In Folge 6 unserer Videoreihe "Ungehindert" erklärt Juelz, wie sich ihre Spätdiagnose auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt hat.

Juelz Zenner, 29, wusste lange nicht, was mit ihr los war. Ihr Leben lang hatte sie mit Depressionen zu kämpfen. Die früheste depressive Episode, an die sich Juelz erinnern kann, hatte sie mit siebzehn. Zwar absolvierte sie in den darauffolgenden Jahren mehrere Therpaieformen, gänzlich helfen konnten diese nicht. "Es fehlte immer das letzte Puzzle-Stück.", sagt Juelz heute.

Ungehindert

Ist man behindert oder wird man von der Gesellschaft behindert? In unserer Videoreihe stellen wir junge Menschen vor, die trotz Barrieren ihre eigenen Wege gehen. Jede Folge beleuchtet dabei ein anderes Thema: vom Studium zu Reisen oder Dating. 

Als ihr Ex-Partner sie auf einen Artikel über eine autistische Person aufmerksam machte und sie daraufhin intensiver zum Thema Autismus recherchierte, erkannte sie sich selbst darin wieder - und war zum ersten Mal in ihrem Leben erleichtert.

Auf welche Hürden Juelz gestoßen ist, warum der Tag der Diagnose sich für sie wie ein Geburtstag angefühlt hat und was sie sich für autistische Menschen wünscht, siehst du im Video oben.


Gerechtigkeit

Wie Telemedizin die Gesundheitsversorgung von trans Menschen verbessern kann
In vielen Regionen Deutschlands finden trans Menschen keine Behandlungsmöglichkeiten oder medizinisches Personal, das Erfahrung mit trans Personen hat.

Die Zeit vor und während seiner Transition, also seiner Geschlechtsangleichung, ist Julian, 26, noch genau in Erinnerung. Er ist trans und lebt in Schweinfurt, einer Stadt bei Unterfranken in Bayern. Zwar liegt die Transition bereits knapp neun Jahre zurück, aber die Zeit war besonders belastend – neben Coming-Out und Job war er jede Woche in ganz Deutschland unterwegs. In Schweinfurt gibt es nämlich keine medizinische Einrichtung, die ihn währenddessen begleiten oder in der er geschlechtsangleichende Operationen durchführen lassen konnte.  

"Ich war während meiner Transition für ein zehnminütiges Vorgespräch fünf Stunden unterwegs", erzählt Julian. Das Vorgespräch war für eine geschlechtsangleichende Operation, der Arzt hatte seinen Sitz in München: "Er nahm sich nur kurz Zeit und seine Operationsmethode überzeugte mich nicht", sagt Julian. Das konnte er vorher nicht ahnen, 200 Euro und viel Zeit kostete ihn der kurze Termin dennoch. Die Krankenkasse übernimmt zwar die geschlechtsangleichenden Behandlungen, Zugtickets für die Vorgespräche dagegen nicht.