Forscher haben da einige Tipps

Mit dem Glück ist es ja immer so eine Sache: Für den einen sind es die ersten Sonnenstrahlen auf der winterfahlen Haut oder die Spontanität einer wilden Partynacht, für den anderen die Schneeflocken im Haar, der Filmabend mit einem lieben Menschen – oder alleine.

Der Begriff allein ist schwammig, das Gefühl meistens flüchtig und was genau uns in einem Moment oder im Leben generell glücklich macht, hängt von unserer Persönlichkeit und der Situation ab, in der wir uns befinden.

Die meiste Zeit unseres Lebens aber, das können wir wohl einvernehmlich festhalten, verbringen wir mit Arbeit. Abschaffen können wir sie eher nicht – wenn wir aber wüssten, was uns auf der Arbeit glücklich macht – dann wüssten wir auch, was uns im Leben generell etwas zufriedener stimmt, oder?

Wie Arbeit sein muss, damit wir uns wohlfühlen – haben zwei Wissenschaftler der "London School of Economics" erforscht. Als Grundalge haben die Forscher Daten der Gallup-Umfrage genommen, die seit 2006 jährlich Menschen aus 150 verschiedenen Ländern repräsentativ zu unterschiedlichen Themen befragt.

Also, kann Arbeit uns glücklich machen und wie soll das gehen? Das sind die wichtigsten Antworten:


Keine Arbeit, kein Glück

Ja, Arbeit kann unglücklich machen. Keine Arbeit aber macht noch unglücklicher. Wer arbeitslos ist, empfindet sein Leben generell als negativer, schreiben die Autoren der Studie. Männer leiden mehr darunter als Frauen. Arbeit, so nervig sie manchmal sein kann, gibt dem Alltag eine Struktur, ein Ziel, wir fühlen uns weniger isoliert. Schon die Gefahr, den Job zu verlieren, kann dem Glücksempfinden schaden. Wer einmal arbeitslos war, bleibt außerdem länger unglücklicher, selbst wenn er eine neue Stelle hat. 

Alles neu

Wer jeden Tag wie am Fließband E-Mails schreibt, telefoniert oder in immer derselben Bewegung Ziegelsteine klopft, wird nicht glücklich. Wir brauchen Abwechslung, dann geht es uns nicht nur auf der Arbeit sondern allgemein im Leben besser. Wenn wir dabei auch noch immer wieder etwas Neues lernen, wird das Glück zum Dauerbrenner.

Feierabend-Freude

Am meisten Einfluss auf die Laune und das generelle Empfinden hat die Work-Life-Balance. Wer zu wenig Zeit für Freunde und Familie hat oder von der Arbeit fast immer zu müde ist, um überhaupt etwas zu unternehmen, ist unzufriedener. Wieviel Erholung ein Mensch braucht, ist dann wieder individuell. Aber wenn ihr das Gefühl habt, nur noch aufzustehen, um zu Arbeiten, läuft wahrscheinlich irgendwas falsch.

I'm the Boss

Wir müssen ja nicht gleich CEO werden, aber die Aussicht auf den Aufstieg, macht uns glücklicher, und zwar nicht nur auf der Arbeit sondern generell im Leben. Verantwortung allein ist es aber nicht, die uns antreibt. Wer eine leitende Stelle hat, will vor allem Arbeitsstrukturen mitbestimmen können – und mehr Geld.

Die lieben Kollegen

Kollegen sind wie Geschwister, man kann sie sich einfach nicht aussuchen, aber man verbringt sehr viel Zeit mit ihnen. Da ist es kein Wunder, dass das Verhältnis zu ihnen unser Wohlbefinden beeinflusst. Wer nette und hilfreiche Kollegen hat, ist besser gelaunt und grundsätzlich glücklicher. (bento)

Mein Job, meine Zeit

Menschen brauchen zwar häufig Struktur, zu viel davon aber engt uns ein. Wer mitentscheiden kann, wie und wann und wo er arbeitet, sei zwar nicht unbedingt besser gelaunt, schreiben die Autoren – aber dafür generell im Leben zufriedener. In Europa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Ostasien schätzen sich Selbstständige auch als glücklicher ein als Angestellte (assoziieren damit aber auch Stress und Sorgen).

"Happiness at Work" – Zur Methode

Für die Studie "Happiness at Work" haben die Wissenschaftler Jan-Emmanuel De Neve George Ward von der London School of Economics nicht etwa selbst Menschen befragt, sondern die Daten des Gallup World-Poll genutzt. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup mit Sitz in Washington befragt seit 2005 jährlich Menschen in 160 Ländern zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen. Die Befragten sollen die Weltbevölkerung zu 98 Prozent repräsentativ abbilden. 

Zusätzlich zu den Gallup-Daten zogen die Wissenschaftler das "European Social Survey" (ESS)  – eine Studie, die seit 2002 Menschen in 30 europäischen Ländern zu ähnlichen Themen befragt – und das Sozio-Ökonomische Panel (SOEP), ebenfalls eine Wiederholungsbefragung von Privathaushalten in Deutschland, heran.

Solange die Work-Life-Balance stimmt, machen übrigens auch Überstunden nicht unglücklich. Dafür gilt der Einfluss auf die Arbeitsstruktur im Allgemeinen als Glücksfaktor: Angestellte, die Teil einer Gewerkschaft sind, zeigen eine höhere Zufriedenheit mit ihrem Job, als Nicht-Mitglieder. Auf das gesamte Leben lässt sich der Effekt aber nicht übertragen. 

Wir sind alle käuflich

Geld macht eben doch glücklich. Wer mehr verdient, ist zufriedener. Meistens sind das Manager oder Führungskräfte. Nicht verwunderlich ist daher das Ergebnis, dass Menschen, die schwere körperliche Arbeit verrichten, beispielsweise Bauarbeiter, Handwerkern oder Landwirte, sich im Vergleich weniger glücklich einschätzen. 


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