Bild: NBC

Es soll noch Männer geben, die ihre Männlichkeit davon abhängig machen, dass Frauen zu ihnen aufschauen. Doch dann gibt es auch Männer, die es gelernt haben, mit sich selbst zufrieden zu sein – ohne andere herabzuwürdigen. 

Das sind häufig jene Männer, die in enger Freundschaft zu anderen Männern leben – also in einer "Bromance" – und so gelernt haben, Gefühle besser zuzulassen. 

Das behaupten jetzt Forscher, die Männer zu ihren Bromance-Beziehungen in einer neuen Untersuchung befragt haben. 

Was wurde genau erforscht?

  • Die Studie wurde von Stefan Robinson, Eric Anderson und Adam White von der University of Winchester durchgeführt.
  • Die Wissenschaftler haben mit 30 jungen heterosexuellen Männern über ihre Beziehungen zu anderen Männern gesprochen.
  • Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Men and Masculinities" veröffentlicht.

Was kam heraus?

  • Die Männer in "Bromanzen" berichten von einer großen emotionalen Stabilität und Nähe, die ihnen die Freundschaft bringt. Sie sei ähnlich erfüllend wie die Beziehung zur Freundin. Manche gaben sogar an, dass die Männer-Beziehung entspannter sei.
  • 29 der 30 Interviewten gaben an, schon einmal mit ihrem Kumpel gekuschelt zu haben, viele sogar regelmäßig. Einer sagte: 
Ich glaube, viele Typen in einer Bromance kuscheln. Das ist nichts sexuelles sondern zeigt einfach, dass dir der andere wichtig ist.
Das mache die Männer vor allem im Umgang mit Homosexuellen entspannter, sagt Studienleiter Robinson. 

Die Bromance-Männer "akzeptieren schwule Freunde sehr viel besser und zeigen mehr körperlich fühlbares und emotionales Verhalten". Eine Gefahr bestünde allerdings im Umgang mit Frauen: Bei engen Bromanzen könne die Frau zur Gegnerin in einer Art "Wir gegen sie" werden. Dann entstehe neuer Sexismus.

Wie ist die Studie zu verstehen?

  • Es wurde nur eine kleine Gruppe befragt, repräsentativ ist sie also nicht.
  • Außerdem fehlt eine Langzeitbeobachtung, geben die Autoren zu. Um Bromanzen besser zu erforschen, braucht es also mehr Zeit zur Beobachtung.

Historisch habe es enge Männerfreundschaften schon immer gegeben. Erst in den 70ern und 80ern sei das Verhalten "abtrainiert" worden – durch sehr viel härtere männliche Stereotypen, zum Beispiel die der klassischen Ein-Mann-Armee im Actionkino (denk an "Rambo" oder "True Lies").


Gerechtigkeit

Trotz Trudeau: Kanadische Provinz beschließt Burkaverbot
Die Kanadier rüsten sich schon mal zum Protest.

In mehreren europäischen Ländern gibt es mittlerweile mehrere Verhüllungsverbote, nun erstmals auch in Nordamerika. Die kanadische Provinz Quebec hat ein Gesetz beschlossen, dass Gesichtsschleier im öffentlichen Dienst verbietet. 

Das Gesetz Nr. 62 soll sich nicht speziell gegen Muslime richten, ist aber de facto genau das: ein Niqab- oder Burkaverbot. (Quartz)

  • Es gilt ab sofort für alle, die in Quebec im Staatsdienst arbeiten, also zum Beispiel Lehrer, Ärzte oder Busfahrer. 
  • Es gilt aber auch für jeden, der Staatsdienste in Anspruch nehmen will, also auch für Schüler und jeden, der mit dem Bus fahren will.