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Auf Netflix läuft "Aufräumen mit Marie Kondo" und plötzlich reden alle vom Aufräumen und wie es das Leben verbessert. Aber ist es tatsächlich so? Macht Aufräumen glücklich?

Da ist diese Kommode in meinem Flur. In der verstaue ich Handtücher und Geschirrtücher und einen Duschvorhang, also für den Fall, dass ich meinen mal waschen möchte.

Außerdem in den Fächern: Schlüssel, Tabletten, Stifte, Kleingeld und Lippenstift, ein kleiner Plastik-Schneemann, Schrauben und Teile eines alten Computers.

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Ja: Ich bin chaotisch. Aber jetzt will ich damit schlussmachen.

Denn es heißt ja: Das macht glücklich.

Experten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, bestätigen: Schon wenn wir uns vornehmen aufzuräumen, schüttet unser Körper Endorphine aus. So schreibt es Diplom-Psychologin Ina Hullermann in ihrem Buch: "How to Coach", in dem ein ganzes Kapitel dem Thema Ordnung gewidmet ist.

Kann man sich also theoretisch glücklich aufräumen?

Aufräumen ist so ein großes Thema geworden, dass manche Leute sogar davon leben – nicht nur Marie Kondo. Zum Beispiel Bloggerin und Ordnungsexpertin Denise Colquhoun aus dem Münsterland: "Wir können nach dem Aufräumen wieder einen Punkt von unserer To-Do-Liste streichen, das entspannt uns." Sie hat schon mehr als hundert Wohnungen gemeinsam mit Kunden wieder auf Vordermann gebracht.

Aufräumen hat gleich mehrere Effekte:

1 Aufräumen schafft innere Ordnung.

Schon in christlichen Orden galt vor Jahrhunderten das Motto "Ora et Labora" – auch weil das äußere Entrümpeln zum inneren Gleichgewicht beitrage, so heißt es in dem Buch von Autorin Ina Hullermann.

Aufräum-Expertin Denise Colquhoun kann das bestätigen: "Wir brauchen die Ordnung, um ins Gleichgewicht zu kommen. Zu Hause sammeln wir schließlich Kraft, sowohl für den miesepetrigen Chef, als auch für aufwühlende politische Lagen."

2 Aufräumen ist produktiv.

"Wir sehen sofort Ergebnisse", sagt Denise Colquhoun. Wenn wir zum Beispiel den Kleiderschrank ausmisten, dann haben wir danach zwei blaue Müllsäcke mit Altkleidern für das Rote Kreuz.

Vielleicht eine Kiste mit Klamotten für den Flohmarkt. Und im Kleiderschrank keine Klamotten mehr, die zu eng sind, oder die nicht mehr unserem Typ entsprechen. "Wir fühlen uns produktiv, wir haben etwas geschafft."

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3 Aufräumen hilft gegen Überforderung.

Der Psychologieprofessor Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin forscht unter anderem zum Thema Überforderung. Er sagt: "Aufräumen hilft gegen Überforderung. Es macht uns vor allem dann zufriedener, wenn wir uns vom Chaos umgeben sehen, denn das stresst uns." Überfordert sind wir zum Beispiel, wenn wir nicht in der Lage sind, eine Hausarbeit für die Uni zu schreiben. Also, wenn wir es nicht schaffen "unsere persönlich wichtigen Anliegen ausreichend zu überschauen und zu managen".

4 Aufräumen ist auch Ablenkung.

Denn es ist auch eine Ersatzhandlung: Weil wir die Hausarbeit für die Uni nicht schreiben wollen, werden wir von einer "Aufräumwut" gepackt. Die Wohnung ist dann meistens so sauber, wie nie. "Ein trügerisches Gefühl", sagt Professor Walschburger. Die Hausarbeit muss schließlich immer noch geschrieben werden.

(Bild: Memes )

Okay: Schluss also mit der Ablenkung, ran an den Aufräum-Selbstversuch: Ich reiße die Schubladen der besagten Kommode auf und schmeiße alles auf den Boden. Ich wische die Schubladen aus, falte Handtücher und sortiere.

Zuerst verschwinden kleine Stapel, nach drei Stunden hat der alte Duschvorhang einen neuen Platz gefunden. Und ich bringe sogar noch schnell das Altpapier weg.

Und auf einmal spüre ich es: dieses Glück, dieses Gefühl etwas erreicht zu haben.

Ha! Ich bin kein Schluffi, nein ich bin eine Macherin! Ich habe mein Leben im Griff, bei mir haben sogar alte Duschvorhänge einen eigenen Platz.

Die blauen Müllsäcke vor der Tür, die ordentlichen Schubladen, die leere Lücke, in der sich sonst das Altpapier stapelt: All das macht mich furchtbar zufrieden.

Und damit der Rausch nicht verfliegt:

Diese fünf Tipps von Aufräum-Expertin Denise Coulcouhn helfen gegen das Chaos:

1. Man sollte sich kleine, gute Gewohnheiten aneignen. Zum Beispiel: Morgens das Bett machen und jeden Abend den Boden aufräumen und den Küchentisch sauber machen.
2. Regelmäßigkeit: Alles, was nur einmal in der Woche oder im Monat erledigt werden muss in den Kalender eintragen. Und den Termin zum Boden wischen, dann auch wahrnehmen.
3. Raus mit unnötigem Ballast. Du brauchst das alte Netzteil deines Laptops nicht mehr? Dann schenke es einem Freund, verkaufe es bei Ebay oder bring es zum Sperrmüll.
4. Nichts Neues kaufen. Genieße auch mal die Dinge, die du schon besitzt. Du brauchst nicht das fünfte Kochbuch. Oder die zehnte Flasche Nagellack.
5. Schließe den Kreis: Du hast eine Pizza gebacken und sie vor dem Laptop gegessen? Dann räum den Teller weg, wasche ihn ab und stelle ihn zurück in den Schrank. Und stell auch den Laptop wieder zurück an seinen Platz.
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