Bild: Reuters/Lucy Nicholson
So geht glücklich sein.

Um glücklich zu werden, brauchen wir Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Aber wie bekommen wir das?

Mit Glücksforschung beschäftigen sich Wissenschaftler schon seit den 30er Jahren. Manche bringen naheliegende und manche eher erstaunliche Ergebnisse zustande. Der größte Kritikpunkt an all diesen Studien: Kein Wissenschaftler kann beweisen, warum jemand glücklich ist. Ist jemand nun glücklich, weil er sein Bett macht? Oder macht er sein Bett, weil er glücklich ist?

Wir finden: Es lohnt sich, das auszuprobieren.

Mit diesen Life-Hacks kannst du die drei Glücklichmacher produzieren:

Mach dein Bett.
(Bild: Reuters/Yannis Behrakis)

Wieso?

Menschen, die ihr Bett machen, sind glücklicher, als Menschen, die das nicht tun. Außerdem mögen sie ihren Beruf, wohnen im Eigenheim, treiben regelmäßig Sport und wachen ausgeruht auf (im Gegensatz zu Nicht-Bett-Machern, die ihren Beruf hassen, zur Miete wohnen, Sport meiden und müde aufwachen). Diese Korrelation fand eine Studie heraus, bei der 68.000 Menschen befragt wurden. Forscher vermuten, dass das morgendliche Bettmachen einem das Gefühl gibt, die erste Aufgabe des Tages erfolgreich gemeistert zu haben. Bonus: Wer sein Bett macht, schläft auch besser. Mehr zur Studie: hier bei Psychology Today.

Schwierigkeit: 3/10

Recht einfach. Wenn man sich einmal aufgerafft hat, übersteht man die zwei Minuten morgens ziemlich schnell.

Lächle – und meine es so.
(Bild: Reuters)

Wieso?

Wer ehrlich lacht oder lächelt, ist glücklicher. Aber Vorsicht: Wer nur lächelt, ohne es so zu meinen, ist unglücklicher. Das fand ein Student der Michigan State University in einer Untersuchung mit Dienstleistungsmitarbeitern heraus (mehr zur Studie von der Michigan State University).

Schwierigkeit: 1/10

Einfach. Natürlich braucht es zum echten Lachen oder Lächeln auch Gründe. Falls die im Alltag nicht direkt auftauchen, gibt es Abhilfe: Guck dir alte Fotos an, denk an den nächsten Urlaub, lies eine schöne Geschichte, zum Beispiel die hier.

Führe tiefgründige Gespräche
Die World-Happiness-Map der Unesco aus dem Jahr 2006 zeigt, wo die Menschen wie glücklich sind(Bild: Reuters/Ho New)

Wieso?

Oberflächlicher Smalltalk macht uns unglücklicher, während uns tiefgründige Gespräche glücklicher machen. Forscher der Washington University in St. Louis fanden das 2010 heraus. Die Studienteilnehmer hatten vier Tage lang ein Aufnahmegerät bei sich, das alle zwölf Minuten 30 Sekunden ihrer Umgebung aufzeichnete. Anschließend wurden die Teilnehmer zu ihrem Wohlfbefinden und ihrer Lebenssituation befragt. Die glücklicheren Teilnehmer redeten mehr und über tiefgründigere Themen. Zudem waren sie insgesamt weniger allein, als die unglücklicheren Teilnehmer (mehr zur Studie bei Science Daily).

Schwierigkeit: 5/10

Jeder kann tiefgründige Gespräche führen – aber nicht mit jedem. Finde Personen, mit denen du dich wohlfühlst und probiere es dann einfach aus. Vielleicht sucht dein Gesprächspartner ja auch nach einem tiefgründigen Gespräch.

Zieh’ nach Norddeutschland.
(Bild: dpa/Ingo Wagner)

Wieso?

Menschen, die in Niedersachsen, Hamburg oder Schleswig-Holstein wohnen, sind glücklicher. Am unglücklichsten sind die Bewohner der ostdeutschen Bundesländer. Das hat der Glücksatlas der Deutschen Post 2014 ergeben: zum Glücksatlas.

Schwierigkeit: 7/10

Geht. Solange man nicht an einen bestimmten Studienplatz oder Arbeitgeber gebunden ist. Falls nicht: Sachen packen (okay, das ist schon etwas anstrengend) und ab in den Norden!

Tanze – oder laufe. Oder springe.
(Bild: dpa/Ole Spata)

Wieso?

Bewegung macht glücklich. Dass das so ist, darüber besteht Einigkeit. Warum das so ist, darüber streiten sich Wissenschaftler (SPIEGEL ONLINE). Natürlich musst du nicht Tanzen, laufen oder springen – du kannst auch boxen, Fahrradfahren oder beim Rollerderby mitmachen.

Schwierigkeit: 4/10

Ja, eigentlich einfach. Aber eben auch nicht. Weil man sich erstmal überwinden muss. Es kann helfen, sich zum Sport zu verabreden.

Suhl dich im Dreck.
(Bild: dpa/Axel Heimken)

Wieso?

In Erde befindet sich ein Bakterium, Mycobacterium vaccae, das Menschen glücklich macht. Es sorgt dafür, dass unser Körper Serotonin freisetzt, fand ein Forscher der Bristol University heraus. Dazu injizierte er das Bakterium in Mäuse und ließ diese in einem kleinen Swimmingpool schwimmen. Die Mäuse ohne Injektion zeigten deutliche Stresssymptome, während die Mäuse unter Einfluss des Bakteriums nicht gestresst waren (mehr zur Studie bei Hortmag).

Schwierigkeit: 1/10

Wer sich nicht direkt in der Erde suhlen will, kann ja auch ein Schlammbad nehmen. Oder eine Schlammmaske auflegen. Oder einfach im Garten arbeiten – ohne Gartenhandschuhe.

Werde ein 80er Jahre Metalhead.
(Bild: Reuters/Yagiz Karahan)

Wieso?

Eine Studie im Auftrag des Magazins Self & Identity fand im Sommer 2015 heraus: Menschen, die in den 80er Jahren Heavy Metalfans waren, sind heute signifikant glücklicher als ihre Altersgenossen ohne Metalbezug. Auch als Jugendliche waren die Metalheads glücklicher als Jugendliche heutzutage (zur Studie der Humboldt University).

Schwierigkeit: 8/10

Schwierig. Ein 80er-Metalhead wirst du so schnell nicht, wenn du keiner bist. Aber vielleicht bringt es ja etwas, wenn du 2015er-Metalhead wirst. Dafür braucht es nur zwei Dinge: Heavy Metal und viel Hingabe.

Geh’ raus ins Grüne.
(Bild: dpa/Bodo Marks)

Wieso?

Frische Luft und Licht hellen die Stimmung auf, genauso wie Grünflächen. Forscher der University of Exeter dokumentierten 18 Jahre lang das Leben von 10.000 Menschen. Wer in der Nähe eines Parks oder anderer Grünflächen lebt, ist wesentlich glücklicher, als Menschen, die nur von Hochhäusern umgeben sind.

Schwierigkeit: 2/10

Ziemlich einfach. Wär natürlich gut, wenn es hell draußen ist und gerade kein Schneesturm herrscht.

Schlafe nackt neben deinem Partner.
(Bild: Senator Film)

Wieso?

Paare, die nackt nebeneinander schlafen, sind glücklicher mit ihrer Beziehung, als Pyjamaträger. Das legt eine Befragung von 1000 Briten nahe. Eine mögliche Erklärung: Nacktes Schlafen führt eher zu Sex. Und Sex macht eben glücklich. Sextherapeuten kritisieren die Studie jedoch (20 Minuten) – Glück in Beziehungen hinge nicht davon ab, ob die Partner Schlafanzug tragen oder nicht. Eher wäre ein umgekehrter Zusammenhang denkbar: Paare, die glücklicher sind, tragen seltener Schlafanzug (mehr zur Studie beim Independent).

Schwierigkeit: 5/10

Eigentlich einfach, nackt schlafen: ausziehen, Augen zu. Es bleiben zwei Schwierigkeiten: 1. Man braucht einen Partner, 2. Man muss gegebenenfalls die Gewohnheit ablegen, einen Schlafanzug zu tragen.

Geh früh ins Bett.
(Bild: dpa/Stefan Puchner)

Wieso?

Eine Studie der Columbia University in New York mit 16.000 Teilnehmern hat ergeben: Wer früh ins Bett geht, leidet seltener an Depressionen. Mehr schlafen hilft ebenso, bei acht Stunden Schlaf pro Nacht sind Depressionen deutlich unwahrscheinlicher, als bei fünf (mehr zur Studie bei SPIEGEL ONLINE).

Schwierigkeit: 2/10

Die Gewohnheit macht’s. Am ersten Tag ist es nicht so einfach, aber dann wird’s jeden Tag besser.

Meditiere.
(Bild: Reuters/Alessandro Bianchi)

Wieso?

Jeden Tag eine halbe Stunde zu meditieren verbessert unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität, fand eine Studie des Massachusetts General Hospital heraus. Wem klassische Meditation nicht gefällt, der kann Fantasiereisen, autogenes Training oder auch progressive Muskelentspannung ausprobieren – ebenfalls wirksame Methoden, die der Meditation ähneln (mehr zur Studie bei Massgeneral).

Schwierigkeit: 7/10

Gar nicht so einfach. Gerade für Ungeübte braucht es eine Weile, sich auf die Methoden einzulassen. Es werden auch Kurse angeboten – diese werden bei Empfehlung durch einen Arzt auch von vielen Krankenkassen übernommen.

Küsse.
(Bild: Reuters/Kacper Pempel)

Wieso?

Weil es schön ist. Und glücklich macht. Und auch noch schlank, schreibt das Abendblatt. Ein inniger Kuss schüttet im Gehirn so viel Glückshormone aus wie 25 Gramm Schokolade. Das fand der Forscher Jesus de la Gandara heraus.

Schwierigkeit: 3/10

Man braucht natürlich einen Kusspartner, der mitmachen will – wenn der gefunden ist, steht dem nichts mehr im Wege.

Lebe gesund.
(Bild: Reuters/Yuri Gripas)

Wieso?

Die wohl älteste Glücksstudie aller Glücksstudien stammt aus Harvard. Seit 1937 wurden in einer Langzeitstudie regelmäßig 268 Menschen befragt und untersucht. Das Ergebnis: gesund essen, nicht rauchen und wenig Alkohol trinken bedeutet körperlich und geistig aktiv zu bleiben und in einer stabilen Beziehung zu leben (mehr zur Studie bei The Atlantic).

Schwierigkeit: 10/10

All diese Punkte zu erfüllen ist eben nicht so einfach. Das braucht Disziplin und einen starken Willen. Und ironischerweise auch Glück. Eine stabile Beziehung liegt ja nicht nur in der eigenen Hand.