Was ist an der Geschichte dran?

In Russland spielen Jugendliche angeblich ein gruseliges Netzspiel: die "Blue Whale"-Challenge. Das Ziel der Challenge ist es, sich innerhalb von 50 Tagen mit immer neuen Aufgaben an seine eigenen seelischen und körperlichen Grenzen zu bringen. Am Ende steht der Selbstmord.

Die russische Regierung spricht von mittlerweile 90 Toten, einige Medien sogar von bis zu 130 Jugendlichen, die sich inspiriert von der "Blue Whale"-Challenge das Leben genommen haben sollen. (MDR)

Auch in baltischen Staaten wie Lettland soll sich das Spiel verbreiten. (Spoki

Was ist dran?

Die 50 Aufgaben sind mal harmlos, mal gewalttätig. Unter anderem sollen sich die Spieler nachts um 4.20 Uhr auf ein Hausdach stellen oder sich die Form eines Wales in den Unterarm ritzen.

Gibt es die Selbstmorde wirklich?

Die Meldungen sind authentisch, hier ist unter anderem ein Artikel der "Nowaja Gazeta" auf Russisch. Die Zeitung beschreibt eine Häufung von Suiziden bei Jugendlicher zwischen November 2015 und April 2016. Seither geistert die "Blue Whale"-Meldung durchs Netz. Angeblich sollen ukrainische Programmierer dahinterstecken – um Russland zu schwächen.

Ob die Suizide aber auf eine Challenge zurückgehen, ist umstritten: 

  • "Radio Free Europe" kritisiert, dass "Nowaja Gazeta" vorschnelle Schlüsse ziehe – und die Politik zum Alarmismus gezwungen habe. Einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen den Selbstmorden und einem Online-Spiel gebe es nicht.
  • Die russische Plattform "Meduza" meint, die Zusammenhänge seien falsch gesetzt. Nicht das Spiel treibe Jugendliche in den Selbstmord, sondern selbstmordgefährdete Jugendliche wenden sich dem Spiel zu.
Gibt es das Spiel überhaupt?

Selbst das ist umstritten. Was es gibt, sind Chat-Verläufe, die russische Medien dokumentiert haben, die meisten im russischen Facebook-Pendant VKontakte. Darin schreibt der Spieler mit einem Unbekannten, der ihn zu Taten animiert. Ein klassisches Spiel, das man sich als App installiert, gibt es hingegen nicht.

Im Netz verbreiten Jugendliche, die sich mit der Challenge beschäftigen, Inhalte unter den russischen Hashtags zu "Blue Whale""Weck mich um 4:20 Uhr" oder auch "F58":

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Warum heißt es eigentlich "Blue Whale"?

Wale sollen angeblich gezielt Selbstmord begehen. Zumindest schwimmen immer wieder völlig gesunde Tiere an den Strand und damit in den sicheren Tod. Forscher sind sich allerdings uneinig, ob dahinter ein geplanter Selbstmord steht – oder andere Ursachen für eine fehlerhafte Orientierung der Tiere sorgen.

Suizid - Hilfe in scheinbar ausweglosen Lebenslagen

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Rede mit anderen Menschen darüber. Per Chat, Telefon, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Hier findest du - auch anonyme - Hilfsangebote in scheinbar ausweglosen Lebenslagen.

Wer steckt hinter der Challenge?

Die Hintermänner sind nicht genau identifiziert. Russische Behörden haben Ende 2016 einen 21-Jährigen verhaftet, der die meisten Chats initiiert haben soll. Mehrere russische Medien hatten ihn interviewt, es soll sich um einen unsicheren jungen Mann handeln. Er selbst hat zugegeben, 17 Jugendliche in den Tod getrieben zu haben. (MDR)

Hier kannst du mehr über das Thema bei SPIEGEL TV erfahren:


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