Erst waren sie nur Nachbarn

Hast du ein Taschentuch? Ja? Gut, denn du wirst es brauchen.

Jetzt kommt eine von diesen Geschichten, die es meistens nur in Filmen gibt. Die man sich im wahren Leben wünscht, aber nicht oft erlebt. Die Beziehung von Chris und Norma ist eines dieser seltenen Beispiele.

Der 31-jährige Schauspieler Chris Salvatore zog vor vier Jahren in einen Apartmentkomplex in West Hollywood. Immer, wenn er auf seinen Balkon trat oder die außengelegene Treppe zu seiner Wohnung hinauf ging, grüßte ihn seine Nachbarin Norma aus ihrem Küchenfenster. Irgendwann entschied Chris, die 85-Jährige zu besuchen. Er wollte alles über sie und ihr Leben wissen, erzählt er in einem Beitrag des Lokalfernsehens (CBS).

Chris ist der Enkel, den ich nie hatte.
Norma
Vier Jahre später können sich die beiden ein Leben ohne einander nicht mehr vorstellen.

Die beiden wurden schnell Freunde, verbrachten viel Zeit miteinander, tranken Champagner (Norma liebt Champagner), veranstalteten Dinner-Partys. In Chris' Videos mit dem Hashtag #myfriendnorma beurteilt sie mal seine Frisur, hat gemischte Gefühle über ein von ihm gesungenes Lied und gibt auf trockene Art Dating-Tipps: "Such dir einen älteren Mann, die haben Geld."

Well...she would know...87 years of wisdom #norma

Posted by Chris Salvatore on Sonntag, 7. Dezember 2014
Zehntausende schauen sich die Videos an, sind gerührt von dieser besonderen Beziehung.

Und die wurde immer enger. "Chris ist der Enkel, den ich nie hatte", sagt Norma in einem der Videos und schaut zu ihm hinüber. "I love you", sagt er und gibt ihr ein Küsschen auf die Stirn.

Norma Love

Saturdays with my neighbor Norma <3

Posted by Chris Salvatore on Samstag, 8. August 2015
Doch Norma ist krank. Sehr krank.

Am schlimmsten ist die Leukämie. Aus Arztterminen werden Krankenhausaufenthalte. Im Oktober 2016 dann die Diagnose: Die alte Dame kann sich nicht mehr selbst versorgen, braucht 24-Stunden-Pflege. Allerdings hat sie keine Familienmitglieder, die sie unterstützen können. Sie soll in ein staatliches Pflegeheim verlegt werden, für etwas anderes reichen ihre Rente und die sozialen Leistungen nicht aus. Das bedeutet: unterfinanziertes Heim, weder besonders sauber noch angenehm. Für Norma eine furchtbare Vorstellung.

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Chris kann das nicht mit ansehen und trifft eine Entscheidung: Er wird sich um sie zu kümmern. Bis zum Ende. "Sie will einfach nur in Frieden sterben. Zuhause. Bei ihrer Katze", sagt Chris in einem der Videos und kämpft gegen die Tränen.

Sie weint vor Angst, in ein staatliches Pflegeheim gebracht zu werden, wo sie darauf warten muss, ohne jegliche Würde zu sterben.
Chris

Mit einem emotionalen Spendenaufruf (GoFundMe) sammelt er Geld für die Vollzeitpflege im eigenen Zuhause:

Die Reaktionen sind überwältigend. Innerhalb weniger Tage spenden die Menschen schon so viel Geld, dass die Versorgung gesichert ist. Inzwischen – zwei Monate später – hat die Spendensumme mehr als 65.000 US-Dollar erreicht!

Anfang Dezember dann die gute Nachricht: Norma darf das Krankenhaus verlassen. Da sie nicht mehr allein wohnen kann, bereitet Chris eines seiner eigenen Zimmer vor und lässt sie bei sich einziehen. "Sie hat ihr eigenes, wunderschönes Zimmer mit Bad – und sie liebt es", schreibt Chris auf der Crowdfunding-Seite. Mit dem Spendengeld bezahlt er nun Normas Pflegekräfte und Rechnungen.

Norma beweist allen das Gegenteil!
Chris

In der ungewöhnlichen WG läuft es richtig gut. Chris arbeitet so viel es geht von zu Hause und kümmert sich um seine "adoptierte Großmutter". Ärzte hatten zuvor zu ihm gesagt, Norma habe nicht mehr lange zu leben. Doch der alten Dame geht es viel besser! "Ich bin so glücklich, dass Norma allen das Gegenteil beweist", schreibt Chris.


Today

Tag 7: Trumps Chefstratege fordert Medien auf, ihren Mund zu halten

Der Chefstratege des US-Präsidenten hat die Bedeutung von Pressefreiheit nicht verstanden. In einem Interview mit der "New York Times" machte Stephen Bannon seine Vorstellung über die Rolle der Medien deutlich:

"Ihr seid die Opposition", sagte Bannon. "Nicht die demokratische Partei. Ihr seid die Opposition. Die Medien sind die Oppositionspartei."