Wir haben mit jungen Menschen über Einsamkeit gesprochen

"Generation allein: Warum sind junge Menschen so einsam?" (mdr), "Eine ziemlich einsame Generation" (Stuttgarter-Zeitung.de), "Twentysomethings - gemeinsam einsam" (Deutschlandfunk Nova) ­– junge Menschen gelten als besonders einsam. Das sagen auch Studien.

Eine Umfrage hat herausgefunden, dass 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sich manchmal einsam fühlen. 23 Prozent gaben sogar an, häufig einsam zu sein. Keine andere untersuchte Altersgruppe ist so einsam. (Statista)

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft befand in seiner Untersuchung "Einsamkeit in Deutschland", dass das Gefühl von Einsamkeit bei jungen Leuten zugenommen hat (bento).

Diese Studien sollten immer kritisch betrachtet werden. Aber sie geben einen Trend an und prägen das Bild, das in den Medien und der Gesellschaft über unsere Generation herrscht.

Wir sind rausgegangen und haben mit jungen Menschen gesprochen. Wann fühlen sie sich einsam? Warum scheint unsere Generation so allein zu sein? Und haben Soziale Medien vielleicht damit zu tun?

Die Ergebnisse gibt es oben im Video.


Future

Personalsuche extrem: Wenn du hier arbeitest, bekommt dein Partner auch einen Job
Wie Dual Career Services die Arbeitswelt verändern wollen – zumindest für Paare.

Der erste gemeinsame Abend in Deutschland war ein Desaster. Um elf Uhr nachts kamen Gabriele Ciaramella, 34, und Mariagiovanna Schettini, 32, aus Mailand mit ihrem vollgepackten Auto in Konstanz an. Die beiden waren erschöpft von der Fahrt, wollten mit ihrem Umzug einfach nur fertig werden. Sie trugen die ersten Kisten nach oben – und sperrten sich aus Versehen aus. Alle Versuche, wieder in die Wohnung zu kommen, scheiterten. Das Paar musste für eine Nacht ins Hotel ziehen. So erinnert sich Gabriele heute, ein Dreivierteljahr später.

Der 34-Jährige ist Juniorprofessor am Institut für Mathematik der Universität Konstanz. Schon während seiner Studien- und Doktorandenzeit wohnte er in Deutschland, seit zwei Jahren lebt er wieder hier. Gabriele zog zuvor bereits mehrmals ohne Mariagiovanna um. Das sollte sich jetzt ändern. Er schlug seiner Freundin vor, mit ihm nach Konstanz zu ziehen.

Die Italienerin hatte Respekt vor der Jobsuche in einem fremden Land, auch ihr Deutsch war noch schlecht. 

Sie bekam Hilfe: von einem Dual Career Service. Der Dienst unterstützt die Partnerinnen und Partner neu ankommender Wissenschaftler in Deutschland bei der Jobsuche und der Planung ihres Umzugs.

Dabei ist es egal, ob das Paar aus dem Ausland kommt oder innerhalb Deutschlands in eine neue Stadt zieht. Schon bei Gabrieles Vorstellungsgespräch in Konstanz wurde ihm vorgeschlagen, dass er das Angebot für sich und seine Freundin nutzen könnte.