Vor allem mit diesem Oben-ohne-Selfie bewegt sie viele Menschen.

Angela Trimbur ist Schauspielerin und Tänzerin, bekannt wurde sie unter anderem mit dem Horrorfilm "Halloween II". Auf ihrem Instagram-Kanal postet sie Videos, in denen sie tanzt, Fotos von ihrem Sittich Henry, und jede Menge Selfies. Perfekt gestylt, lachend.

Vor ein paar Wochen war da plötzlich ein Foto, das sich von den anderen unterschied: Es zeigte eine ungeschminkte Angela, im Krankenhaus-Kittel, besorgt in die Kamera blickend. 

Dieses Bild hat meine liebe Freundin Josette von mir gemacht, kurz bevor der Arzt reinkam und mir das Ergebnis der Biopsie mitgeteilt hat.

Was der Arzt ihr mitteilte: Angela hat Brustkrebs. 

Was der Arzt ihr außerdem mitteilte: Ihre beiden Brüste müssen entfernt werden.

Seit diesem Tag hat sich Angelas Leben verändert. Und auch das, was sie bei Instagram postet, hat sich verändert. 

Denn sie beschloss:

Ich möchte dieses Ereignis in meinem Leben teilen, um mich weniger alleine zu fühlen und Kraft zu finden in der Liebe und der Unterstützung von anderen.

Deshalb nimmt sie ihre Followerinnen und Follower seitdem bei allem mit, was die Diagnose Brustkrebs mit sich bringt. Arzttermine, Ängste, Zusammenbrüche – aber auch in hoffnungsvollen Momenten mit ihren Freunden.

Und so zeigt der Instagram-Account von Angela Trimbur die unterschiedlichsten Gefühle, die sie mit ihrer Brustkrebs-Erkrankung durchlebt.

Angst ist das erste: Die beschreibt Angela an dem Tag im rosa OP-Kittel, und an den Tagen danach, als ihr klar wird, was diese Diagnose für sie bedeutet. Dazu kommt Fassungslosigkeit:

So oft weine ich: 'Warum, warum, warum?'

Doch bald mischt sich auch Hoffnung in ihre Posts – wenn auch zunächst nur in kleinen Dosen. Angela entschließt sich, Implantate einsetzen zu lassen, direkt nach der Mastektomie, der Entfernung der Brust. Auf einem Instagram-Video sehen die Follower eine Angela, die mit den Brustimplantaten jongliert.

Auf der Fahrt zu dem Termin habe ich geheult, und danach habe ich auch geheult. Das hier war dazwischen.

Irgendwann kommt auch Trauer hinzu – um ihre Brüste, die sie bald verlieren wird. Die Teil von ihr sind, von ihrer Weiblichkeit.

Und Trotz: Aus der verbleibenden Zeit mit diesen Brüsten will Angela das meiste herauszuholen.

Mein Ziel ist es, jetzt noch so viele Oben-Ohne-Fotos wie möglich zu machen.

Mit einer Freundin geht sie vier Wochen vor dem OP-Termin noch einmal zu einem Fotoshooting in den Wald. Angela posiert in Jeans und ohne T-Shirt. 

Auch einen Gipsabdruck lässt sie machen, als Erinnerung an ihre natürlichen Brüste.

Ich denke, ich werde Leute darauf unterschreiben lassen, wer kommt vorbei?

Als klar ist, dass sie um eine Chemotherapie nicht herumkommen wird, überlegt sie, was sie macht, wenn sie ihre langen braunen Haare verliert. Perücken? Hüte? Den Glatzen-Look rocken? Ihr Bildschirmhintergrund ist jetzt ein Foto von Natalie Portman nach "V wie Vendetta" – als Erinnerung, wie schön Frauen ohne Haare aussehen können.

Doch dazwischen zeigt Angela immer wieder, dass sie Angst hat.

Am Tag vor der Mastektomie versucht sie noch einmal positive Energie zu tanken, fährt an den Strand. Auf dem Rückweg überfällt sie eine Panikattacke. Auch davon berichtet sie auf Instagram.

Am Tag nach der Operation übermittelt sie ihren Followern schließlich gute Nachrichten – der Krebs konnte entfernt werden, er hat sich im Körper nicht weiter ausgebreitet.

Jetzt beginnt die Heilungsphase. Freunde besuchen sie im Krankenhaus, tanzen für sie, lesen ihr vor, hängen Lichterketten in ihrem Zimmer auf. Das beherrschende Gefühl: Erleichterung.

Und: Dankbarkeit.

Gegenüber ihren Freunden, die ihr helfen, nicht in eine Depression zu verfallen, wie sie schreibt. Als sie nach Hause darf, pflegt ihr Freund Skyler sie, wechselt ihre Drainagen, begleitet sie sogar auf die Toilette.

Er zuckt bei nichts zusammen, was hier passiert.

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Dankbarkeit ist schließlich auch das, was Angela mit diesem Post ausdrückt. 

Es ist mal wieder ein Selfie, doch es ist wie keines, was man bisher von ihr gesehen hat.

Es ist eine Aufnahme aus ihrem Schlafzimmer, Angela sitzt dort mit nackter Brust. Dort, wo früher ihre Brüste waren, sind nun zwei Übergangsimplantate, die die Brust dehnen, solange Angela noch Chemo-Therapie bekommt. 

Man sieht die Blutergüsse, die die Operationen hinterlassen haben, die Narben unter der Brust, und die Falten, die das Implantat in ihrer Brust wirft. An ihrem Gürtel hängen Drainage-Beutel, in die Blut und Wundflüssigkeit aus ihren Brüsten abfließen.

Unter dem Foto beschreibt Angela, welche Schmerzen sie hat, und wie merkwürdig sich die harten Gummi-Teile dort anfühlen, wo vorher ihre Brüste waren.

Gleichzeitig spricht sie allen, die sie in den vergangenen Wochen unterstützt haben, ihren Dank aus. Den Ärzten, den Freunden, aber auch all denjenigen, die ihr online Mut machen. 

Es ist dieses Foto, auf das Angela Trimbur die bisher meisten Reaktionen bekommt. Hunderte Nutzer kommentieren das Bild. Sie bewundern ihre Stärke, aber auch, wie verletzlich und offen sie sich zeigt. "Kaum jemand spricht darüber, wie es wirklich ist, Brustkrebs zu haben", schreibt eine Nutzerin.

Angelas neuester Beitrag ist ein Video, das zeigt, wie ihre Drainage gewechselt wird. Das ist nicht unbedingt schön anzusehen – doch eben Teil dessen, was mit ihrer Brustkrebs-Erkrankung einhergeht.

Dafür, dass sie auch solche Dinge zeigt, sind ihr viele Follower dankbar.


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