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Sie weiß, dass du Brokkoli nicht leiden kannst, wann dein Vater Geburtstag feiert und in wen du mit 13 heimlich verknallt warst – deine beste Freundin kennt dich besser als du dich selbst.

Mit niemandem hast du so viel erlebt, niemandem so viel erzählt. Und über niemanden ärgerst du dich so sehr wie über sie. Aber das ist egal. Du kannst ihr einfach nicht lange böse sein. Sie darf Dinge tun, bei denen du andere schon längst aus deinem Leben geworfen hättest.

Hier erzählen Frauen, was sie ihren besten Freundinnen schon verziehen haben:

(Die Antworten sind anonymisiert, schließlich soll die Freundschaft noch lange halten.)

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Sie hätte mal fast meine Wohnung abgefackelt
anonym

"Ich war ein paar Tage nicht in der Stadt und bat K., in dieser Zeit in meiner Wohnung zu schlafen und meinen Labrador zu füttern. Nach einer langen Partynacht schleppte K. einen Typen ab und beide vergnügten sich in meinem Bett – was ja noch okay war.

Allerdings warf sie vorher gefrorenes Fleisch in einen Topf und drehte die Herdplatte voll auf. Der Hund musste ja noch gefüttert werden. Im Rausch konnte sie sich aber nicht mehr daran erinnern und schlief ein. Eine halbe Stunde später war die Bude komplett verqualmt und der Hund außer sich.

Alle drei verbrachten die restliche Nacht bei Freunden. Zum Glück musste die Feuerwehr nicht anrücken, aber es dauerte Wochen, bis meine Wohnung nicht mehr nach Rauch stank."

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Sie ließ mich mitten in der Nacht in der Kälte stehen
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"Die Eltern von S. haben ein Haus in den Schweizer Bergen, mitten im Wald. Wir wollten ein Winter-Wochenende dort verbringen und S. brachte ihren neuen Freund mit. Abends gingen wir zu dritt auf eine Party ein paar Dörfer weiter. Um zwei war ihr Freund bereits so betrunken, dass S. in zurück zur Hütte bringen musste. Ich wollte noch ein bisschen tanzen.

Der Deal: Ich komme mit der letzten Bahn und rufe an, wenn sie mir die Tür öffnen soll. Als ich allerdings an der Haltestelle ankam, konnte ich mich nicht mehr an den Weg zur Hütte erinnern. Es war stockduster, eisig kalt und S. ging einfach nicht ans Handy, auch nicht bei den nächsten 35 Versuchen.

Mir blieb nichts anderes übrig, als zurück ins Dorf zu laufen und die Nacht in einem sündhaft teurem Hotel zu verbringen. Ich fror und heulte und wollte nie wieder mit ihr reden. Die geplante Silvesterfeier habe ich auch abgesagt. Aber so richtig lange konnte ich ihr natürlich nicht böse sein."

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Sie färbte meine Haare Orange
anonym

"Wir standen gerade am Bahnhof, als mich meine beste Freundin J. fragte: "Was hälst du davon, wenn wir deine blonden Haare mal braun tönen?". Meine erste Reaktion: Auf gar keinen Fall!

Hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört. Da J. aber sehr überzeugend sein kann – "voll schön mit blauen Augen"..."und dazu goldener Schmuck"..."Vertrau mir!" – stand ich kurze Zeit später mit Farbe in den Haaren im Badezimmer.

Kastanienbraun solle es werden, versprach die Packung. Ein Irrtum. Was am Ende der Einwirkzeit auf meinen Haaren klebte, war kein glänzendes Braun, sondern giftiges Orange, fleckig noch dazu. Auch eine zweite Packung Tönung änderte nichts am Resultat.

Und das Schlimmste: Die fiese Farbe war nach zwölf Haarwäschen immer noch da. Ich musste meine Haare für sehr viel Geld zurück färben. Erst dann konnte ich meine Freundin wieder anschauen, ohne aggressiv zu werden."

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Sie lädt betrunken andere Menschen zu unserem gemeinsamen Urlaub ein
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"Ich hasse Silvester leidenschaftlich. Meine beste Freundin L. zum Glück auch. Darum haben wir in diesem Jahr beschlossen, uns zu zweit auf einer Hütte in Österreich zu betrinken. Nur wir beide, Berge, Schnee und Schnaps.

Doch dann wurde mir eröffnet: Wir bekommen Besuch! Von einer Person, die ich nicht sonderlich mag. Wie das passieren konnte? Ein paar Drinks zu viel, ein gutes Gespräch und eine unüberlegte Einladung. "Vielleicht hat sie das ja wieder vergessen", sagte L. am nächsten Morgen, ein wenig schuldbewusst.

Vergessen hat sie nichts, dafür aber bereits das Geld überwiesen. Wir werden also Neujahr definitiv zu dritt verbringen – und ich möchte L. gerne an den Haaren ziehen. Auf der anderen Seite: Ich hasse Silvester ja sowieso."


Gerechtigkeit

Erloschener Traum: Wie Tunesien zum Hotspot für junge Islamisten wurde

In ihrem Land wächst etwas Dunkles heran, das wurde den tunesischen Behörden früh bewusst. Bereits im Dezember 2012 rief die tunesische Armee die "Operation Chambi" aus – eine Militäroffensive gegen Islamisten im Land. Sie dauert bis heute an, Dutzende Dschihadisten und Elite-Soldaten wurden getötet (Jeune Afrique I).

Benannt ist der Militäreinsatz nach dem Djebel Chambi, einem gewaltigen Bergmassiv an der Grenze zu Algerien im Westen des Landes. Islamistische Gruppen verschanzen sich in seinen Schluchten und agieren über die Grenze hinweg. Mit dem Schmuggel von Öl und Drogen verdienen sie Geld, mit Anschlägen werben sie für ihre Sache.

Denn die tunesischen Islamisten wollen attraktiv sein – für eine von der Revolution enttäuschte Jugend im Land. Einer dieser Enttäuschten: Anis Amri, der verdächtigt wird, den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz verübt zu haben.