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90 Millionen Euro. Damit könntest du die Rolling Stones schätzungsweise zwölf Abende hintereinander bei dir zuhause auftreten lassen, 75.000 Mal um die Welt fliegen oder den Fußballverein Eintracht Frankfurt kaufen. Um so viel Geld geht es am Freitag bei der Ziehung des Eurojackpots. Mit der Summe hat er seine gesetzliche Obergrenze erreicht (Frankfurter Rundschau).

Wer fünf aus fünfzig und zwei aus zehn Zahlen in Kombination korrekt tippt, knackt den Jackpot. Die Chance, diese unglaubliche Summe zu gewinnen, ist allerdings verschwindend gering: sie liegt bei etwa 1 zu 95 Millionen (Lottostiftung). Trotzdem spielen viele Menschen erst dann mit, wenn der Höchstgewinn extrem groß ist, sagt Bodo Kemper, Sprecher von Eurojackpot – solche Spieler werden von ihm "Jackpotspieler" genannt.

Wir haben Psychotherapeut Stephan Lermer gefragt, warum Menschen Lotto spielen, obwohl die Gewinnchancen so klein sind. Lermer ist Experte auf dem Gebiet der Glückspsychologie.

Macht es Sinn, bei besonders hohen Jackpots mitzuspielen?

Eigentlich nicht – denn bei einigen Lotterien sorge eine höhere Teilnehmerzahl für eine geringere Gewinnchance für den Einzelnen, beim Eurojackpot werde der Gewinn zwischen allen, die ihn geknackt haben, aufgeteilt. Je mehr Menschen mitspielen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch mehrere gewinnen. "Das ist ein Paradoxon", sagt Lermer.

Warum spielen Menschen dann trotzdem?

Ein Grund ist laut Lermer eine Art von Gruppenzwang: "Dabei-sein-wollen ist oft ausschlaggebend. Gerade in der heutigen Zeit möchten Menschen nichts verpassen."

Außerdem sei Lottospielen ein Event, bei dem nicht nur der Gewinn wichtig ist: "Sie genießen das Prozedere, ganz nach dem Motto: 'Der Weg ist das Ziel'", sagt Lermer. Viele verfolgen die Ziehung mit ihrem Partner, ihrer Familie oder einer Tippgemeinschaft, alle fiebern mit.

"Es kann für Paare abendfüllend sein, sich vorzustellen, was sie mit dem Geld anstellen würden", meint der Experte. Der Traum vom Glück sei tief im Menschen verankert, das "Ich könnte ja" treibe sie an.   

Ist es nicht frustrierend, wenn der Traum nie Wirklichkeit wird? 

"Natürlich ist es frustrierend, wenn man nie gewinnt", sagt Lermer. Doch wenn man ab und zu doch kleinere Summen gewinnt, bleibt man wahrscheinlich dabei und spielt immer wieder. Obwohl man dabei natürlich selten auch nur annähernd die Summe herausbekommt, die man reingesteckt hat. 

(Bild: Giphy)
Warum ist die Lotterie ein so erfolgreiches Glücksspiel?

Bei jeder Art von Spiel geht es seit Jahrtausenden darum, sich zu messen und miteinander in den Wettkampf zu treten. Das gelte auch für die Lotterie, sagt Lermer. Der Unterschied: Die Leistung, die ein Spieler beim Lotto investieren müsse, sei sehr klein, der mögliche Gewinn dagegen sehr groß. Damit hat Lotto die perfekten Voraussetzungen, eine Art "Volksspiel" zu sein – jeder kann mitmachen, besondere Fähigkeiten sind nicht nötig. 

Manche Menschen verlieren beim Lotto viel Geld – wäre es nicht besser, man würde in der Zeit realistische Pläne schmieden?

"Der Mensch ist ein irrationales Wesen, das auch Mal ein Abenteuer sucht", erklärt Lermer. Er verlasse ab und an auch gewohnte Bahnen, um Neues zu entdecken – so auch bei der Lotterie. "Es ist ja so: Jeder Mensch hält sich für einmalig. Er denkt: Eigentlich steht mir das schon zu, dass ich mal vom Glück belohnt werde." Und dann fange er an, irrational zu werden, sagt der Psychologe. "Beim Glücksspiel sage ich dann: 'Ich gebe dem Schicksal mal eine Chance'."

Wann ist der Punkt erreicht, an dem ich den Traum vom Lottogewinn trotzdem aufgeben sollte?

Solange es niemandem schadet, sei beim Lottospielen nichts dabei. "Bedenklich wird es dann, wenn jemand arm ist, aber mit unangemessen hohem Einsatz das Glück erzwingen will", warnt Lermer. 

Das ist ja das Gemeine am Glück: Es trifft einfach nicht immer die, die es verdient haben – egal, wie sehr sie daran glauben.


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5 Gründe, "Maze Runner – Die Auserwählten der Todeszone" im Kino zu gucken

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Das Finale einer Trilogie

Nach dem harten Kampf im Labyrinth ("Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth”) und in der Wüste ("Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste”) folgt nun endlich das Finale, in dem abgerechnet wird. Im dritten Teil der Verfilmung der Jugendbuchreihe von James Dashner geht der Überlebenskampf einer Gruppe von Jugendlichen weiter.

Thomas (Dylan O’Brien) und seine Gefährten wurden von der Forschungsorganisation WCKD gefangen genommen und dienen nun als Testobjekte in einem riesigen Experiment. Nachdem die Menschheit durch einen tödlichen Brandvirus beinahe eliminiert wurde oder zu Zombies mutiert ist, sucht die skrupellose Organisation, geleitet vom brutalen Janson (Aiden Gillen), im Blut der Jugendlichen nach einem Heilmittel gegen die Seuche. 

Thomas und die anderen Auserwählten wollen ihre Freunde gemeinsam mit der Widerstandsbewegung The Right Arm retten und müssen sich dabei natürlich wieder tödlichen Fallen stellen. Stecken hinter den Plänen des unbarmherzigen Janson ehrenvolle Vorhaben, um ein Mittel gegen das Virus zu finden? Außerdem wäre da noch Teresa (Kaya Scodelario), die einst zur Gegenseite übergelaufen ist und ebenfalls Jagd auf ihre ehemaligen Verbündeten macht. Thomas hat auch mit ihr eine offene Rechnung...