Die Lippen sind leicht geöffnet und schimmern hellrot, die Augen sind stark geschminkt, die Arme bedecken die Brüste. Und da ist ein Bauch – an dem kein Gramm Fett zu viel hängt.

So präsentiert sich Mel B, Ex-Spice-Girl und Mutter, auf einem aktuellen Instagram-Bild, das eine hitzige Diskussion unter Nutzern ausgelöst hat. Unter dem Foto, das – zumindest für mich – einen Körper ohne Fehler zeigt, steht: "Als Frau akzeptiere ich meine Mängel. Ladys, wir müssen die Haut lieben, in der wir stecken."

Für ihre Freizügigkeit bekommt Mel B 17.000 Likes. Und viel Kritik: Ihre Fans und Follower sind nicht damit einverstanden, dass Mel B einen perfekten Körper zur Schau stellt und gleichzeitig von Mängeln spricht.

Mel B auf Instagram – so präsentiert sich das Ex-Spice-Girl:
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Der Shitstorm ist berechtigt. Denn: Welche Mängel sollen denn da zu sehen sein, Mel B? Welche Stelle deiner aalglatten Haut, deines durchtrainierten Bauches, deines Apfel-Pos, ist denn fehlerhaft?

Mit dem Nacktbild wolle sie anderen Frauen Mut machen, schreibt die 41 Jahre alte Britin, die heute unter anderem mit Fitness-DVDs Geld verdient, in denen sie anderen Frauen erklärt, wie das mit dem perfekten Beach-Body so funktioniert.

Auf Instagram präsentiert sich das Ex-Spice mit durchtrainiertem Körper.

Dass Promi-Frauen ihre Körper inszenieren und sich selbst auf Facebook und Instagram feiern, ist nicht neu. Dass sie so tun, als seien sie Teil einer Bewegung, die sich für natürliche Schönheit mit echten Macken einsetzt, allerdings schon.

Bei der Body-Positivity-Bewegung, die vor allem auf Instagram stattfindet, geht es eigentlich darum, unrealistische Schönheitsideale zu entlarven, sie zu kritisieren. Keine Frau sieht aus wie die Werbegesichter der großen Kosmetik-Konzerne, niemand hat einen Körper ohne Falten, Dellen oder Dehnungsstreifen.

Mel B hat das, so sieht es aus, nicht kapiert – stattdessen schleicht sie sich in eine Bewegung hinein, zu der sie nicht gehört. Ein Geltungsdrang, der nervt.


Was schön wäre, ehrlich schön – und sympathisch: ein Bild von Mels schiefen Zahn, vom Sonnenbrand aus dem Urlaub, von zerzausten Haaren, von einer Haut ohne Make-up. Ihren 778.000 Followern würde sie damit zeigen, dass sie zu ihnen gehört, eine Frau ist wie jede andere.

Dass sowas möglich ist, zeigt Lena Dunham schon längst. Sie lässt sich regelmäßig in Unterwäsche und mit Speckrolle am Bauch ablichten.

Das britische Plus-Size-Model Iskrar Lawrence zog sich kürzlich in einer New Yorker U-Bahn aus, um zu zeigen, wie ein unretuschierter Körper aussieht. Wie menschlich. Wie nahbar.

Und Mel B?

Statt sich ernsthaft mit den Stellen ihres Körpers auseinanderzusetzen, die ihr vielleicht weniger gefallen, legt sie den nächsten Filter auf. Und vergisst dabei: Narzissmus hat mit Nächstenliebe nichts zu tun.

So geht "Body Positivity":


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