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"Glaubst du noch an den Weihnachtsmann? Weil mit sieben Jahren ist das an der Grenze, richtig?"

Seien wir mal ehrlich: So richtig schön war Heiligabend noch, als wir an den Weihnachtsmann geglaubt haben. Wenn das Glöckchen läutete, die Tür zum Wohnzimmer aufging und der Baum hell erleuchtet war. Um diesen Traum noch weiter auszuschmücken, gibt es in den USA eine langjährige Tradition: Kinder können bei einer Hotline erfragen, wo sich Santa Claus mit seinem Schlitten gerade aufhält. Blöd nur, wenn am anderen Ende der Leitung der US-Präsident sitzt.

Was ist passiert?

Donald Trump hat an Heiligabend beim traditionellen Weihnachtsmann-Radar Anrufe von Kindern entgegengenommen. Und dabei einem Siebenjährigen erklärt, dass es Santa Claus nicht gibt.

Diesen sogenannten "Santa-Tracker" gibt es bereits seit Jahrzehnten. Kinder wählen die Nummer einer Hotline und erhalten Auskunft über die aktuelle Position des Weihnachtsmanns und seines Schlittens auf der weltweiten Geschenketour. Die Spaß-Aktion wird vom nordamerikanischen Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (NORAD) organisiert. Auch die Präsidentenfamilie hilft traditionell, die Fragen zu beantworten. (USA Today)

Wie soll das Gespräch zwischen Trump und dem Jungen abgelaufen sein?

Trump bezweifelte offenbar die Existenz von Santa Claus. Wie mehrere Nachrichtenagenturen melden, sagte Trump zu dem Jungen namens Coleman:

"Hallo, ist das Coleman? Fröhliche Weihnachten. Wie geht es dir? Wie alt bist du?" Und weiter:"Glaubst du noch an den Weihnachtsmann? Weil mit sieben Jahren ist das an der Grenze, richtig?" 

Die Antwort von Coleman konnte die anwesende Presse nicht hören. 

Trump fing jedenfalls an zu lachen.

Ursprünglich war das mal anders gedacht:

Seit 1955 existiert die Tradition des Santa-Trackers. Damals war in einer Zeitungsanzeige für eine Anrufaktion für Kinder versehentlich eine falsche Telefonnummer angegeben worden: Die Anrufe landeten bei der für die USA und Kanada zuständigen Luftabwehr. 

Doch die Kinder sollten nicht enttäuscht werden. Der damalige Kommandeur wies seine Mitarbeiter an, die angebliche Reise des Weihnachtsmanns auf den Radarschirmen zu verfolgen und die Kinder auf dem Laufenden zu halten.

(Bild: Jacquelyn Martin/AP/dp)

Auch in diesem Jahr wurde an der Aktion festgehalten – obwohl Teile der Regierungsmitarbeiter gar nicht arbeiten können. 

Das Luftverteidigungskommando hatte darauf bestanden, die Tradition auch trotz des sogenannten Shutdown fortzuführen. Dabei handelt es sich um eine Haushaltssperre, weil Demokraten und Republikaner sich nicht auf einen Finanzplan für die Regierung einigen können.

Wegen des Haushaltsstreits hatte Trump seine geplante Reise in seinen Privatclub Mar-a-Lago in Florida verschoben und war am Heiligen Abend im Weißen Haus geblieben. Bevor der Präsident sich gemeinsam mit seiner Frau Melania an die Telefone begab, saß er am 24. Dezember, wie er selbst mitteilte "ganz allein (ich Armer)" im Weißen Haus.

Dort twitterte er und beschwerte sich über den Widerstand der Demokraten gegen den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Dieser Streit hatte zum Shutdown geführt.

Mit Material von dpa


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