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Ok, zugegeben: Ich liebe nicht nur Musik. Ich liebe auch die, die sie machen. Wenige Dinge sind so anziehend wie ein Mann mit Gitarre in den Händen – meine Meinung. 

Und weil ich in der Branche arbeite, habe ich mittlerweile so einige Erfahrungen damit gesammelt, wie es ist, Musiker zu daten. Und kann deshalb sagen: 

Für mich ist das nichts! Warum? Darum:
1. Schlafmangel

Ein Musiker braucht ungefähr so viel Aufmerksamkeit wie ein neu geborenes Baby. Es kann durchaus vorkommen, dass man um zwei Uhr nachts von Steinen am Fenster aus dem Bett geholt wird, weil er endlich wieder in der Stadt ist und sofort tiefgründige Gespräche mit einem führen muss. Denn es geht um Kunst! 

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Ein ganz normaler Morgen im Leben einer Musikerfreundin beginnt auch gerne mal um halb sechs Uhr mit dem Klingeln des Telefons.

Ein Musiker braucht ungefähr so viel Aufmerksamkeit wie ein neu geborenes Baby.

Eine leicht betrunkene Stimme säuselt in den Hörer "Wir sind gerade bei der finalen Aufnahme und ich wollte nur kurz deine Stimme hören." Viele Musiker leben einfach nach dem Motto: "Die besten Kompositionen fallen mir nachts ein". 


2. Konkurrenz belebt das Geschäft!?

In der ersten Zeit, in der man sich kennenlernt, ist alles ungewohnt und aufregend und vielleicht ist man auch ein wenig unsicher. Als ich anfing das erste Mal einen bekannten Musiker zu treffen, wurde diese Unsicherheit ins Unendliche gesteigert.

Ich erinnere mich an Mister "British Singer Songwriter" und sein Konzert: Dutzende Songs über Ex-Freundinnen, eine Traube an Mädels vor seinem Merchandise-Stand und vor der Tür, durch die ich geflüchtet war, diskutierten auch noch wirklich hübsche Frauen darüber, ob sie noch vor dem Tourbus warten und auf ein Schäferstündchen hoffen sollten. 

Wer einen Musiker datet muss damit umgehen, dass das Flirten oft ein Teil des Berufs ist.
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3. Drama Baby

Ein Musiker will einfach nur mit dir verliebt in den Sonnenuntergang reiten und sich um nichts Gedanken machen? Quatsch! Worüber kann er denn dann ein Lied schreiben? Ich wurde schon einmal von einem Straßenmusiker abserviert, weil es "zu schön" mit uns lief. Er meinte, er brauche das Drama als Inspiration.

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Und mein Hip Hopper Ex-Freund war leider gar nicht glücklich mit mir, als ich viel zu spät bemerkte, dass sich ein Beat, an dem er schon drei Tage saß, wie ein schlechtes Timberland-Cover anhörte. Ich war Schuld an der Misere und er am Boden zerstört. Musiker sind Rampensäue aber gleichzeitig zart besaitet. 

Du kannst dir also schon mal einen Vorrat Taschentücher besorgen und die Teelöffel zum Augenkühlen ins Gefrierfach legen.
4. Die Zeit läuft

Eure Zeit ist knapp und kostbar! Ein Rapper hatte schon als wir uns das erste Mal begegneten kaum Zeit. Nach dem Interview folgte das Konzert, dann kamen unzählige andere Auftritte – wir trafen uns Monate später bei irgendeiner Preisverleihung wieder. Und dort wollten dann natürlich alle etwas von ihm: Seine Zeit unter all den Plattenbossen und Reportern aufzuteilen ist gar nicht einfach. 

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Für  Zeitnot braucht es bei Musikern aber keinen Ruhm. 

Ein Hobbymusiker-Ex musste am Wochenende auf kleinen Festivals in der Pampa auf die Bühne. Für mich gab es zwei Möglichkeiten: Entweder zu Hause bleiben und ihn noch weniger sehen als ein befreundetes Pärchen, das zwischen Hamburg und Köln pendelt, oder bei allem dabei sein. Ich mutierte in der Zeit immer mehr zum Band-Roadie und wurde während der Konzerte an den Merchandise-Stand gestellt. Zwischen dem Abbau der Instrumente gibt es ein schnelles Küsschen.

5. Du spielst immer die zweite Geige
Die Musik wird immer – außer Konkurrenz – den größten Platz in seinem Leben und Herzen einnehmen.

Die Musik wird immer – außer Konkurrenz – den größten Platz in seinem Leben und Herzen einnehmen. 

Ob er jetzt all sein Geld in den neuen Vorverstärker steckt und damit ein gemeinsamer Trip nach Asien finanziell unmöglich wird, oder man die Nächte hellwach neben einem Nervenbündel verbringt, weil die anstehende Albumveröffentlichung und der Druck beide nicht schlafen lässt – der Alltag ist von Musik bestimmt. 

Auf all das habe ich keine Lust mehr.

Selbst wenn ich dafür des Öfteren zur Entschädigung ein Liebeslied "nur für mich" bekam, was die Fans dann nach der Veröffentlichung Wort für Wort mitsingen konnten.

A Propos Musik: Findest du Konzerte manchmal auch so nervig?


Gerechtigkeit

Je mehr Retter, desto mehr Tote?

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz meint: Durch die vielen Helfer im Mittelmeer würden mehr Flüchtlinge sterben. Schlepper würden nur mehr seeuntaugliche Boote losschicken, wenn diese bereits wenige Meilen entfernt von der libyschen Küste aufgegriffen würden, so Kurz.

Kritiker sprechen von einem "Pull-Effekt", den die Seenotretter auslösten.

Doch machen sich durch den Mittelmeereinsatz privater Rettungsorganisationen tatsächlich mehr Flüchtlinge auf den Weg nach Europa?

Wissenschaftler der Oxford University haben die Auswirkungen von drei Rettungsmissionen daraufhin untersucht: Mare Nostrum (eine echte Rettungsmission der EU) die Frontex-Operation Triton (diente vornehmlich dem Schutz der EU-Außengrenzen, eher keine Rettungsmission, kleineres Budget) Triton II (aufgestockes Budget, dazu kamen zunehmen private Retter). (Oxford University)