Bild: imago / blickwinkel
Situationen, die keiner erleben will

Als das Telefon im Büro klingelt, nimmt Tom den Hörer ab – wie bei jedem anderen Anruf auch. Nur, dass am anderen Ende kein Kollege zu ihm spricht. Sondern ein Mann, den er am Abend zuvor in seiner Wohnung begrüßt hatte.

Tom hatte seinen Heimtrainer über eBay Kleinanzeigen verkauft. 

Der Mann, dessen Stimme nun am Telefon erklingt, hatte Tom das Gerät abgekauft, so beschreibt Tom es später. 

Tom, 79 Kilogramm, 1,86 Meter groß, hatte sich schon während des Treffens bedrängt gefühlt: Der Mann habe ihm einreden wollen, dass er zu dick, sogar adipös sei, erzählt Tom. Zehn Minuten lang habe Tom ihm erklärt, dass er nicht fettleibig sei, dass man ihm das doch auch ansehen könne.

Der Mann überreichte Tom schließlich das Geld. Tom dachte: "Egal, den seh ich nie wieder."

Doch nun ist dieser Mann am Telefon, und Tom sitzt im Büro. Der Käufer hat Toms Namen gegoogelt, die Nummer seiner Arbeitsstelle herausgefunden und dort angerufen.

Am Telefon sagt er zu Tom: "Sie müssen sich nicht schämen. Viele wollen sich ihre Fettleibigkeit nicht eingestehen." Tom legt auf und blockt den Mann daraufhin bei eBay.

Deine Kleinanzeigen-Geschichte

Du hast auf eBay Kleinanzeigen auch schon einmal etwas ver- oder gekauft und dabei eine abgefahrene Geschichte erlebt? Du ärgerst dich über einen misslungenen Verkauf oder unfreundliche Leute? Dir ist was Schönes widerfahren, du hast dich verliebt?

Schick uns deine Geschichte per E-Mail an fuehlen@bento.de. Deine Daten behandeln wir vertraulich.

Der bento-Redaktion wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche dieser Geschichten per E-Mail zugestellt – nachdem wir in einem Artikel über unfreundliche Käufer bei eBay Kleinanzeigen dazu aufgerufen hatten, dass ihr uns erzählt, was ihr schon Irres erlebt habt auf dem Portal. 

Eure E-Mails zeigen: Diese Plattform steckt voller Geschichten! 

Hier sind die gruseligsten und ekeligsten Storys – ein Rasierer kommt auch vor:
Janna: "Ein Typ holte Gläser ab, die ich eingestellt hatte. Doch als das Geld übergeben war, wollte er nicht gehen! Er saß bei mir auf dem Sessel und ignorierte meine höflichen Hinweise...
... Ich habe dann einfach die Wäsche aufgehängt und andere Hausarbeit erledigt, als ob er gar nicht da wäre. Wenn er was sagte, antwortete ich einfach nicht...
... Irgendwann wollte er meine E-Mail-Adresse haben. Erst, als ich ihm irgendeine Adresse notierte, ging er."
Nina: "Einer Nachbarin war aufgefallen, dass sich eine Käuferin nach dem Besuch bei mir noch lange im Hausflur aufhielt. Anschließend fehlte ein Fahrrad, das nur geklaut sein konnte...
...Wir schrieben die Frau an und drohten mit der Polizei. Am nächsten Tag stand das Fahrrad sonderbarerweise wieder im Flur."
Clara: "Eine Frau wollte meinen ungebrauchten Rasierer kaufen. Sie fragte mich im Wohnungsflur, ob sie ihn bitte ausprobieren dürfe. Dann ging sie hinaus und rasierte sich...
...Als sie wiederkam, war der Rasierer voll mit Haaren. Die Frau gab ihn mir zurück – sie wollte ihn doch nicht kaufen."
Marcel: "Ich war auf der Suche nach einem Sattel für mein Pferd. Die Verkäuferin gab an, in Großbritannien zu wohnen. Ich habe selbst Bekannte dort, deswegen hatte ich irgendwie Vertrauen. Ich überwies 700 Euro...
... und bekam eine Mail mit einer falschen Sendungsnummer. Weder die deutsche noch die britische Polizei konnten helfen. Ich habe seitdem immer wieder nach Sätteln gesucht...
...und mir fiel auf: Viele Verkäufer werben in regelmäßigen Abständen mit den immer gleichen Fotos angeblich gebrauchter Sättel."
Lena: "Eine Frau namens Alexandra wollte meinen Schminkspiegel kaufen. Wir klärten alles per Chat, easy. Doch als es bei mir klingelte, stand plötzlich ein Mann vor der Tür. Er sagte, er heiße Alex...
...und ich habe mich fürchterlich erschrocken! Draußen war es schon dunkel, ich war alleine. Ich habe mich nicht getraut, meine Unsicherheit bezüglich des Namens anzusprechen."
Simon: "Ich wollte Platten kaufen. Die Adresse führte zu einem Hausboot, das völlig verrammelt im Hafen lag. Ich klingelte, rief, klopfte an die Fenster. Nichts...
...Ich fand das gespenstig und kontaktierte den Verkäufer. Doch der meldete sich nie wieder."
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Auf der Seite von eBay Kleinanzeigen gibt das Unternehmen einige Tipps für ein reibungsloses und sicheres Kaufen und Verkaufen. "Vertrauen Sie Ihrem Instinkt", steht dort zum Beispiel. 

"Erfragen und speichern Sie die Adressdaten des Verkäufers. Die Ware sollte grundsätzlich persönlich übergeben werden. Andernfalls haben Sie keine Möglichkeit, sich vorab von der Funktionstüchtigkeit zu überzeugen."

Was aber ist mit denen, die bei genau diesen persönlichen Übergaben dann Probleme bekommen? Was bringt dann der eigene Instinkt?

"Grundsätzlich verweisen wir bei Straftaten oder Betrugsdelikten an die jeweiligen Ermittlungsbehörden", sagt ein Sprecher des Unternehmens zu bento. Zudem gebe es ein Schadensmeldungsformular und eine Sicherheitshotline.

"Wenn ein Nutzer gegen gesetzliche Vorschriften, Rechte Dritter oder die Nutzungsbedingungen verstößt, behalten wir uns vor, seine Inhalte zu löschen, den Nutzer zu verwarnen und ihn vorläufig oder dauerhaft zu sperren", so der Sprecher weiter. 

Wir verwarnen und sperren unsere Nutzer
eBay Kleinanzeigen

Doch im Notfall gilt, das ist sicher: Polizei rufen. Wenn ein Käufer einfach nicht wieder gehen will – oder ein Verkäufer plötzlich aggressiv wird.

Zum Glück können wir aber auch sagen: In all den E-Mails die uns erreichten, habt ihr uns von vielen gruseligen Momenten berichtet. Aber niemandem ist wirklich Schlimmes passiert. Und das bleibt hoffentlich auch so.

Die Namen der Verkäufer und Käufer sind der Redaktion bekannt, wurden aber aus Datenschutzgründen verändert.


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