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Wenn jemand private Bilder verschickt, dann sind sie meist, Überraschung, privat. Die wenigsten fühlen sich wohl bei dem Gedanken, dass ein anderer oder eine andere sie sehen könnte. Wenn sich trotzdem jemand Zugang zu diesen Bilder verschafft und sie gegen einen verwendet, dann ist das eine abstoßende Tat. 

Eigentlich ist es eindeutig, wer hier Opfer und wer Täter ist. Trotzdem haben es bisher viele Menschen schwer, unbeschadet aus Erpressungsfällen zu kommen, in denen Nacktbilder gegen sie verwendet werden. Vor allem, wenn sie Frauen sind.

Frauen werden deutlich häufiger als Männer auf ihre Sexualität reduziert, gelten als "Schlampen", wenn sie diese ausleben. 

Kursiert das Nacktfoto eines Mädchens in ihrer Schulklasse, ist sie abgestempelt. Lädt jemand Bilder der Brüste einer prominenten Frau ins Netz, entsteht in den Klatschmedien um sie ein "Skandal".

Am Ende steht meist nicht der eklige Mensch im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, der die Bilder verbreitet hat, sondern ausgerechnet die Person muss Spott und Ansehensverlust über sich ergehen lassen, die überhaupt nichts falsch gemacht hat.

Ein aktuelles Beispiel zeigt, dass das auch anders geht.

Die US-amerikanische Schauspielerin Bella Thorne wurde am vergangenen Wochenende mit Nacktbildern erpresst und hat darauf reagiert, indem sie die Fotos einfach selbst veröffentlichte. 

Thorne schrieb auf Twitter: "In den vergangenen 24 Stunden wurde ich mit meinen eigenen Nacktfotos bedroht. Ich fühle mich eklig, ich fühle mich beobachtet, ich fühle mich, als habe jemand mir etwas genommen, das nur für mich und eine spezielle Person bestimmt war." 

„Hier sind die Fotos, mit denen er mich bedroht hat. In anderen Worten: Hier sind meine Brüste.“
Bella Thorne

Ihr Handy sei gehackt worden und ein Mann habe ihr daraufhin Fotos und Videos von ihren nackten Brüsten geschickt, um sie damit zu erpressen. 

Die 21-Jährige schrieb, sie habe zunächst nur noch geweint. Doch nun, nach dem Posting, fühle sie sich wieder stark – sie habe sich ihre Macht zurückgeholt. In ihrem Leben sei sie schon oft genug von einem Mann ausgenutzt worden, damit sei nun Schluss. "Du kannst mein Leben nicht kontrollieren – niemals", schreibt Thorne, die gerade ein Buch über ihre Erlebnisse mit sexuellem Missbrauch und daraus resultierendem Selbsthass veröffentlicht hat.

Dass Bella Thorne offenbar das Gefühl hat, so offensiv mit der Erpressung umgehen zu können, macht Hoffnung, dass sich die Gesellschaft allmählich wandeln könnte.

Weg von einem Umfeld, das Frauen für ihre Sexualität verurteilt; hin zu einem Umfeld, das Frauen in ihrer Selbstbestimmung unterstützt und nicht sie, sondern die Täter abstraft; und hin zu einem Umfeld, in dem es nicht mehr der Karriere einer Frau schadet, selbstbestimmt ihre Sexualität zu leben.

Denn Thorne hat in einer Zeit nach #MeToo offenbar keine Angst davor, dass die Bilder ihrer Karriere schaden. 

Warum auch? Warum sollten sexuelle Privatfotos jemals einen Eklat provozieren können? 

Natürlich, der Diebstahl der Bilder und die Erpressung sind schrecklich. Jeder sollte über die eigene Privatsphäre bestimmen dürfen. Doch die Existenz der Fotos ist doch keine große Sache.

Also: Verurteilen wir die Täter und let's move on. Es sind schließlich nur Nippel.


Grün

Beim Klimaschutz müssen alle Parteien "Verbotsparteien" werden
Und die Grünen sollten sich endlich mit der Wirtschaft anfreunden – um die Welt zu retten.

Beim Klimaschutz gibt es – glaubt man der CSU – aktuell nur zwei Möglichkeiten: Alles verbieten! Oder: Jemanden eine innovative Lösung finden lassen und derweil weiter Spaß haben!

So suggeriert es zumindest ein Tweet, den die CSU im Bundestag am Wochenende geteilt hat. Darin wirft sie den Grünen vor, nur in Verboten und Bevormundungen zu denken. So wuppe man aber den Klimaschutz nicht, sondern durch "Anreize":