Bild: Giedre Gomes
Muttersein bedeutet, nicht alleine zu pinkeln oder in Ruhe duschen zu können

Eine junge Frau am gedeckten Frühstückstisch, die Frisur sitzt, neben ihr die strahlenden Kinder, die glücklich Müsli löffeln. 

Diese Fotos von perfekten Familien, wie sie gerne in der Werbung gezeigt oder auf die Kommode gestellt werden, konnte die Fotografin Giedre Gomes nicht mehr sehen. Sie beschloss, auf eigenen Fotos zu zeigen, wie das Leben von Müttern auch aussehen kann: schmutzig, wild und laut

Das Ergebnis ist eine Fotoserie, die auf lustige und ziemlich ehrliche Weise die chaotische Seite des Mutterseins zeigt.

(Bild: Giedre Gomes )

Die Realität einer Mutter, die den Haushalt schmeißt und die Kinder betreut, sehe anders aus, als es sich viele Leute vorstellen, sagt Gomes zu bento. Das wisse sie aus eigener Erfahrung. 

Gomes ist Mutter von zwei Söhnen, sie kennt den Alltag als Mutter. Das Fotoprojekt zeige ihr eigenes Leben. Jedes der Motive auf ihren Fotos kenne sie aus ihrem täglichen Leben, sagt die Fotografin.

Für ihre Fotoserie startete die Mutter einen Aufruft bei Facebook. Freundinnen und Nachbarinnen meldeten sich und halfen ihr bei der Umsetzung.

"Alles ändert sich, wenn du Mutter wirst", sagt Gomes. Muttersein bedeute, keine Privatsphäre zu haben, nicht alleine zu pinkeln oder in Ruhe duschen zu können. Genau das zeigen Gomes' Bilder.

(Bild: Giedre Gomes)

Auch in Ruhe einzukaufen ist als Mutter nicht immer möglich:

(Bild: Giedre Gomes)

Die Reaktionen auf die Bilder waren überwiegend positiv, sagt die Fotografin. Viele Mütter würden ihr bis heute schreiben und sich für die Fotos bedanken. Doch immer wieder gebe es auch negative Kommentare:

"Besonders Leute, die keine eigenen Kinder haben, scheinen alles besser zu wissen", sagt Gomes. Viele hätten sich über die Bilder beschwert, auf denen eine Mutter ihr Kind stillt oder Tipps gegeben, wie man Kinder richtig erzieht.

(Bild: Giedre Gomes)

Dabei ging es der Amerikanerin bei dem Projekt nicht darum, unterschiedliche Erziehungsstile zu vergleichen oder gar in Frage zu stellen. "Ich will mit meinen Fotos mit Vorurteilen gegenüber Müttern aufräumen", sagt Gomes. Jeder solle verstehen, dass Muttersein nicht nur "Regenbogen und Schmetterlinge" sei.

Nach ihrer Mütter-Fotoserie veröffentlichte Gomes auch eine Reihe von Fotos über das Vatersein. Dafür fotografierte sie Väter mit ihren Kindern beim Angeln, Fußballspielen oder Toben.

"Auf diese Fotos waren die Reaktion durchweg positiv, ich würde sagen zu 90 Prozent. Das ist interessant, denn es zeigt, dass wir immer noch einen riesen Unterschied zwischen Müttern und Vätern machen", sagt die Fotografin zu bento.

Männer würden gefeiert, wenn sie Zeit mit ihren Kindern verbringen, Frauen häufig erst einmal kritisiert.

Doch genau deshalb ist Gomes stolz auf ihre Fotoserien: Denn all ihre Fotos zeigen, dass das Mutter- und Vatersein vielseitig ist.

Und obwohl es manchmal einfach nur kräftezehrend sei, sagt Gomes in einem Interview mit dem "Independent": "I wouldn't have it any other way" - Sie würde es nicht anders haben wollen.

Auf Giedre Gomes Instagram-Profil kannst du dir noch mehr Fotos von ihr ansehen.


Today

Ein kleines Schmuckstück soll Frauen vor Übergriffen schützen – und sogar vor Gericht helfen
Für rund 23 Euro sollen Frauen sich sicherer fühlen.

Frauen leben an vielen Orten der Welt gefährlich – zum Beispiel auf den Straßen Indiens (SPIEGEL ONLINE). Übergriffe kommen in Städten wie Mumbai und Neu-Dehli häufig vor.