche Gefühle ein Kölner für seine Stadt hegt. 

Das heißt auch: Wenn du nicht in der Domstadt bist, vermisst du sie und alles, was mit ihr zu tun hat. Und da kann auch kein Hamburger Franzbrötchen, keine Münchner Breze oder Berliner Currywurst drüber hinweg trösten. Höchstens ein überteuertes Kölsch, dass du beim Einkaufen zufällig zwischen den anderen Biersorten erspähst. 

Mit viel Jeföhl – Das sind die Dinge, die dir fehlen, wenn du nicht in Kölle bist:

1. In 'ne Bar kommen und das Gefühl haben, du kennst jeden in- und auswendig.

Kölner geben dir das Gefühl, direkt Teil der Clique zu sein – ob du wirklich mit jemandem aus der Runde befreundet bist oder nicht. Kölscher Klüngel heißt nicht nur, deinen Nachbarn das fehlende Ei für den Kuchen zu geben, sondern auch Außenstehenden das Gefühl zu geben, dass sie willkommen sind. Das Credo di Colonia lautet hier: 

"You can sit with us" – und wenn es nur bis heute Nacht um 3:54 Uhr ist.

Na gut: Der Vorwurf der Oberflächlichkeit stimmt ein wenig. Menschen, mit denen du gerade noch Arm in Arm "Hey Kölle, du bes en Jeföhl!" gebrüllt hast, vergessen deinen Namen innerhalb von zwanzig Minuten. Aber das ist doch fast überall so.

2. Gaffels Fassbrause. 

Fassbrausen hat mittlerweile fast jeder Getränkehersteller im Programm, aber keine schmeckt so gut wie die von Gaffel. Die ist nämlich nicht so süß wie eine klassische Limonade und es steckt richtiges Kölsch drin. Wenn auch alkoholfrei, aber man kann ja nicht alles haben, ne. 

Leider kann man das Glück in Limoflaschen nicht bei Amazon bestellen – sonst würden wir seinen Vorschlag beherzigen:

3. Den Dom. Obviously.

Es gibt kaum ein monumentales Bauwerk, das so zentral in einer Stadt liegt – nämlich direkt neben dem Hauptbahnhof. Wenn du im Zug gen Innenstadt sitzt, fieberst du schon darauf hin, eine der Domspitzen sehen zu können und wenn du die Stadt verlässt – ach, sprechen wir erst gar nicht davon...

(Bild: unsplash.com / Eduard Militaru)
4. Flimm, der einzig wahre Waldmeister-Likör. 

Jede Stadt hat ja so ihren Kurzen, mit dem du Leute auf deine Seite bekommen kannst – aber nicht jedes Schnäpschen schmeckt jedem. Berliner Luft finden manche zu minzig, der Hamburger Mexikaner ist nix für Tomatenhasser und vom Düsseldorfer Killepitsch brauchen wir ja gar nicht erst reden. 

Flimm kommt aus Brühl bei Köln und gehört beim Vortrinken auf jeden Wohnzimmertisch. Die Mischung aus Waldmeister und Wodka ist eine derart feine Geschmackskomposition, dass selbst Menschen, die Kurze eigentlich verweigern, sich zu einem Schnapsgläschen überreden lassen. 

Leider ist Flimm aber ein regionales Ding – außerhalb der rheinischen Supermärkte findet man die Flaschen grünes Gold eher selten.

5. "Et kütt wie et kütt" und andere kölsche Lebensweisheiten.

Kölner haben eine besondere Art und Weise, mit den Irrungen und Wirrungen des Lebens umzugehen: Die Beschreibung "Rheinische Frohnatur" kommt ja nicht von ungefähr. 

Das sehen die FC-Köln-Spieler genauso: 

(Bild: giphy.com)
6. Cornern – und zwar bei erträglichem Wetter. 

Draußen vor einem Kiosk stehen und ein Bier trinken – das gibt es nicht nur in Köln, klar. Auch in Hamburg oder im Ruhrpott sieht man abends Menschen, die sich unterhalten und dabei an Flaschen nippen. Der Unterschied: Das Wetter spielt selten mit, vor allem nicht in Hamburg. 

Im Sommer ist es warm in Köln und selbst wenn der Sunnesching sich der Nacht beugt, sind die Temperaturen angenehm. Vor allem zum Cornern.

7. Du vermisst den Aachener Weiher. 

Andere Städte haben glasklare Seen, so wie Friedrichshafen den Bodensee. Köln hat einen Tümpel mit Entengrütze, um den alle im Kreis sitzen oder mit möglichst wenig Bekleidung im Kreis herum joggen. 

Trotz der fraglichen Wasserqualität hockt ganz Köln Sommer wie Winter entweder im Biergarten am Aachener oder auf einer Decke auf den Wiesenhängen. Denn: Das ist der place to be, ob mit deinem Eis vom "Salon Schmitz" oder mit deiner Tüte der "Boutique Belgique". 

Der Weiher ist zu Fuß und mit der Straßenbahnlinie 1 easy zu erreichen und gibt Kölnern in der Innenstadt ein bisschen das Gefühl, sich im Grünen zu befinden. 

8. Und zuletzt: KAR-NE-VAL.

Man nehme Punkt 1 bis 6 zusammen und vermische alles mit Kostümen, ein bisschen mehr Höhnern, Brings und Kasalla und Mett-Frühstück –  dat es Karneval! 

Als du aus Köln weggezogen bist, warst du entweder froh, dem ganzen künstlichen Heiterkeitskram endlich entflohen zu sein. Oder du planst deinen ganzen Jahresurlaub so, dass du garantiert am 11.11. und eine Woche im Februar nach Hause fahren kannst.

Eigentlich brauchst du im Anschluss noch eine Woche Urlaub, weil du nach fünf Tagen Kölsch und Berlinern, auf der Zülpicher Straße rumtorkeln und zu "Leev Marie" rumhüpfen einfach nur zerstört bist. 

Wie gesagt – dat es Karneval

(Bild: giphy.com)

Bald wieder auf Heimatbesuch? Das kannst du in Köln im Winter machen:


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