Warum der Begriff "Downie" gar nicht geht und wie sie dafür kämpft, dass niemand "aussortiert" wird.

Natalie Dedreux, 21, ist Aktivistin. Sie engagiert sich für Menschen mit Behinderung, denn sie findet: Zwar steht in Artikel 3 des Grundgesetzes, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, doch in der Realität gibt es noch immer viele Baustellen.

Natalie wurde mit dem Down-Syndrom geboren und wundert sich oft, warum Menschen von einem "Defekt" oder gar einer "Krankheit" reden. Sie selbst hält ihr Leben für ziemlich cool und lebenswert.

Ungehindert

Ist man behindert oder wird man von der Gesellschaft behindert? In unserer Videoreihe stellen wir junge Menschen vor, die trotz Barrieren ihre eigenen Wege gehen. Jede Folge beleuchtet dabei ein anderes Thema: vom Studium zu Reisen oder Dating. 

Seitdem darüber diskutiert wird, ob der vorgeburtliche Bluttest auf mögliche Gendefekte wie das Down-Syndrom von den Krankenkassen bezahlt wird, hat Natalie Angst. Davor, dass alle Menschen sich gegen ein Kind mit Down-Syndrom entscheiden und es vor der Geburt abtreiben. "Es macht mich traurig, wenn keine Menschen mit Down-Syndrom mehr hier sind", sagt sie.

Deswegen hat sie im März 2019 eine Petition gegen die Kassenzahlung des Tests gestartet. Sie nutzt jede Gelegenheit, um ihre Message zu verbreiten: auf Demos, Podiumsdiskussionen und sogar bei einem Treffen mit Angela Merkel. Ihre Forderung: Inklusion statt Selektion.

Wie Natalie dafür kämpft und warum sie erst mit 33 Jahren heiraten will, erzählt sie oben im Video.


Gerechtigkeit

Die AfD veranstaltet in ihrer Hochburg in Thüringen ein Dankesessen – aber nicht für alle
Woher weiß die Partei, wer sie gewählt hat?

Es ist schön in Paska. Die Gemeinde im thüringischen Saale-Orla-Kreis hat einen Ententeich und einen Spielplatz in der Dorfmitte, eine kleine Kirche und ein Gemeindezentrum. Drum herum stehen alte Vierseithöfe im Fachwerkstil, viele sind aufwendig saniert. Dort wohnen heute keine Bauern mehr, sondern Familien mit Kleinkindern.

Doch etwas stimmt nicht in Paska. 

Bei den letzten Landtagswahlen wurde das 100-Einwohner-Dorf zur Thüringer AfD-Hochburg – nun ist die Dorfgemeinschaft gespalten. 

60 der insgesamt 86 Wahlberichtigten füllten einen Stimmzettel aus – 37 davon gaben ihre Zweitstimme der AfD, also knapp zwei Drittel (Wahlergebnis Thüringen). Die restlichen Stimmen verteilen sich auf zehn weitere Parteien, acht Stimmen für die Linke sind dabei, eine einzige für die Grünen.

Die absoluten Zahlen sind nicht hoch. Doch im Dorf stehen sie für reale Konflikte. Gerade weil es wenige sind, die hier Tür an Tür wohnen, wirkt sich das Ergebnis aus. Es gibt in Paska nun jene, die für die Rechtspopulisten stimmten. Und alle anderen. Und die AfD befeuert die Spaltung.