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Und warum die alten Rollenbilder längst überholt sind

Mädchen können gut in Fußball sein, Jungs dürfen auch mal weinen. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, passt in das Rollenbild vieler Gesellschaften noch nicht hinein. Oft werden Mädchen und Jungs schon in Kindergarten und Grundschule an eine Rosa-Blau-Welt gewöhnt.

Australien will nun dagegen mit einem neuen Lehrplan ankämpfen. In einem groß angelegten Schulprogramm werden ab sofort bereits Grundschulkinder über das Miteinander zwischen Frauen und Männern aufgeklärt. Das Programm heißt "Respectful Relationships" und wird von der Grundschule bis zur Oberstufe unterrichtet.

Darin sollen Themen wie die soziale Ungleichheit zwischen Mann und Frau, aber auch sexuelle Orientierung und Pornografie besprochen werden. Australien will damit vor allem alltägliche Gewalt gegen Frauen bekämpfen und bei Kindern einen respektvolleren Umgang in späteren Beziehungen fördern.

Die wichtigste Botschaft des Programms dabei: Sei, wie du willst.
  • In der Grundschule soll es vor allem darum gehen, klassische Konzepte zu hinterfragen. Mädchen können "Ärzte werden und stark sein", Jungs können "einfühlsam sein und als Krankenschwester arbeiten" steht im Programm.
  • In höheren Klassen werden Fragen zur sexuellen Identität erörtert, Transsexualität und Cisgender erklärt.

Gefördert wird "Respectful Relationships" mit umgerechnet 15 Millionen Euro. Eine Testphase lief bereits in Schulen in Victoria, jetzt soll das Programm in den kommenden zwei Jahren an allen staatlichen Schulen installiert werden. (Victoria State Gov)

Nicht alle mögen das neue Schulprogramm.

Kritiker wie der Gesundheitsforscher Jeremy Sammut fürchten eine "vom Steuerzahler finanzierte Indoktrinierung". Die Grundaussage des Lehrprogrammes sei, "dass alle Männer von Natur aus latente Vergewaltiger sind", sagte Sammut der Zeitung "The Australian". "So eine Idee kann nur weltfremden Feministinnen gefallen."

Die Regierung hält dagegen. "Es ist bemerkenswert, dass auch nur irgendwer auf die Idee kommen könnte, Kindern Respekt beizubringen, sei etwas Schlechtes", antwortete Victorias Erziehungsminister James Merino auf die Anschuldigungen ("The Telegraph").

Eine andere Stadt in Australien kämpft derweil gegen Pornografie:

Lass uns Freunde werden!


Gerechtigkeit

Hier kann man sehen, welche Diktatoren gerade nach Europa kommen
Ein Twitter-Bot meldet Landeanflüge von Diktatoren-Privatjets auf Genf.

Die Schweiz hat ein sehr strenges Bankgeheimnis. Kunden, die hier Geld anlegen, wollen oft unerkannt bleiben. Das gilt für Manager und Fußball-Funktionäre, aber auch für Diktatoren.

Der Schweizer Journalist François Pilet und sein Cousin Julien Pilet wollen darauf aufmerksam machen. Auf Twitter haben sie den Bot @GVA Dictator Alert eingerichtet, der An- und Abflüge von Privatjets am Flughafen Genf meldet.

Das sind die Tweets zum Durchklicken: