Viva la Vulva!

Die Hälfte der Weltbevölkerung hat sie: eine Vagina. Aber gesprochen wird über das weibliche Geschlechtsorgan nur wenig. Deswegen haben die norwegische Bloggerinnen Ellen Støkken Dahl und Nina Brochmann nun ein Sachbuch geschrieben: "Viva la Vagina! – Alles über das weibliche Geschlechtsteil". 

Die beiden finden nämlich:

Wir reden einfach zu wenig über Vaginas. Und wenn wir es tun, dann oft mit einem verschämten Grinsen.

In ihrem Buch und auf ihrem Blog "Underlivet" wollen sie daher mit Mythen rund um die Vagina aufräumen.

Hier sind 12 Fakten über Vaginas, die du vielleicht noch nicht kanntest:

1.

In die "Scheide" wird ein Schwert gesteckt.

Das Wort "Scheide" ist aus einer männlichen Perspektive heraus entstanden. Der Dank geht an den italienischen Anatom und Chirurgen Matteo Realdo Colombo. Er hat um 1549 das Wort "Vagina" in die Medizin eingeführt.

Colombo begründete seine Wahl in der Abhandlung "De Re Anatomica" mit der Beschreibung des weiblichen Sexualsorgans als "desjenigen Teils, in den der Spieß eingeführt wird wie in eine Scheide". "Vagina" ist mittellateinisch und wird mit "Scheide" übersetzt, eben im Sinne von Behälter für eine Klinge.

2.

Der G-Punkt wurde von einem Mann erfunden.

Auch der weibliche G-Punkt wurde von einem Mann so benannt. G? Ja, er heißt Ernst Gräfenberg. Aber ob es den G-Punkt tatsächlich gibt, ist bis heute nicht bewiesen.

3.

Die Klitoris ist die Eichel.

Anatomisch ist die Klitoris eine verkleinerte Version der männlichen Eichel. Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche haben männliche und weibliche Embryonen denselben Genitalbereich: einen Mini-Penis oder eine Giga-Klitoris, genannt "Genitalhöcker". Er kann sich zu beidem entwickeln. Der ganze Penis ist eine verwachsene Klitoris mit eingebauter Harnröhre, wenn man so will.

4.

Die Klitoris ist 50 Mal sensibler als die Eichel.

Die Nerven-Enden sind auf einer kleineren Fläche konzentriert. Die Größe der Klitoris kann sich bei sexueller Erregung übrigens verdoppeln. 

(Bild: Unsplash/Rodolfo Sanches Carvalho)

5.

Frauen haben im Schlaf gleich viele Erektionen wie Männer.

Ergibt ja auch Sinn, wenn die Eichel und die Klitoris das gleiche Teil sind. Eine Studie hat ergeben, dass Frauen acht Mal pro Nacht eine Erektion haben, über zusammengenommen einer Stunde und zwanzig Minuten.

6.

Das Hymen ist das weibliche Pendant zur männlichen Brustwarze.

Hymen ist ein anderes Wort für Jungfernhäutchen, nur neutral. Anatomisch gesehen ist es ein Überbleibsel auf dem Embryonal-Stadium, wie die männliche Brustwarze auch. 

Nach der Pubertät sieht das Hymen bei jeder Frau anders aus. Die Wenigsten haben eines, das die ganze Scheidenwand bedeckt. Wenn es reißt, muss es auch nicht unbedingt bluten. Und das Reißen muss auch nichts mit Sex zu tun haben. Es kann zum Beispiel auch während des Sports reißen.

7.

Die Naht am Hodensack sind zwei verwachsene Schamlippen.

Ist halt so. Am Anfang sind wir alle gleich, und irgendwann entscheiden dann die Chromosomen, die die Entwicklung des Embryos vorgeben. Dann wachsen die Hautlappen, die bei einem Mädchen zu Schamlippen geworden wären, bei Jungs zusammen, um den Hodensack zu formen.

1/12

8.

Frauen scheiden am Tag bis zu einen ganzen Teelöffel Ausfluss aus.

Das ist normal. Bei Schwangeren und hormonell Verhütenden kann es sogar mehr sein.

9.

Eine Vagina kann nicht "ausleiern".

... weil sie ein kräftiger Muskelschlauch ist. Man kann sie trainieren wie jeden anderen Muskel auch. Geht zum Beispiel mit Liebesperlen.

(Bild: MOQQA)

10.

Im Schnitt dauert der weibliche Orgasmus 17 Sekunden.

Dann kann die Frau nicht mit einem Eber mithalten. Der hat bis zu 20 Minuten das Vergnügen. Bei Männern dauert der Orgasmus übrigens zwischen drei und acht Sekunden. Jede dritte Frau erlebt Orgasmen übrigens auch im Schlaf.

11.

Spritzorgasmen waren schon in der Antike bekannt.

Seit über 2000 Jahren werden sie in der Literatur beschrieben. Wie das "Squirten" genau funktioniert, ist noch immer ein Rätsel. Jedenfalls soll das Sekret zum Großteil aus Urin bestehen.

12.

Gleichzeitig kommen macht schwanger.

Das ist natürlich ein Scherz. Dachte man aber echt mal, und zwar vor der Epoche der Aufklärung. Man ging davon aus, dass die Frau auf jeden Fall einen Orgasmus braucht, um befruchtet zu werden. Für noch höhere Chancen sollte das Paar am besten gleichzeitig zum Höhepunkt kommen.


Gerechtigkeit

Warum muss jemand erst ein Kind retten, um Teil der Gesellschaft sein zu dürfen?
Der Spiderman von Paris musste sich erst als würdig erweisen.

Man kriegt Gänsehaut, wenn man das verwackelte Video des 22-jährigen Mamoudou Gassama sieht, der über mehrere Balkone bis in den vierten Stock eines Hochhauses klettert, um einen vierjährigen Jungen zu retten. (bento)