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Brüllen, drängeln, schnaufen: Warum sind Fahrradfahrer so aggressiv zueinander?

Dieses Gefühl, Mitte April ohne Socken in den Schuhen endlich wieder Fahrrad zu fahren: genial. Mein Fahrrad und ich könnten eine schöne Zeit haben, morgens vor der Arbeit, abends nach der Arbeit, aber – nein. Ständig müssen wir uns mit anderen Menschen auf Fahrrädern streiten. Über die langen, kalten, nassen Wintermonate hatte ich fast schon vergessen, wie sehr mich das anstrengt.

Ihr dachtet, nur Autofahrer hassen Radfahrer? Stimmt nicht: Radfahrerinnen und Radfahrer hassen sich untereinander mehr.

Kürzlich bog ich mit meinem Fahrrad um eine Ecke, als mir ein Falschfahrer mit Highspeed entgegen kam. Wir schafften es nur knapp, rechtzeitig zu bremsen. Ich hatte mich echt erschrocken, konnte mich davon aber nicht erholen, denn schon krächzte der Typ: "Bist du bescheuert oder kannst du nicht richtig gucken?"

Ich kann nicht richtig gucken, bin aber definitiv nicht bescheuert, ich rückte meine Brille zurecht, und sagte vorsichtig: "Du bist doch auf der falschen Seite."

Er rief: "Kann sein, aber zum Fahrradfahren gehören ja wohl zwei." Dann nahm er Anlauf und raste davon. Stresslevel: hoch. 

Wenn manche das hier sehen, kochen gleich viele Emotionen hoch!(Bild: Unsplash)

Es passiert ständig: Fahrradfahrerinnen, die auf der Straße eigentlich zusammenhalten sollten, brüllen sich an. Es kommt mir heftiger vor als das Gezanke unter Autofahrern – Fahrradfahrer kommen sich näher, alles ist ein bisschen direkter. Sie drängeln, klingeln Sturm, überholen mit überlautem Schnaufen, rütteln im Vorbeifahren am Korb. Das soll Frühling sein?

Ich habe in diesem noch jungen Fahrradjahr schon einiges zu verantworten: Ich habe eine Frau geschnitten ("Pass auf, Irre!"), an falscher Stelle abgeschlossen ("Und wie genau soll ich da noch Platz haben?") und bin an einer grünen Ampel zu langsam angefahren ("Hallooo!"). Und ich habe fast einen Typen umgefahren, der mir auf meiner Seite entgegenkam.

Ich mache Fehler, sehe ich ein. Entschuldigung. Aber warum genau fühlt sich Fahrradfahren gerade an wie Boxen – und die Straße wie ein Ring? Warum sind alle so aggressiv?

Sie müssen schnell ins Büro oder in die Uni, sind ungeduldig, okay, geht mir genauso. Sie haben irgendeinen Beat im Ohr, und es ist geil, im selben Tempo zu fahren, finde ich auch. Nur: Wie wäre es, wenn wir bei diesen individuellen Rasergründen noch Rücksicht aufeinander nehmen?

Pass auf, Irre!
So ein Satz, den Radfahrer sich zubrüllen

Eine Freundin erzählte mir neulich, sie sei nun dreimal Fahrrad gefahren und habe schon wieder genug. "Ich fahre gut gelaunt los und komme gereizt an", sagte sie. Jetzt nimmt sie wieder das Stadtteilauto. Wie traurig.

Sich durch Verkehr zu schlängeln, in dem wir uns ständig gegen Autofahrer behaupten müssen, die drängeln, Fahrradwege zuparken oder uns mit ihren Wagen streifen: Reicht doch als Herausforderung, oder? 

Lasst uns feiern, dass wir schneller, umweltfreundlicher und gesünder vorankommen. Lasst uns grüßen, wie Busfahrer sich grüßen und uns für immer verschwören gegen ignorante Autohuper! 


Tech

Leute wollen Tesla-Chef (und Milliardär) Elon Musk eine Schlafcouch kaufen
Derzeit schläft er auf dem Boden.

Im Büro schlafen? Das machen nur die ganz harten Workaholics. Und so einer ist offenbar Tesla-Chef und Milliardär Elon Musk. 

Im Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CBS erzählte er jüngst, dass er gerade in in der Fabrik auf einer Couch nächtigt, in der das Tesla Model-3 hergestellt wird. Der Grund: Die Produktion des neuen Tesla hängt hinterher, Musk übernimmt nun selbst die Kontrolle. 

Die Couch sei aber so unbequem, dass Elon Musk manchmal auf dem Boden schlafe.