Bild: dpa/Pixabay; Montage: bento

Wer ins Freibad geht, ist meistens ziemlich nackt. Mehr als Bikini oder Badehose ist da nicht. Dann kann es passieren, dass man so im Instafeed oder auf der Facebook-Seite eines anderen Besuchers auftaucht. Ungewollt.

Viele Freibäder in Deutschland haben daher mittlerweile ein Fotoverbot ausgesprochen, um ihre Besucher vor Bildern im Netz zu schützen. Das Problem: Kaum einer schleppt eine richtige Kamera mit ins Bad, viele haben ihre Smartphones dabei. Und Bademeister können kaum unterscheiden, wann und ob überhaupt die Handys zum Fotografieren benutzt werden.

Die Fontane-Therme im brandenburgischen Neuruppin hat ihre eigene Lösung gefunden:

Weil es kaum möglich ist, allen Gästen ihre Smartphones abzunehmen, kleben Mitarbeiter einfach die Linsen zu. 

"Gäste sollen bei uns nicht immer den Bauch einziehen müssen", sagt die Thermenleiterin Martina Jeschke zu bento. Da man nicht kontrollieren könne, wie sich Bilder "wild im Netz verbreiten", seien Gäste immer wieder verunsichert, wenn andere mit Smartphones im Bad unterwegs seien. Bereits seit Bestehen der Therme gebe es daher ein Fotoverbot.

Das werde fast immer eingehalten. Aber: "Es hat in der Vergangenheit auch ein paar unerfreuliche Gespräche gegeben", sagt Jeschke. Wenn Mitarbeiter Gäste ansprechen, die am Beckenrand mit ihren Handys sitzen, dann beschwerten sich diese, dass sie doch nur Mails lesen. 

Daher kamen nun die Linsenblenden neu dazu:

  • Mitarbeiter weisen Gäste am Einlass auf die Aufkleber hin.
  • Außerdem hat das Personal immer Aufkleber in der Tasche.
  • Wer sein Handy im Bad benutzen will, muss also gut sichtbar die Linse zukleben.
Die Aufkleber sind von einem Hersteller, der in erster Linie "Spionageschutz" anbietet – also verhindern will, dass Geheimdienste auf Handykameras zugreifen können.
(Bild: Lens Seal)
Manche Bäder gehen noch weiter – andere bleiben entspannter:
  • Im Freibad in Schönebeck (Sachsen-Anhalt) zum Beispiel sind Smartphones und Tablets komplett verboten. Gäste werden gebeten, sie im Schrank zu lassen (MDR).
  • Die "Lagune" in Cottbus verbietet Handys ebenfalls – und bittet Badegäste, Hinweise auf Nutzer zu geben (rbb).
  • Nur in Berlin ist alles ein bisschen entspannter: Es gebe nur wenige Beschwerden, ein Handy-Verbot sei zudem kaum durchzusetzen. Fürs Erste wurden allein im Strandbad Wannsee Hinweisschilder mit durchgestrichenen Kameras angebracht (rbb).

Gerechtigkeit

Dieser (echt gute) Leitfaden sagt Lehrern, wie sie sich bei Abschiebungen von Schülern wehren dürfen

Die Lehrergewerkschaft GEW hat in Bayern einen Leitfaden für Abschiebungen herausgegeben. Nicht etwa, weil sie Lehrern erklären will, wie sie Schüler loswerden – sondern um sie besser auf Situationen vorzubereiten, bei denen die Polizei einen Schüler, der abgeschoben werden werden soll, mitnehmen möchte.

Die wichtigste Regel: "Keine Kollegin und kein Kollege muss der Polizei mitteilen, an welchem Ort sich eine geflüchtete Person aktuell befindet", sagt Bayern GEW-Vorsitzender Anton Salzbrunn (GEW Bayern).