Bild: Facebook

Jeder hat manchmal Angst. Das ist normal – und eigentlich eine sehr schlaue Reaktion unseres Körpers auf Gefahren. Da ist zum Beispiel die Angst davor, vom 10-Meter-Turm zu springen, weil man sich weh tun könnte. 

Wenn Ängste krankhaft werden, spricht man von einer Angststörung. In Deutschland haben etwa fünf Prozent der Bevölkerung einmal in ihrem Leben generalisierte Ängste. Die Betroffenen haben etwa übermäßige Angst vor Unglücken oder Erkrankungen – oft unbegründet. (SPIEGEL ONLINE)

Brittany Nichole Morefield hat selbst Angststörungen. Die junge Frau ist eigentlich Make-Up-Artist. Sie hat fast 27.000 Abonnenten bei Facebook. Auf ihren Fotos sieht man eine fröhliche, immerzu lächelnde junge Frau. 

Eine Angststörung kann man einem Menschen nicht unbedingt ansehen.

In einem Facebook-Posting hat sie mit sehr treffenden Worten beschrieben, wie sich Ängste anfühlen können. Und was mit Menschen passiert, die unter einer Angststörung leiden. 

Anxiety isn't just having a hard time catching your breath. Anxiety is waking up at 3 am from a dead sleep because your...

Posted by Brittany Nichole Morefield on Donnerstag, 10. August 2017
Morefield beschreibt, was passiert, wenn sie mitten in der Nacht von ihren Ängsten überrascht wird:

"Angst ist, wenn du um 3 Uhr nachts mit rasendem Herzen aufwachst. Angst bricht ohne Grund aus. Angst bedeutet, dass du dir über Dinge Gedanken machst, die vielleicht nicht einmal echt sind."

In dem Posting erklärt sie, wie sich die ganz dunklen Seiten einer Angststörung anfühlen. 

Und wie überraschend sie auftauchen und wieder verschwinden können:

"Angst ist, wenn sich deine Stimmung in wenigen Minuten verändert. Angst ist unkontrollierbares Schütteln und Zucken. Angst ist Weinen, echte und schmerzhafte Tränen. Angst ist Übelkeit. Angst ist lähmend. Angst ist dunkel." 

Dieser Künstler hat Ängste in Zeichnungen übersetzt:
Arachnophobie bezeichnet die Angst vor Spinnen.
Automatonophobie bezeichnet die Angst vor Puppen oder Statuen.
Wer eine Trypanophobie hat, hat Angst vor Spritzen und Injektionen.
Trypophobie bezeichnet die Angst vor Löchern.
Angst vor geschlossenen oder engen Räumen wird als Klaustrophobie bezeichnet.
Die Athazagoraphobie bezeichnet die Angst davor, übersehen oder ignoriert zu werden.
Nyktophobie – die Angst vor der Dunkelheit.
Menschen mit einer Pyrophobie fürchten sich vor Feuer.
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Sie beschreibt aber auch die Ratlosigkeit:

"Angst ist 'Was wäre wenn'. Angst ist sehr oft 'Was stimmt hier nicht?' und 'Ich habe keine Ahnung'."

Am wichtigsten sind jedoch ihre abschließenden Worte:

"Deine Gefühle sind wichtig. Nur weil dich etwas bedrückt, was andere nicht bedrückt, bist du nicht verrückt oder wertlos."

"Es ist nicht deine Schuld. Das ist nicht das Ende. Du bist stark. Du bist intelligent. Du bist mutig. Du bist wertvoll."

Und sie bietet Menschen, die ihren Text lesen auch ihre Hilfe an:

"Wenn du jemals jemanden zum reden brauchst, zögere nicht, dich bei mir zu melden. Ich werde niemals böse sein, wenn du mich nachts um zwei Uhr anrufst."

Obwohl Brittany den Text bereits im August veröffentlicht hat, werden viele Menschen erst jetzt darauf aufmerksam – immerhin. Mit ihrem Text macht sie Betroffenen Mut. "Danke, dass du das mit der Welt teilst. Wir sind mehr als unsere Angst. Das ist etwas, dass ich lesen musste. Danke," schreibt ein Nutzer. Mehr als 420.000 mal wurde das Posting bisher geteilt, fast 60.000 Nutzer haben es kommentiert.

Brauchst du Hilfe?

Hast du das Gefühl, nicht mehr mit deinem Leben klarzukommen? Fühlst du dich alleine, brauchst du Hilfe? Hier findest du – auch anonyme – Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.


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Die in Potsdam gefundene mutmaßliche Paketbombe galt nicht wie zunächst angenommen einem Weihnachtsmarkt. Stattdessen sollte mit dem Päckchen der Paketdienst DHL erpresst werden. Das sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonntag in Potsdam auf einer Pressekonferenz.

Die Täter verlangen demnach eine Millionensumme von der Deutschen Post. Die Bedrohung habe aber mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" nicht dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt gegolten. (SPIEGEL ONLINE)