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Und dabei viel über das Liebesspiel zwischen Männern erfahren.

Ryan Scoats akademische Laufbahn begann mit diesem einen Abend. Er und seine Freundin führten eine Beziehung mit Vorzügen – sie waren aus auf Dreier mit einer weiteren Frau. Als er vor einigen Jahren schließlich seinen ersten Dreier hatte, wurde Ryan neugierig. 

Der Soziologe der Universität Birmingham wollte mehr erfahren und suchte nach wissenschaftlichen Studien und Untersuchungen zum Thema Flotter Dreier. Er fand: fast nichts. Was es gab, waren Studien zum Thema Swingen, offene Beziehung oder Polyamorie. Aber was der Sex zu Dritt mit den Menschen macht, beantwortete die Soziologie bislang nicht. 

Also dachte sich Ryan: Dann muss ich wohl selbst zum Dreier-Experten werden, zum Wohle der Forschung.

Nun hat er seine Doktorarbeit zum Thema veröffentlicht, 2018 soll ein Buch folgen. (Academia) Die Arbeit hat sich – anders als Ryans romantische Nacht – nicht mit dem Modell Frau-Frau-Mann (FFM), sondern mit der Variante Mann-Mann-Frau (MMF) beschäftigt.

Ryans wichtigste Erkenntnis: Wenn zwei Männer mit einer Frau im Bett landen, macht sie das auch untereinander lockerer.

Ryan ging mit zwei Thesen in die Doktorarbeit: 

  1. Frauen wird traditionell eine gewisse Bisexualität unterstellt, erotische Handlungen zwischen Männern werden hingegen schnell als schwul abgestempelt. 
  2. Dreier werden – gerade in Zeiten von Dating-Apps – immer beliebter und normaler.

Daraus ergab sich die Frage: Wenn es mehr MMF-Nächte gibt, was macht das dann mit dem Verhältnis der Männer untereinander?

Ich glaube, dass die Tatsache, dass mehr Männer in MMF-Dreiern mitmachen, definitiv ein Zeichen für weniger Homophobie ist.
Ryan Scoats

Vor 30 Jahren sei es für Männer schwierig gewesen, Küsse oder Streicheleinheiten mit einem anderen Mann während eines Dreier zu "rechtfertigen", sagt Ryan dem britischen Medizinportal "AskMen". Heute seien Millennials sehr viel offener im Umgang miteinander, Homophobie sei weniger verbreitet.

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus seiner Doktorarbeit:

Wie Ryan Scoats geforscht hat

Seine Doktorarbeit heißt "Mich stört nicht, ihn beim Kommen zu sehen". Dafür hat er Einzelinterviews mit 30 jungen Männern geführt, die FFM- oder MMF-Erfahrungen hatten. In einer weiteren Forschung hat er 28 Männer und Frauen zu ihren Dreier-Erfahrungen befragt.

Die Befragten gehören allerdings alle der weißen, britischen Mittelschicht an, gibt Ryan zu. Seine Erkenntnisse passen daher nicht auf andere Kulturen. Das will er in Folgearbeiten untersuchen.

Dass es Männer schwerer haben, einen entspannten Umgang mit ihrer Sexualität zu entwickeln, liegt laut Ryan daran, dass Frauen in Ländern der westlichen Welt mehr Raum gegeben werde, sich mit ihrer sexuellen Orientierung auseinanderzusetzen. Ihnen "verzeihe" man lesbische Erfahrungen eher, Männer hingegen würden für gleichgeschlechtliche Erfahrungen stigmatisiert.

  • Die These beißt sich allerdings leicht mit einer kanadischen Studie, nach der Männer deutlich häufiger Dreier haben. Nur 8 Prozent der befragten Frauen hatten angegeben, bereits Teil eines gemischtgeschlechtlichen Dreiers gewesen zu sein. Bei den befragten Männern waren es 24 Prozent. 

Ein Grund dafür könnte die Darstellung von Gruppensex in Pornos sein. 

Fast immer sind mehrere Frauen zugange, die ein bisschen miteinander rummachen und sich dann dem Mann widmen. Dreier sind so keine erotischen Abenteuer, bei denen alle gewinnen – sondern nur eine Fantasie für ihn. Deshalb, so die Forscher der kanadischen Studie, würden auch Männer sehr viel aktiver nach Dreiern streben.

Scoats gibt dem ein bisschen recht. Laut seinen Forschungen sind Frauen häufig eingeschüchtert, wenn sie zum ersten Mal mit zwei Männern im Bett landen. Das entspanne sich erst, wenn die Männer auch kein Problem haben, einander zu berühren. Eine 26-jährige Befragte sagte Ryan:

Ohne Homo kein Trio. Ich finde es richtig nervig, wenn sich die beiden Männer nicht berühren wollen.
Ryan Scoats

Trip

TripAdvisor löscht Vergewaltigungs-Vorwürfe
Jetzt musste sich die Reise-Plattform entschuldigen.

Auf dass bloß nichts den schönen Urlaubsschein trübe: Das Reise-Portal TripAdvisor soll jahrelang systematisch Nutzer-Meldungen gelöscht haben, die von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in mexikanischen Ferienhotels berichten. 

Die Begründung der Zensur: Die Berichte seien nicht in "familienfreundlicher" Sprache geschrieben oder "off-topic", also für die Bewertung des Hotels nicht relevant. Die Zeitschrift "Milwaukee Journal Sentinel" hatte vergangene Woche zuerst über die Löschpraxis von TripAdvisor berichtet.

Jetzt gibt TripAdvisor zu: Ja, wir haben Vergewaltigungsvorwürfe gelöscht.