"Ich will nicht nur ficken. Ehrlich!" Mit dem Super-Like können Tinder-Nutzer nun zeigen, dass sie echt interessiert sind. Dem Unternehmen geht es aber wohl um etwas ganz anderes.
Für Romantiker ist Tinder oft eine einzige Enttäuschung: Die mühsam ausgewählten Matches antworten oft gar nicht, vielleicht waren sie auch nie interessiert: Viele nutzen die App mit dem "Tinder-Daumen", der alle Profile reflexhaft nach rechts wischt und erst aus den Matches dann die besten auswählt.
Jetzt soll alles anders werden, Tinder ist bereit für die wahre Liebe: Seit heute können deutsche Nutzer den Super-Like nutzen: Mit dem blauen Stern im Tinder-Menü kann man zeigen, dass man wirklich, ehrlich, gan sicher interessiert ist.
Einmal pro Tag kann man den Super-Like drücken. Ist man mit der Person gematcht, sieht sie, dass man sie "superlieb" hat. Gerade in den langen Match-Listen von Tinder-Dauernutzern soll man mit dem Stern herausstechen.
Angeblich lernt man durch die neue Funktion mehr Leute kennen, die man tatsächlich toll findet. Sagt zumindest Tinder-Chef Sean Rad zu TechCrunch. Tests des neuen Features in Australien würden zeigen, dass:
  • Nutzer des Super-Likes eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit für ein Match haben,
  • Konversationen, die mit einem Super-Like beginnen, im Durchschnitt 70 Prozent länger dauern als die nach einem einfachen Match.

Wird Tinder zur App für lange, sehnsuchtsvolle Chats? Wird das Unternehmen aus Los Angeles, aus dem die einzige weibliche Mitgründerin Whitney Wolfe angeblich mit sexistischen Kommentaren rausgemobbt wurde, am Ende sogar noch zum Tummelplatz für romantische Seelen?

Das dürfte kaum die einzige Motivation der Tinder-Gründer sein. Ebenso dürfte es um Geld gehen. Nutzer des kostenpflichtigen "Tinder Plus" können für ihre zehn Euro im Monat nämlich bis zu fünf Super-Likes täglich verschicken — ein bisschen viel Liebe für einen Tag.