Das mediale Frauenbild mache sie zu Sklavinnen.

Auf dem einen Bild hängen Hautlappen von den Oberarmen und vom Kinn. Auf einem anderen sind die Brüste von hellen Streifen durchzogen, dort, wo die Haut zu schwach wurde, um das Gewicht zu halten.

Oder eine Mutter trägt ihre Tochter auf der Hüfte, beide Oberkörper liegen frei. Sie lachen einander an. Dann ein Nacken, rote Locken. Nicht mehr.

Schönheit, das ist oft eine Frage der Perspektive. Meistens wird sie Frauen auferlegt, sie werden daran gemessen, ihr Wert daran festgelegt oder ihre Intelligenz. Oft sind sie es selbst, die sich richten.

Die brasilianische Fotografin Maria Ribeiro will das ändern. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, mit Schönheitsbildern von Frauen zu brechen – und stattdessen "echte Frauen" zu fotografieren. 

Worum geht's?

Für ihr Projekt "Real Women" fotografiert sie die Frauen – bekleidet oder nackt, dick oder dünn, am Strand, im Studio, in ihren Wohnungen. Immer dort, wo die Frauen sich wohl fühlen, ohne Nachbearbeitung ihrer Körper durch Photoshop (hier geht's zu ihrem Instagram-Profil).

"Die erste Frau, die ich fotografierte, sagte danach: 'Das war das schönste, was ich je erlebt habe. Danke.'" In diesem Moment wusste sie, sagt Maria, was sie den Rest ihres Lebens machen wollte. "Ich wollte Frauen dazu bringen, sich selbst zu lieben."

So sehen die Bilder aus:

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Wer hatte die Idee?

Ihr Job brachte Maria dazu, die Reihe zu starten. Die 32-Jährige arbeitete als Assistentin in der Mode- und Werbebranche. "Mir wurde bewusst, dass wir Schönheitsideale kreieren, die es nicht gibt", sagt sie zu bento. "Die Bilder werden so stark bearbeitet, dass sie den Models gar nicht mehr ähnlich sehen."

Maria dachte darüber nach, wie sie ihren eigenen Körper mit denen in Magazinen und Medien verglich und wie unzufrieden sie das machte. "Ich dachte: Die Art, wie Frauen in Medien dargestellt werden, ist dazu gemacht, dass wir uns alle selbst hassen. Ich wollte kein Teil von diesem System mehr sein."

#nofilter

Werbeplakate, Fitness-Accounts, die Instagram-Storys von Khloé Kardashian: Ist hier eigentlich noch irgendwas echt? Unsere Fotoserie #nofilter zeigt Menschen, ohne bezahlte Partnerschaften und mit realistischen Problemen. Hier gibt es Bilder und Illustrationen, die wichtige Fragen stellen.

Also beschloss sie, ein eigenes Projekt zu starten. Das erste nannte sie "A word for feminism". Sie wollte Frauen jedes Alters, jeder Größe und Form, jeder Farbe fotografieren – ohne sie mit Photoshop nachzubearbeiten. "Ich wollte sie nicht als Objekte, sondern als Protagonistinnen darstellen, die Macht über ihren eigenen Körper und ihre Geschichte haben."

Jede Frau sollte ein Wort auswählen, dass für sie die Bedeutung von Feminismus widerspiegelte – und es mit Lippenstift auf ihre Haut malen. Sie begann mit Freundinnen und deren Freundinnen, lud die Bilder auf ein Blog und auf Facebook. Unzählige Frauen schrieben sie daraufhin an. Maria fotografierte 100 davon, mittlerweile hat sie auch ein Buch herausgebracht. "Real Women" entstand nebenher und läuft auch jetzt noch weiter.

Eine Auswahl von Bildern aus der Reihe "Nós, Magdalenas – A Word for Feminism":

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Was hat das zu bedeuten?

Marias Ziel war, die gängigen Schönheitsideale zu hinterfragen. "'Eine Frau, die sich selbst nicht liebt, kann nicht frei sein' – dieser Satz ist von Beatri Giacomo und ich habe ihn an den Anfang meines Buches geschrieben", sagt die Fotografin. "Weil er viel darüber aussagt, wie ich über die mediale Darstellung von Frauen denke."

Das System kreiere ein ästhetisches Model, einzig dafür gemacht, es niemals zu erreichen. Das hindere Frauen daran, sich selbst zu lieben. 

Auf diese Weise wird die permanente Versklavung der Frauen garantiert, da nicht mal das Model am Ende aussieht, wie sie dargestellt wird.
Maria Ribeiro

Erst, wenn Frauen sich vollständig repräsentiert fühlten, so Maria, würden sie das Gefühl los, sich ändern zu müssen. 

Sie habe viel von den Frauen gelernt. "Indem wir andere Frauen ermächtigen, ermächtigen wir uns selbst."


Haha

Polizei soll gefesselte Frau retten – und crasht eine Bondage-Party
Ah! Gut, dass Sie Handschellen mitgebracht haben!

Auf den ersten Blick wirkte die Szenerie sehr verdächtig: Eine Frau wird gefesselt, sie ist nackt. Zwei Männer beugen sich über sie, scheinen sie zu misshandeln. So zumindest will es ein Augenzeuge beobachtet haben, der von einem Treppenhaus aus in eine Wohnung im Nachbarhaus schauen konnte.

Der Mann rief die Polizei – und die stand kurze Zeit peinlich berührt vor dem vermeintlichen Vergewaltigungsopfer: Denn das Männer-Duo beging keine Straftat – sondern übte mit der Frau gerade eine Bondage-Nummer.

Die Episode sorgte nun für den wohl lustigsten Polizeibericht des Jahres – die Beamten oder Beamtinnen gaben ihm den Titel "Fifty Shades of Neustadt".