Wie schnell kann alles kaputt gehen, was man liebt?

Sekunden dauert es für die Menschen, die im Clip einer Kampagne des US-Telefonkonzerns "AT&T" zu sehen sind. Das schockierende Video erzählt eine Geschichte, in die jeder von uns verwickelt sein könnte.

Ein Auto, ein Smartphone, ein Moment der Unachtsamkeit: die Utensilien einer Horror-Geschichte, mit der der Konzern an die Gefahren von Handys am Steuer erinnern will.

Das haben schon viele Kampagnen vorher versucht – doch gerade weil sich das Unheil in dieser Geschichte auf eindrucksvolle und gleichzeitig unangenehme Weise langsam entwickelt, kann man die Augen hier kaum von den Bildern lassen.

Es schmerzt beim Zusehen – so grauenvoll ist die Geschichte im Spot:
Noch ist alles gut: Ein Vater bringt seine Tochter und ihre Freundinnen im Auto zur Schule. Doch etwas stimmt nicht an diesem Tag...
Die Frau des Mannes sucht zu Hause im Garten nach Muffin, dem Hund, der offenbar entlaufen ist. Immer wieder kontaktiert sie ihren Mann im Auto auf dem Smartphone.
"Schatz, der Hund ist weg. Wo könnte der denn sein? Ich geh mal suchen. Wenn das die Kleine erfährt..."
Der Vater liefert die Mädchen an der Schule ab. Gute Stimmung – alles in Ordnung. Noch.
Der Vater tritt die Rückfahrt an.
Auf einmal spricht ein kleiner Junge zu ihm, der auf der Rückbank sitzt. Kann eigentlich nicht sein – denn an der Schule sind alle Kinder ausgestiegen.
Die beiden unterhalten sich kurz, obwohl der Vater irritiert wirkt vom sonderbaren Besuch im Auto. Wieder klingelt das Smartphone. "Geh ruhig ran", sagt der Junge. "Lass dich nicht stören, ich bin gar nicht hier."
Und dann greift der Mann zum Smartphone.
Nur für wenige Sekunden wendet er den Blick von der Straße ab – dann:
"Ich bin hier", hört man die Stimme des Jungen sagen. Und man sieht ihn: auf der Straße, er spielt Fußball. Der Mann schreckt vom Smartphone hoch – und hat den Jungen schon erfasst.
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Furchtbar ist, dass der Familienvater zu Beginn der Geschichte alles richtig macht: Er ignoriert die Nachrichten seiner Frau, fährt sogar kurz an den Straßenrand, um mit ihr zu telefonieren. Doch am Ende kann er die Hände doch nicht vom ewig blinkenden Telefon lassen.

Die Geschichte in voller Länge:
Und die Botschaft der Geschichte? Sie ist so einfach: "Es kann warten."


Gerechtigkeit

Ihre Tochter wurde erschossen – jetzt spricht diese Mutter mit Amok-Drohern
Sie ist ihre Strafe.

Wenn Gisela Mayer vor den Jugendlichen sitzt, zeigt sie ihnen meist ein Foto. Darauf zu sehen ist ihre Tochter, Nina. Eine hübsche, lachende, junge Frau. Gisela Mayer, 58, erzählt, dass Nina Referendarin war, Deutsch, Kunst und evangelische Theologie unterrichtete, es immer ihr Traum war, Lehrerin zu werden.

Und dass Nina, das Mädchen auf dem Bild, am 11. März 2009 auf dem Gang der Albertville-Realschule in Winnenden dem ehemaligen Schüler Tim K. gegenüberstand, der eine Pistole vom Typ Beretta 92 auf sie richtete, und der 24-Jährigen aus einer Entfernung von fünf Metern in die Brust schoss. Dass er weitere Male auf Nina schoss, als sie schon am Boden lag. Insgesamt fünf Mal.