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Mach stattdessen lieber was Sinnvolles. Wir hätten da ein paar Ideen.

Ich habe keine Ahnung, was ich an Silvester machen werde. Wie jedes Jahr habe ich es versäumt, mir rechtzeitig – mindestens zwei Monate im Voraus – einen genialen Plan zurechtzulegen.

Meine allgemeine Entscheidungsunfreudigkeit erreicht Ende Dezember traditionell ihren Höhepunkt. Dann, wenn sämtliche Eintrittskarten für sämtliche allzu wichtige Events ohnehin schon vergriffen sind und man darauf hofft, irgendwie doch noch auf irgendeine Privatparty eingeladen zu werden, die das eigene Bedürfnis nach etwas Extravaganz zum Jahresende befriedigt.

Muss das sein?(Bild: Sasha Kargaltsev / cc-by)

Ich habe keine Lust, mich zu stressen und, machen wir uns nichts vor, es gibt keinen schlimmeren Abend, um feiern zu gehen, als Silvester. Alle Läden sind überfüllt, alle Erwartungen viel zu hoch, auf dem Nachhauseweg ein Taxi zu erwischen, das ist nahezu unmöglich und betrunken auf Highheels explodierenden Böllern auszuweichen, das ist auch nicht gerade ein großer Spaß.

Jeder, der oft und gerne feiern geht, weiß, dass sich beinah jeder andere Abend des Jahres besser dafür eignet als der des 31. Dezember. Warum also nicht was völlig anderes machen? Hier sind fünf Vorschläge, wie du deinen Silvesterabend sinnvoll gestalten und dabei dir und anderen etwas Gutes tun kannst.

1. Den Abend mit den Großeltern verbringen.
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Vielleicht hast du deine Großeltern schon zu Weihnachten besucht. Aber egal, wenn es zwei Menschen auf dieser Welt gibt, die sich immer darüber freuen, wenn du ihnen ein bisschen deiner kostbaren Zeit opferst, sind es wahrscheinlich deine Oma und Opa. Hier bekommst du das volle Silvesterprogramm geboten, inklusive Essen, Sekt und Wunderkerzen.

Vielleicht wirst du, was die musikalische Untermalung des Abends angeht, ein paar Abstriche machen müssen, weil deine Gastgeber gerne das Silvesterstadl sehen wollen und mit elektronischer Musik nicht so viel anfangen können, dafür ist der ganze Spaß vollkommen umsonst. Und du machst zwei Menschen ziemlich glücklich, denen du am Herzen liegst.

2. Ins Fitnessstudio gehen oder Yoga machen.
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Oft ist es mit der Besinnlichkeit zu Weihnachten und den Tagen zwischen den Jahren nicht weit her. Wir hetzen von einem Verwandtenbesuch zum nächsten, betrinken uns mit alten Schulfreunden und schlagen uns bei minimaler Bewegung ununterbrochen den Bauch mit fettigem Zeug voll.

Warum also der Gesundheit nach all dem Stress nicht etwas Gutes tun und am letzten Tag des Jahres dafür sorgen, dass dein Verdauungstrakt sich erholt und Körper und Seele wieder ins Gleichgewicht kommen?

Egal ob du dich im Fitnessstudio daran erfreust, endlich mal alle Geräte für dich allein zu haben oder das Jahr spirituell mit einer ausgedehnten Yoga-Session beendest, du wirst dich am nächsten Tag mit höchster Wahrscheinlichkeit sehr viel besser fühlen als dein gesamter verkaterter Freundeskreis. Und fit genug, um am Neujahrsnachmittag vielleicht doch noch eine Runde tanzen zu gehen.

3. Babysitten – oder Haustiere sitten.
(Bild: FaceMePLS / cc-by)

Wenn sich in deinem Freundeskreis Menschen finden, die bereits Eltern sind, bietet sich auch hier eine großartige Chance, deine Hilfsbereitschaft unter Beweis zu stellen. Leute mit Kindern haben nur selten die Möglichkeit feiern zu gehen, deshalb ist der 31. Dezember für sie nicht irgendein Abend wie jeder andere, sondern die Gelegenheit, sich auch endlich einmal wieder ins Nachtleben zu stürzen.

Dummerweise sind Babysitter an Silvester gar nicht so leicht zu finden. Tu ihnen und dir selbst also etwas Gutes, indem du auf die lieben Kleinen aufpasst, und die Eltern werden dir auf ewig dankbar sein. Außerdem machen mit Kindern sogar Konfetti, Knallerbsen und Bleigießen wieder Spaß.

Wenn du keine jungen Eltern kennst, dann bestimmt wenigstens jemanden, der ein Haustier besitzt. Hunde und Katzen hassen Silvester und das vollkommen zu Recht. Verängstigte Vierbeiner am Rande einer Panikattacke zu beruhigen, während draußen Raketen und Böller explodieren, ist vielleicht nicht die allerangenehmste Beschäftigung für einen Silvesterabend, aber immer noch besser als stundenlang frierend in der Schlange vor einem überfüllten Club zu warten.

4. Verreisen.
(Bild: Nick Page / cc-by)

Eine ziemlich einfacher, aber effektiver Weg, dem ganzen Silvesterstress zu entkommen und niemandem eine Ausrede schuldig zu sein, ist: sich einfach aus dem Staub zu machen.

In den Urlaub zu fahren, ist vielleicht nicht sonderlich originell, schließlich nutzen viele die freien Tage für einen Städtetrip, einen kurzen Wellness-Urlaub oder ein romantisches Abenteuer im Schnee. Allerdings hat kaum jemand Lust, gerade am Abend des 31. Dezember zu fliegen. Daher geht es am Flughafen an Silvester ruhiger zu als sonst, und die Flüge sind auch noch billiger.

5. Volunteering.
(Bild: San José Library / cc by-sa)

Die vergangenen Monate haben bewiesen, dass der Wille, anderen zu helfen, gerade bei jungen Leuten beeindruckend ausgeprägt ist. Doch über die Feiertage lässt es mit der Hilfsbereitschaft nach, weil viele freiwillige Helfer zwischen Weihnachtstress und Silvesterplanung nicht die Zeit finden, sich auch noch um ihr ehrenamtliches Engagement zu kümmern oder schlichtweg nicht in der Stadt sind. Allerdings werden auch an Silvester und Neujahr helfende Hände natürlich dringend gebraucht.

Flüchtlingsheime und Notunterkünfte, aber auch Suppenküchen oder Kältehilfe freuen sich über jeden, der etwas Zeit übrig hat und sich spontan nützlich machen will und bieten die Möglichkeit, deine guten Vorsätze fürs neue Jahr schnellst möglichst in die Tat umzusetzen. Denn im besten Falle bleibt es natürlich nicht bei einer einmaligen Aktion, sondern bei einem längerfristigen Engagement, das im neuen Jahr fortgesetzt wird.

Übrigens: Du kannst auch lesen, anstatt zu feiern. Zum Beispiel die erfolgreichsten bento-Geschichten des Jahres.