Bild: privat / Montage: bento
5 Frauen erzählen, was die Ähnlichkeit mit ihnen macht.

Wir verfluchen sie – um sie gleich im nächsten Moment wieder anzurufen und um ihren Rat zu bitten. Töchter und Mütter haben eine besondere Beziehung zueinander. Weil Mütter sich während der Erziehung ihrer Töchter daran erinnern, wie sie selbst zur Frau geworden sind. Weil Töchter während dieser Zeit zu ihren Müttern aufschauen, sich an ihren Einstellungen orientieren. 

Wie wichtig sind sie sich gegenseitig? Was erleben sie im Laufe ihrer Beziehung, wie verändert sie sich im Alter? Wie sehr wird eine Tochter zu ihrer Mutter, übernimmt ihren Lebensstil? Oder tut sie alles, um ja nicht so zu werden wie sie?

Hier antworten fünf Frauen. Sie zeigen, wie ihre Mütter früher aussehen – und erzählen, welche Gedanken ihnen kommen, wenn sie Fotos von sich und ihrer Mutter früher vergleichen. Was macht die Ähnlichkeit mit ihnen?

Marianna, 26

Wischen, um die Fotos zu sehen.

1/12

Wenn ich mir Fotos wie dieses von meiner Mutter ansehe, finde ich es immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich wir erwachsen geworden sind. Auf dem Foto ist sie 26 Jahre alt – so wie ich heute.

Sie hat damals ein Gesangsstudium in Jerewan, Armenien, gemacht, wo sie auch geboren wurde. Sie stand kurz vor der Hochzeit und lebte – wie es damals so üblich war – noch bei ihren Eltern. Sie und mein Vater kamen erst in den Neunzigerjahren nach Deutschland.

Ich, heute also 26, wohne schon in meiner eigenen Wohnung, versuche, Studium und Arbeit unter einen Hut zu bekommen und ans Heiraten denke ich noch lange nicht. Wenn ich mir das Foto ansehe, frage ich mich aber auch, welche Gedanken ihr damals durch den Kopf gingen. Über ihre Zukunft, über sich selbst, über ihren Job. Und ich glaube, in dieser Hinsicht, sind wir uns trotz der unterschiedlichen Lebensrealitäten sehr ähnlich.

Wenn ich nämlich eines von meiner Mutter übernommen habe, dann ist es der Charakter. Wir ticken gleich. Nach außen hin wirken wir sehr offen und selbstbewusst, aber eigentlich sind wir eher zurückhaltende Menschen. Wir denken beide viel nach, manchmal auch zu viel, stellen uns ständig Fragen. Ob ich mir manchmal wünsche, dass das anders wäre? Klar. Aber andererseits kenne ich mich – und sie – ja gar nicht anders.

Roya, 31 

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Seit ich denken kann, werde ich darauf hingewiesen, dass ich viel Ähnlichkeit mit meiner Mutter habe. Als ich noch zur Schule gegangen bin, dachten alle, meine Mutter sei meine große Schwester. 

Wenn ich diese Fotos betrachte, frage ich mich, ob ich ihr auch im Alter so sehr ähneln werden. Zumindest jetzt erwische ich mich schon immer dabei, dass ich wie meine Mutter spreche, lache, gestikuliere. Ich bin eben ihr Kind. 

Und das bedeutet mir extrem viel: Meine Mutter ist meine engste Vertraute und beste Freundin. Sie gibt mir Halt und Rat, drängt sich aber nicht auf.

Carmen, 29

1/12

Seit ich zwölf war, wurde mir gesagt, dass ich aussehe wie Mama. 

Wenn ich Fotos sehe, auf denen wir uns ähneln, finde ich das lustig – und gleichzeitig beruhigt mich das. Sollte ich in 30 Jahren wirklich aussehen wie sie, ist das für mich in Ordnung.

Als ich noch zuhause wohnte, liehen wir uns gegenseitig Klamotten, ich mag ihren Stil, uns stehen die gleichen Teile. Unfreiwillig übernommen habe ich wohl ihren nervigen Ordnungsfimmel und die Eigenschaft, viel zu nah am Wasser gebaut zu sein.

Die Beziehung zwischen uns ist mittlerweile gut, auch wenn unsere Charaktere trotz des Aussehens gegensätzlich sind. In der Pubertät gab es viel Streit, heute akzeptieren wir uns mehr, haben mehr Abstand zueinander. Sie ist – nicht nur, was Mode oder Styling betrifft – ein Vorbild für mich. 

Rhaksmey, 21 

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Was meine Mutter und ich vor allem gemein haben, ist die Nase. Da ich ihre Nase mag, kann ich damit gut leben.

Meine Mutter ist sehr penibel. In der Pubertät gerieten wir deswegen häufig aneinander. Das heißt, mein Zimmer sollte blitzeblank sein, aber ich war die, die ihre Klamotten durch die Gegend pfefferte. Mittlerweile habe ich es allerdings selbst gern sauber: dreckiges Geschirr ist in meiner WG tabu.

Wenn ich mir vorstelle, was für eine Beziehung ich später mal haben will, kommt mir gleich die von meinen Eltern in den Kopf. Die beiden sind seit bald 25 Jahren verheiratet und gehen immer noch liebevoll miteinander um. Sie verbringen auch nach wie vor gern ihre Zeit gemeinsam, arbeiten zusammen im Garten, pflanzen Blumen.

Meine Eltern arbeiten zwar beide Vollzeit, zuhause leben sie dennoch ein recht klassisches Rollenmodell. Hausfrau zu werden, meinen Mann zu bekochen, kann ich mir für mein Leben nicht vorstellen.

Valentina, 26

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Meine Mutter und ich haben ein enges Verhältnis. Das heißt nicht, dass wir jeden Tag miteinander telefonieren. Wenn ich Stress in der Uni habe oder mich etwas sehr beschäftigt, ist es allerdings meistens sie, die ich anrufe. Sie ist für mich eher wie eine verrückte, aber sehr erfahrene, alte Freundin.

Das war natürlich nicht immer so. In meiner Jugend fand ich meine Mutter nervig. Sie war der Typ Mutter, der mir sagte: Wieso sitzt du hier zuhause rum? Geh mal mit deinen Freunden raus! Gibt's heute keine coole Party? In deinem Alter war ich schon ganz anders drauf!

Alles was ich erlebte, hatte sie schon erlebt – nur viel spannender.

Und dann war da ja noch die Sache mit der Mayonnaise. Als ich 16 war, versicherte sie mir: "Mayonnaise ist ein Zaubermittel für die Haare!"

Sie schmierte mir eine ganze Dose Miracel Whip auf den Kopf. Danach stank mein Haar tagelang – und sie hatte ihren Spaß dran.


Fühlen

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