"Nee, den Film kann ich echt nicht gucken, der macht mich depressiv." 

"Bei dem Lied werde ich immer total depressiv." 

"Wenn ich noch länger Hausarbeit schreibe, ich kriege Depressionen."

Solche Sätze fallen ständig. Und solche Sätze sind Quatsch. 

Eigentlich wissen wir das alle: Ein Film kann so bedrückend sein, dass man ihn kaum aushalten kann und ein Lied so rührend, dass man danach vielleicht in Tränen ausbricht,  aber das sind keine Depressionen. Und wir sollten endlich aufhören, es so zu nennen. 

Denn Tränen nach einem Liebeslied haben so viel mit Depressionen zu tun, wie ein Schnupfen mit einem Hirntumor. Und diesen Vergleich meine ich vollkommen ernst.

Menschen, die unter Depressionen leiden, haben phasenweise keinen Spaß am Leben. Die Welt kommt ihnen dann vor wie eine dunkle, graue Höhle. Sie empfinden keine Freude, vielen Menschen fällt es schwer, überhaupt irgendetwas zu spüren. In besonders schweren Fällen schaffen Betroffene es ist kaum noch aus dem Bett, geschweige denn unter die Dusche. Das ist nicht einfach nur ein Gefühl, das man nach einem Film oder einem Lied hat. 

Der Fotograf Matteo Rigosa zeigt, wie sich Depressionen anfühlen (hier erfährst du mehr über ihn):
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Das Problem ist: Wir machen es den Betroffenen noch schwerer, wenn wir das Wort für ihre Krankheit einfach anders benutzen. Wie soll eine Depression ernst genommen werden, wenn es so wirkt, als wäre jeder "mal ein bisschen depressiv"

Wenn wir so sprechen, als wäre eine Depression so etwas wie schlechte Laune, die man abschütteln kann, verwischen wir die Grenzen zwischen Alltäglichem und Außergewöhnlichem. Dann denkt man leicht "das Gefühl kenne ich" – und gibt dann so wertvolle Ratschläge wie "Reiß dich einfach zusammen" oder "Du musst mal wieder unter Leute". So etwas würde niemand bei einer ernsthaften, anerkannten Krankheit wagen. 

Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland haben eine depressive Störung. Von 100 erkrankten Menschen nehmen aber nur 35 auch professionelle Hilfe in Anspruch. Es geht also darum, es allen Betroffenen so leicht wie möglich zu machen, über ihre Krankheit zu sprechen. Sie ernst zu nehmen. Ihnen zuzuhören und ihnen zu glauben. 

Depressionen haben verschiedene Ursachen. Manchmal führen genetische Faktoren und damit einhergehende hormonelle Veränderungen zu einer Erkrankung. In anderen Fällen kann ein traumatisches Erlebnis auch der Auslöser für eine Depression sein. 

Aber was einfach nicht dazu gehört: ein trauriger Film.


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In Sachen Küchenausstattung freut sich jeder über gute Qualität – die hält länger, und macht gerade beim regelmäßigen Kochen einfach mehr Spaß.  

Für einiges auf unserer Liste legt ihr daher vielleicht lieber im Freundeskreis zusammen. Das wird sich auch für euch lohnen! Denn beim nächsten Netflix-Abend dürft ihr euch dann den Bauch mit selbstgemachten Pizzen, handgemachtem Sushi oder Cocktails nach Art des Hauses vollschlagen.