Also haben wir echte Brandenburger gefragt, was sie von der Kampagne halten.

In Brandenburg ist alles ein bisschen einfacher. Und das ist auch gut so. 

Das ist in etwa die Botschaft einer neuen Werbekampagne für das Land Brandenburg. Unter dem Slogan "Es kann so einfach sein" soll Brandenburg einerseits als Urlaubsland empfohlen werden und andererseits Arbeiter anlocken, die lieber auf dem entspannten Land als in der nervigen Großstadt wohnen wollen.

Der Claim: "Wenn alles zu voll, zu eng, zu kompliziert und zu anstrengend scheint, wird es Zeit für mehr einfach."

Bereits jetzt gibt es erste Bilder auf einer Homepage und einen kurzen Werbeclip. Ab Mai läuft die Kampagne richtig an. 

Das ist das Teaservideo – es zeigt graue Berlin-Szenen, dann irgendwann erlösende Bilder von ruhigen Seen im Abendlicht:

Hinter dem Werbekonzept stecken Berliner Hipster – nämlich die bekannte Werbeagentur Scholz & Friends. 

Und direkt gab es Kritik an ihrer Arbeit: Hatten sie einfach Sehnsucht nach einer Auszeit? Oder stellt man sich in Berlin so das "einfache" Landleben vor? Und wieso kann Brandenburg nur schön sein, wenn man vorher Berlin schlecht macht? Von der WC Ente gar nicht erst zu sprechen:

Aber ist alles wirklich so schlimm? Oder so schön? Was sagen echte Brandenburger über die Kampagne? 

Wir haben welche gefragt:

Manja, 31, Eisenhüttenstadt

(Bild: privat)

Mein erster Eindruck vom Film ist ehrlich gesagt etwas zwiegespalten: Ich finde, die Werbung ist weder gelungen noch daneben. Einerseits find ich es mutig, weil versucht wird, mit der "Einfachheit" ein Statement zu setzen. Andererseits find ich "einfach" nicht ganz passend oder aussagekräftig genug. Denn Brandenburg ist viel mehr als das! 

Brandenburg ist nicht nur ein Stück Wiese.

Ich hoffe, es werden noch mehr Clips kommen, die also mehr als nur "einfach" zeigen. Vorstellen kann ich mir, dass in Zukunft mehr die besonderen Seiten von unserem schönen Bundesland hervorgehoben werden. 

Brandenburg ist nicht nur ein See oder ein Stück Wiese. Es ist die Vielfalt von Allem; unbeschreiblich schöne Landschaften, unvergessliche Geschichte und eine breite Kulturlandschaft. Diese Vielfalt macht das eigentliche Image von Brandenburg aus und so sollte es meiner Meinung nach auch kommuniziert werden.

Johannes, 29, aus Eggersdorf

Wäre schön, wenn in Brandenburg alles so "einfach" wäre. Mein Eggersdorf liegt im Speckgürtel von Berlin, viele bezeichnen die Gegend als "grüne Lunge" der Hauptstadt. Allerdings ziehen immer mehr hier her – seitdem laufen die Kettensägen. Bäume werden gefällt, damit alle ihr Eigenheim im Grünen bauen können, übrig bleibt in letzter Konsequenz eine Steppe aus Einfamilienhäusern. 

Hier werden ab 18 Uhr die Bordsteine hochgeklappt

Auch ein Problem: Im Werbespot werden Handwerker gezeigt. Aber tatsächlich gibt es vor allem Pendler. Von einer eigenständigen innovativen aufbruchsorientierten Wirtschaft kann meines Erachtens nicht gesprochen werden. 

In Eggersdorf gib es eine Dorfhymne: "Das ist mein Dorf, wo jeder jeden kennt und auch der Gartenzaun nicht Mensch vom Menschen trennt." Der Zuzug und das Pendeln macht es jedoch mehr und mehr möglich, im Dorf eine ähnliche Anonymität wie in der Stadt herzustellen. Anders gesagt, wer nur zum Schlafen nach Hause kommt, hat wenig Zeit eine vertrauensvoll Nachbarschaftsgemeinschaft aufzubauen. Hier werden deshalb die Bordsteine ab 18 Uhr hochgeklappt.

Martin, 34, Schönfließ

(Bild: privat)

Brandenburg hängt in Sachen Werbung Lichtjahre zurück. Dass wir jetzt diese Kampagne haben, finde ich richtig gut. Endlich sprechen sie auch mal in Berlin über uns!

Viele meiner Freunde kommen zurück, sie schätzen die Gelassenheit hier.

Den Slogan halten viele für beliebig, ich finde ihn aber richtig gut. Es geht um Einfachheit – und wenn etwas einfach ist, muss das ja nichts Schlechtes sein. Bisher war Brandenburg immer so nichtsagend. Jetzt gibt es eine klare Botschaft: Hier kannst du zur Ruhe kommen.

Genau das merken gerade auch meine Freunde, die weggezogen waren, nach Berlin oder in den Westen. Jetzt kommen viele zurück, sie schätzen die Gelassenheit hier. Das beste daran: Sie bringen ihr Know-How aus den Großstädten mit. Und das bringt dann auch Brandenburg voran.


Trip

Auf dieser Luxusinsel sind Männer verboten
Die Gründerin will ein Paradies für Frauen schaffen.

Kristina Roth hat einen Traum: Sie will ein Urlaubsparadies nur für Frauen schaffen. Die Unternehmerin kaufte sich daher eine kleine Insel in Finnland und nennt sie seither "SuperShe Island". 

Auf der Luxusinsel werden Wellness-Massagen, Yoga und Kochkurse geboten. Bis zu zehn Frauen können gleichzeitig auf der knapp 34.000 Quadratmeter großen Insel Urlaub machen. (SuperShe Island)

Ab diesem Sommer sollen die ersten "Superfrauen" auf der männerfreien Luxusinsel übernachten können.