Steffi und Ellen sind lesbische Pastorinnen – und Influencerinnen.

Homosexualität und Kirche. Das passt für viele erstmal nicht zusammen. Steffi und Ellen Radtke wollen das ändern. 

Das lesbische Pastorinnen-Ehepaar lebt in Eime, einem kleinen Dorf bei Hildesheim. Steffi ist dort Pastorin. Ellen arbeitet für die Landeskirche Hannover. Manchmal halten sie die Gottesdienste in der Gemeinde zusammen.

Christlich und queer – für die beiden ist das kein Widerspruch. Sie wollen zeigen, dass queeres Leben in der Kirche möglich ist und gleichzeitig hinterfragen, wie die Kirche mit dem Thema umgeht. 

Seit Anfang des Jahres laden sie dafür auf ihrem YouTube-Kanal "Anders Amen" Videos aus ihrem Alltag hoch. Darin sprechen sie über Schwangerschaft, den Konfirmationsunterricht oder Bibelzitate zum Thema Homosexualität. Unterstützt werden sie dabei vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen.

Im Video oben seht ihr, wie sie mit Hasskommentaren umgehen, was in ihrem Studium über Homosexualität gelehrt wurde, und wie die neue Gemeinde auf das Paar reagiert hat. 


Uni und Arbeit

Wie finanziere ich während der Coronakrise mein Studium?
Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Semesterstarts werden verschoben, Bibliotheken und Mensen bleiben geschlossen: Wegen des Coronavirus pausiert der Hochschulbetrieb in Deutschland. Und trotzdem: Irgendwie muss das Leben und Studieren weitergehen – und finanziert werden. Aber wie? Auch Geschäfte und Freizeiteinrichtungen haben geschlossen – Orte, an denen viele Studentinnen und Studenten mit Nebenjobs Geld verdienen (bento).

Wie finanziert man während der Coronakrise ein Studium? Laufen die Bafög-Zahlungen weiter? Was können junge Menschen tun, die ihren Nebenjob verloren haben?

Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen gesammelt.

Bekomme ich weiter Bafög?

Ja – das hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 13. März in einer Pressemitteilung klargestellt. "Auch wenn Schulen und Hochschulen wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen werden, erhalten Bafög-Geförderte ihre Ausbildungsförderung weiter", wird Bildungsministerin Anja Karliczek zitiert. Die Zeit, in der die Hochschulen geschlossen blieben, werde als vorlesungsfreie Zeit gewertet. Sobald eine Universität Online-Lehrveranstaltungen anbiete, müssten die Studierenden aber daran teilnehmen, um die Förderungsvoraussetzungen zu erfüllen.

Bafög-Empfängerinnen und -Empfänger studieren außerdem auch unter Zeitdruck: Sie müssen ihr Studium möglichst innerhalb der Förderungshöchstdauer schaffen, sonst stehen sie ohne finanzielle Unterstützung da – und die entspricht der Regelstudienzeit (§15a Bafög-Gesetz). Entstehen ihnen jetzt Nachteile, weil der Unibetrieb nicht richtig läuft? 

Das BMBF schreibt: Sollten wegen der Unischließungen Prüfungen ausfallen und die Regelstudienzeit deshalb überschritten werden, wird "in den allermeisten Fällen" weiter Bafög gezahlt  (siehe auch BMBF, Punkt 3). Ansonsten fehlen klare Regelungen. Denn noch ist nicht abzusehen, wie lange die Hochschulen wegen des Coronavirus eingeschränkt arbeiten werden. Einige Unis haben den Semesterstart vorerst auf Ende April verschoben, andere auf Anfang Mai; an einigen Hochschulen laufen bereits digitale Lehrangebote, an anderen noch nicht (der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften bietet hier einen Überblick). Ob – und wenn ja wie – es überhaupt ein Sommersemester geben wird, ist unklar.

In einem kürzlich veröffentlichten Brief fordern drei Professorinnen deshalb ein sogenanntes Nichtsemester – also ein Semester, das zwar wo möglich stattfinden kann, aber nicht gewertet wird (bento). Auch Ulrich Radtke, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, setzt sich dafür ein (Deutschlandfunk). Sollte das Sommersemester tatsächlich nicht gewertet werden, dürfe es Bafög-Empfängerinnen und -Empfängern nicht als Hochschul- oder Fachsemester angerechnet werden, sagt Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks. Dann müsse sich auch die Förderungshöchstdauer entsprechend verlängern. Eine offizielle Regelung gibt es hier aber noch nicht.

Finde ich jetzt noch einen Nebenjob?

Auch wenn es in vielen Branchen gerade schlecht aussieht: Supermärkte zum Beispiel suchen verstärkt nach Aushilfskräften (stern). So müssen die Regale nicht leer bleiben – außerdem werden die bestehenden Mitarbeitenden entlastet.

Und auch außerhalb von Supermärkten sind Studierende weiterhin als Arbeitskräfte gefragt. Studitemps zum Beispiel, ein Personaldienstleister für Studierende, meldet einen Rekordbedarf an studentischen Aushilfen. Im März 2020 sei die Nachfrage um rund 78 Prozent höher als im März 2019, teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit, die bento vorliegt. Am meisten gesucht würden Auslieferungsfahrer für Getränke, Lebensmittel und Pakete – dort sei die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr sogar um 761 Prozent gestiegen.

Wer einen Nebenjob annimmt, sollte trotzdem auf seine Gesundheit achten. "Bei Anzeichen einer Erkrankung sollten die Studierenden zu Hause bleiben – in solchen Fällen gibt es natürlich auch bei uns eine Lohnfortzahlung", sagt Benjamin Roos, Managing Director von Studitemps. "Es gibt also keinen Grund, trotz Krankheitsanzeichen weiter zur Arbeit zu gehen – gerade in Bereichen mit hohem Kundenkontakt."

Mein Arbeitgeber meldet Kurzarbeit an. Bekomme ich auch als Aushilfe weiter Geld?

Die Coronakrise wird voraussichtlich zu einem Anstieg an Kurzarbeit führen, damit rechnet zumindest die Bundesregierung (Süddeutsche Zeitung). Wenn es einem Unternehmen wirtschaftlich schlecht geht – zum Beispiel weil wegen der Coronakrise Aufträge ausbleiben – kann es die regelmäßige Arbeitszeit verkürzen, in anderen Worten: Kurzarbeit anmelden. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt den Arbeitnehmenden dann etwa 60 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts weiter, Menschen mit Kindern sogar 67 Prozent. Das soll Unternehmen entlasten und Arbeitsplätze sichern. (Agentur für Arbeit

Wegen der Coronakrise wurden die Regelungen gelockert, Unternehmen können momentan schon dann Kurzarbeit beantragen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. (Bundesregierung)

Alle Arbeitnehmenden, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, können Kurzarbeitergeld bekommen. Das gilt auch für Studierende, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen (Merkblatt, S. 18 f.), wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf Nachfrage bestätigte. Aushilfen auf 450-Euro-Basis dagegen sind nicht sozialversicherungspflichtig angestellt und deshalb ausgenommen – auch in Corona-Zeiten (Minijob-Zentrale). 

Kann ich Arbeitslosengeld beantragen?

Studierende, die außerhalb des Haushalts der Eltern wohnen, haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV), teilte die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage von bento mit. Wenn der oder die Studierende einen Nebenjob verloren und deswegen nicht mehr ausreichend Geld zur Bestreitung des Lebensunterhalts zur Verfügung habe, sollte er oder sie sich an seine Bafög-Stelle wenden und um eine Neuberechnung bitten oder einen Erstantrag auf Bafög stellen.

Wer sein Studium bereits beendet habe, aber noch nicht arbeite, könne Arbeitslosengeld II beantragen. Abiturientinnen und Abiturienten, die im Sommer ein Studium beginnen wollten und bereits allein wohnen, könnten Anspruch auf Schüler-Bafög haben.

Lohnt es sich, für die Zeit einen Studienkredit aufzunehmen?

Wer nachweisen kann, dass er oder sie an einer Hochschule immatrikuliert ist, kann einen Bildungs- oder Studienkredit beantragen. "Wir haben tatsächlich den Eindruck, dass die Nachfrage nach Studienkrediten etwas steigt, weil Studierende oder ihre Lebenspartner durch die Coronakrise ihren Job verloren haben und dadurch ihre Existenz nicht mehr sichern können", sagt Jürgen Allemeyer, Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg. 

Er rät aber, zunächst die Sozialberatungs- oder Studienfinanzierungsberatungsstellen bei den Studierendenwerken zu kontaktieren und alternative Finanzierungsmöglichkeiten prüfen zu lassen. Lohnt sich überhaupt ein Studienkredit? Oder passen zum Beispiel Bafög, Nebenjobs, Stipendien und Sozialleistungen besser zur individuellen Situation? 

Viele Beratungsstellen sind in Corona-Zeiten telefonisch zu erreichen oder bieten Online-Sprechstunden an, wie der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften hier zusammenfasst. 

Wenn ich ein Urlaubssemester einreiche, spare ich den Semesterbeitrag  – oder?

Ja, aber oft nur zum Teil. Wie viel man spart, regeln Unis und Hochschulen ganz unterschiedlich. Manchmal fallen trotz Urlaubssemester Beiträge für Studentenwerk, Verwaltung, Asta oder auch das Semesterticket an. Ob man in einem Urlaubssemester Prüfungen ablegen oder an vereinzelten Lehrveranstaltungen teilnehmen darf, unterscheidet sich auch je nach Hochschule. Man sollte sich also auf jeden Fall vorher genau informieren, wie Urlaubssemester an der jeweiligen Uni geregelt sind.

Und ganz wichtig: Wer in einem Urlaubssemester ist, bekommt kein Bafög  (§9 Abs. 2 Bafög-Gesetz).

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Korrektur: In einer früheren Version dieses Textes waren die Aussagen zum Arbeitslosengeld missverständlich formuliert. Studierende haben nur einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II, wenn sie noch im Haushalt ihrer Eltern wohnen. Das haben wir richtig gestellt.