Ein neues Buch ist wie ein neues Leben!

Mit den ersten Frühlingstagen ist es wie mit Büchern: Sie können uns motivieren, inspirieren, ans Großreinemachen erinnern. Die ersten Sonnenstrahlen im Jahr lassen die Menschen wach werden, es zieht sie raus – in die Welt, die der Winter hinterlassen hat. Zeit für Sport? Zeit für eine Renovierung? Eine Totalveränderung? 

Hier erzählen fünf bento-Redakteure, welche Bücher sie motiviert haben. Die Rezensionen zeigen: Es geht nicht immer darum, große Aufgaben anzugehen, um neue Energie zu bekommen – manchmal reichen ein paar beflügelnde Gedanken, und man sieht den eigenen Alltag in einem neuen Licht.

(Bild: Hachette Book Group)

Worum es geht: Du bist gestresst davon, es allen immer Recht zu machen, anstatt es dir selbst recht zu machen? Du hast zu wenig Zeit für dich und bist unzufrieden mit deinem Leben? Hör auf, etwas darauf zu geben, was andere denken oder wollen. 

Das Buch kämpft dafür, genau diese Einstellung in seinem Leser hervorzurufen.

Worum es wirklich geht: Wie man damit aufhört, Zeit, die man nicht hat, für Dinge zu verschwenden, die man nicht machen will, mit Menschen, die man nicht mag. Das Buch zeigt an konkreten Beispielen auf, wie man auch mal Nein sagen kann, um auf eine positive Weise Ich-bezogener zu werden.

Was sich veränderte, als ich das Buch durch hatte: Ich habe es endlich geschafft, unnötige oder selbst auferlegte Verpflichtungen und Regeln loszuwerden und Dinge auch einfach mal abzusagen oder lockerer zu sehen. Ich habe zum Beispiel damit aufgehört, alle zwei Tage zum Kaffeetrinken in den Schwarzwald fahren, wo meine Eltern leben, weil die sich das wünschten. Ich bin jetzt immer noch regelmäßig und gerne zu Hause – aber nicht mehr so oft.

Seit dem Lesen hetze nicht mehr von einem Termin zum nächsten und mache nicht mehr alles dafür, dass mich jeder mag. Ich bin ehrlicher geworden – zu meinen Mitmenschen, aber vor allem zu mir selbst.

Marc: "We should all be feminists"– von Chimamanda Adichie Ngozi

(Bild: Fourth Estate)

Worum es geht: Um Feminismus im 21. Jahrhundert und wieso er uns alle angeht. Das Buch basiert auf einem TED-Talk, den die nigerianische Schriftstellerin Ngozi bereits 2012 gehalten hat. Die Rede wurde gefeiert, Ngozi baute sie aus und machte ein kurzes, elektrisierendes Buch daraus.

Worum es wirklich geht: Um die Frage, warum Feminismus immer noch ein Kampfbegriff ist und nicht längst ein Ideal, auf das sich alle einigen können. Entsprechend geht es auch nicht um Frauen gegen Männer, sondern um Frauen UND Männer. Und wie sich beide voranbringen können.

Was sich veränderte, als ich das Buch durch hatte: Ngozi haut keine Belehrungen raus oder kommt mit Das-muss-so-Sätzen. Stattdessen schildert sie Anekdoten aus ihrer Jugend und Alltagsmomente aus dem Miteinander der Geschlechter. Sie schreibt: "Wenn man etwas immer wieder so macht, wird es irgendwann normal." In ihrer Klasse wurden immer wieder Jungs als Klassensprecher ernannt, sie dachte also, Mädchen hätten gar nicht das Zeug zur Sprecherin.

Durch solche Szenen kommt eine oft anstrengende Debatte plötzlich nahbar daher. Mehrmals hatte ich beim Lesen kleine Aha-Momente. Und dachte mir, Veränderung fängt im Kleinen an. Fängt bei mir an. Das heißt, weniger dazwischen quatschen, wenn andere reden. Und Typen immer wieder Kontra geben, die Frauen immer noch für das schwache Geschlecht halten.

Käthe: "Alles auf Anfang" – von Manuel Möglich

(Bild: Rowohlt)

Worum es geht: Der Journalist Manuel Möglich besucht Mönche im Benediktinerkloster, Umweltaktivisten im Hambacher Forst, Bewohner einer urchristlichen Gemeinschaft in der Toskana oder Hippies im Freistaat Christiana in Kopenhagen. Er will wissen, ob die Visionäre wirklich etwas bewegen. Warum sie ihr Leben völlig umgekrempelt haben und was wir uns für unseren Alltag abgucken können.

Worum es wirklich geht: Möglich will uns ermutigen, mehr zu wagen und unsere Freiheit, die wir in Demokratien haben, zu nutzen.

Was sich veränderte, als ich das Buch durch hatte: Möglich schreibt: "Wir sollten nicht länger darauf warten, dass uns Politiker, Lehrer, Therapeuten oder sonst irgendjemand Lösungen für unsere drängendsten Probleme servieren."

Und genauso ist es: Weniger nörgeln, mehr anpacken. Vielleicht scheitert man, vielleicht macht es uns aber auch zu einem glücklicheren Menschen. Diesen Monat werde ich zum ersten Mal meine Kollegin begleiten, die regelmäßig eine Familie im Flüchtlingsheim unterstützt. Es ist keine Revolution, aber ein Anfang.

Inken: "The Happiness of Pursuit" – von Chris Guillebeau 

(Bild: Harmony)

Worum es geht: Chris Guillebeau beschreibt, wie eine selbst gestellte Aufgabe das Leben bereichert und neben Beruf, Familie und Alltag Glück ins Leben bringt. Diese Aufgabe definiert der Autor genau: Er erklärt, welche Ziele man sich selbst stecken kann und welche Opfer man dafür bringen muss. Guillebeau zeigt anhand einiger Beispiele, wie Menschen, die sich sogenannte "Quests" selbst gestellt haben, sie erfüllt haben.

Worum es wirklich geht: Mich hat berührt, wie unterschiedlich die verschiedenen Aufgaben waren, die die Leute, über die berichtet wird, sich selbst gestellt haben. Es ging zum Beispiel um eine Frau, die als Kind viel reiste und heute kaum noch Zeit dafür hat. Um sich das erfüllende Gefühl von früher zurückzuholen, nahm sie sich vor, an bestimmten Tagen Gerichte aus anderen Ländern zu kochen. 

Dass man sich im Alltag selbst an die letzte Stelle setzt, passiert wohl oft, ohne dass man es bemerkt. Wie diese Leute mit kleinen Veränderungen ihr Leben bereichert haben, hat mich inspiriert.

Was sich veränderte, als ich das Buch durch hatte: Ich dachte an die Dinge, die ich mir lange vorgenommen, aber immer beiseite geschoben hatte. Ich überlegte: Wie kann ich angehen, was ich schon immer mal machen wollte?

Seit 2012 helfe ich einer Organisation in Uganda, die sich dafür einsetzt, dass die Menschen dort lernen, ihre Probleme zu kommunizieren und selbstständig lösen zu können. Wir leisten quasi Wissensvermittlung zur Selbsthilfe. Ich bin schon mehrmals in Uganda gewesen, das war natürlich sehr aufwendig – jetzt sehe ich, wie ich meine Aufgabe auch von Deutschland aus im Alltag erfüllen kann.

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Simon: "Das größere Wunder" – von Thomas Glavinic

(Bild: Hanser)

Worum es geht: Jonas ist ein Abenteurer, der bei der Familie seines besten Freundes aufwächst. Er reist viel, und während er den Mount Everest besteigt, nimmt uns Thomas Glavinic immer weiter mit in seine Vergangenheit. Es geht um Freundschaft, Liebe, Sex, Angst, Wut und tiefe Trauer. Jonas hat viel erlebt, was wir vielleicht auch schon erlebt haben – gerade das lässt die fiktive Geschichte nah kommen.

Worum es wirklich geht: "Das größere Wunder" machte mich so betroffen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ich habe geweint, gelacht und vor Spannung sogar einmal in die Seiten gebissen. Denn wie ein guter Psychologe konfrontierten sie mich, während sie von einem anderen Leben erzählten, mit meinem eigenen. Wer bin ich? Wo will ich hin? Und was ist der Sinn meines Seins? Glavinic hilft, die Antwort zu finden.

Was sich veränderte, als ich das Buch durch hatte: Okay, das klingt jetzt kitschig, aber Sätze wie "Das eigene Leben liegt nur in einer, nämlich in meiner Hand!" sind mir nach dem Lesen des Buches immer wieder durch den Kopf gegangen. Jonas ist ein Querdenker, das hat mich fasziniert. Seit ich mit dem Buch fertig bin, denke ich oft: Was würde Jonas tun? Sein Mut macht dann auch mich mutiger und lässt mich selbstbewusstere Entscheidungen treffen.

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Tech

Twitter ist offline – was ist passiert?
#TwitterDown

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"Etwas ist aus technischen Gründen schiefgelaufen."

Auf der offiziellen Webseite für Statusmeldungen zeigt Twitter keine technischen Probleme an. 

Die Nutzer auf "Allestörungen.de" diskutieren bereits über mögliche Gründe: