Moin, moin!

Wenn du im "Land zwischen den Meeren" lebst, hast du viele Gründe, extrem glücklich zu sein. Du triffst nicht nur auf gelassene Norddeutsche, sondern kannst wunderschöne Natur entdecken und einfach mit einem Bötchen davon schippern. Also, klappt den Kragen hoch und raus in die steife Meeresbrise.

Du würdest das hier jedem Fünf-Sterne-Restaurant vorziehen.
Alle anderen Bundesbürger denken, du hättest einen Friesennerz im Schrank.

Du hast drei.
Aus der Kategorie "Sätze, die du immer wieder hörst":

"Du lebst da, wo andere Urlaub machen."

Und: "Mensch, das Wedder war ja auch ma' besser, nech?"

Das nervt.
Das Wetter aber auch.

Aber irgendwann ist dir das auch egal – vor allem wenn Kieler Woche ist. Einfach durchtanzen.
Wenn du am Strand spielen willst, hast du (zumindest im Westen) alle paar Stunden ein ziemliches Problem:
Wenn du feiern gehst, steht immer dein guter Freund Oldesloer mit auf dem Tisch.
Wenn andere rausgehen, sehen sie Spatzen, Rotkehlchen oder Tauben.

Du siehst organisierte Gangster-Vögel.

Deine Landespolitik ist ein einziger, langanhaltender Skandal.
Bonus dazu:
Du guckst zur Entspannung den Kreuzfahrtschiffen beim Einparken zu.

(Ab Minute 1:24 geht es los!)

Wir sind – fast – die glücklichsten Menschen der Welt:

... aber eben nur fast. Dafür haben wir nette und glückliche Nachbarn.
Deine süddeutschen Freunde fahren im Sommer an den Baggersee.

Du bist in maximal 30 Minuten am Meer.

Wir haben ein besonderes Verhältnis zu unserem Holsteiner Fleckvieh.
Was bitte ist ein Wischmopp? Das hier ist ein Feudel, du Lappen.
(Bild: Frank C. Müller / wikimedia)
Bei uns gibt es die süßesten Raubtiere der Welt.
Wenn jemand behauptet, Hannover sei Norddeutschland:
Es ist doch klar: Wenn man drei Stunden in den Süden fahren muss, kann das nicht mehr im Norden sein. Deshalb lebst DU im "Echten Norden".
Dafür, dass wir im Norden leben, dreht sich unser Sommer immer stark um den Wilden Westen.
Pina Colada? Manhattan? Long Island Ice Tea? Alles Unsinn. Dein Lieblingscocktail kommt in einer Bügelflasche.
Und ja, du genießt immer wieder den Moment, wenn du im Süden jemanden mit "Moin Moin" begrüßt, und dieser dich entgeistert anschaut. #moinface

Nein, liebe Süddeutschen, das heißt nicht "Morgen", sondern "Hallo".

Lass uns Freunde werden!

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Tech

Snapchat Memories ist eine langweilige Scheißidee
Tschüss, Spaß!

Es gibt Snaps, die mich um 6.30 Uhr morgens auf dem Klo zeigen, mit Zahnbürste im Mund und geknülltem Toilettenpapier in der Hand. Ich trage einen Zipper voller Chips-Fettflecken, hauche in die Kamera. Schriftzug: Mundgeruch!

Snaps, die ich irgendwann mal einer Freundin geschickt habe. Morgeeen, wollte ich damals sagen. Und das danach schnell vergessen.

Meine Freundin hat die Snaps empfangen, einen Lach-Brüll-Emoji zurückgeschickt, dann war der Moment verpufft. Wie charmant: Videos, die das Grauen des Morgens angemessen zusammenfassen – und danach allerhöchstens auf dem eigenen Telefon weiterleben, außerhalb dessen jedoch verschwinden.