Damit Frauen endlich mehr über Pornos sprechen

Nackte Haut, rote Lippen, ein Penis, Szenen aus Pornos, fein säuberlich auf Stoff gestickt – das sind die Werke der Künstlerin Bho Roosterman.

Seit Roosterman vor knapp anderthalb Jahren mit dem Verkauf ihrer kleinen Kunstwerke begann, hat sie schon zwei Helferinnen eingestellt. Die Nachfrage ist groß, die Kundinnen stehen Schlange. Zwischen 60 und 200 Euro bekommt sie dafür, je nach Größe des Bildes.

Seit die Geschäfte so gut laufen, hat Bho Roosterman einen Traum: Sie will Pornografie salonfähig machen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

"Manchmal stelle ich mir vor, dass ich meine Stickereien immer weiter vergrößere und irgendwann riesige Porno-Stickereien verkaufe. Und die hängen sich dann Frauen voller Stolz an die Wand über ihre Couch."

Noch ist sie davon allerdings weit entfernt. Denn das Thema ist vor allem für viele Frauen noch immer mit Scham besetzt.

Viele meiner Kundinnen haben Angst, sich meine Kunst zu Hause an die Wand zu hängen. Das finde ich schade.
Bho Roosterman
Immer wieder habe sie Kundinnen, die sich gerne eine Stickerei von einem "Penis-Lolli mit goldenem Sperma" aufhängen würden – und sich am Ende doch nicht trauen. "Sie haben Angst vor den Reaktionen von Freunden und Familie und entscheiden sich dann lieber für das Mädchen im Stringtanga."


Hier gibt es mehr Bilder von Bho Roosterman:

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Das gleiche Phänomen erlebt die Künstlerin auch auf Instagram: Nachdem sie ein Foto einer Stickerei mit einer Vagina und einem Dildo postete, verlor sie zahlreiche Follower, auch ein Penis, aus dem Sperma tropft, kam nicht gut an.

"Wenn ich hingegen eine Stickerei von zwei Frauen poste, die sich küssen oder ihre Brüste oder Hintern zeigen, dann gewinne ich Follower dazu", sagt Roosterman.

Nackte Haut ist also in Ordnung, aber Sex ist den Leuten unangenehm?

"Ich glaube, die Leute sind an das Bild einer nackten Frau einfach gewöhnt. Das kennen wir aus  Werbung, Kunst und Fernsehen", vermutet sie. Einen Hintern habe auch jeder, egal ob Mann oder Frau, der Anblick sein weniger befremdlich. 


Dass Männer Pornos gucken, sei außerdem gesellschaftlich akzeptiert, sagt die Künstlerin. "Frauen tun das auch, aber darüber redet niemand. Selbst mit der besten Freundin reden Frauen nicht darüber".

Frauen und Pornos

Eine Umfrage unter 24.000 Nutzerinnen des Portals "PornHub"zeigte: 

  • 63 Prozent der befragten Frauen schauen mehrmals die Woche Pornos
  • 18 Prozent sogar täglich 
  • 9 Prozent mehrmals am Tag
  • 54 Prozent der Befragten reden nicht mit ihren Freundinnen und Freunden über ihren Pornokonsum 
  • 51 Prozent wäre es sogar peinlich, wenn andere davon wüssten

Achtung: Diese Zahlen sind nicht repräsentativ, da die Umfrage nur bei Frauen durchgeführt wurde, die ohnehin Pornos konsumieren. Das zeigt sich schon am Alter: 76 Prozent der befragten Frauen waren unter 34 Jahren alt.

Für Roosterman selbst ist Pornografie dagegen eine Inspirationsquelle - und das nicht nur für die Kunst. 


Dabei kann ich mich entspannen. Für mich ist das Porno-Gucken eine sinnliche Erfahrung und eine Inspiration für mein eigenes Sexleben
Bho Roosterman

Auch ihre Motive holt sich Roostermann von Pornoseiten im Internet. "Ich kann wirklich nicht gut zeichnen. Also mache ich einen Screenshot von einem Porno und zeichne dieses Bild ab. Dann übertrage ich es auf den Stoff und habe damit die Grundlage für meine Stickerei", sagt Roostermann. 


Viele von Roostermans Stickereien zeigen weibliche Körper in expliziten Posen mit entblößten Brüsten, vor oder während sexuellen Handlungen. Macht sie den weiblichen Körper mit ihrer Kunst nicht zum reinen Sex-Objekt?

Ja, sagt die Künstlerin. Bei ihrer Kunst ginge es aber eben nunmal darum, Sexualität zu feiern. "Ich sticke ja auch Penisse und Paare beim Sex. Es geht also nicht nur um den weiblichen Körper." 

Mit ihrer Arbeit wolle sie weder die Objektivierung von weiblichen noch männlichen Körpern propagieren, sagt Roosterman. 

Ich möchte Sex propagieren!
Bho Roosterman

Mehr Fotos von Bho Roostermans Porno-Stickereien findest du auf ihrem Instagram-Account



Streaming

Der neue "Phantastische Tierwesen 2"-Trailer ist da und diese bekannte Figur aus "Harry Potter" ist dabei
Wir haben den neuen Trailer

Der letzte Trailer zu "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" ist online und er verspricht vor allem eins: Unheil. Aber nicht nur das.

Neben den Protagonisten des ersten Teils sind auch bekannte Figuren aus dem "Harry Potter"-Universum zu sehen, wie Albus Dumbledore (Jude Law), der aber schon in den vorherigen Trailern zu sehen war.

Doch nun wurde noch eine bekannte Figur vorgestellt. Fans haben bereits mit Spannung gewartet, denn J. K. Rowling, die Autorin der "Harry Potter"- und "Phantastische Tierwesen"-Bücher, hatte bereits angekündigt, dass im Trailer eine bekannte Figur vorkommen soll.