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Ein Schlaf-Forscher erklärt, was man dagegen tun kann.

Wenn wir abends im Bett liegen und die Augen schließen, sollte eigentlich Ruhe einkehren. Doch manchmal geht es dann erst so richtig los. In unseren Träumen passieren oft verrückte Dinge

Das kann schön sein. Oder furchtbar, wenn uns Albträume quälen. 

Die Autorin und Filmemacherin Jessica Ellis forderte ihre Follower auf Twitter auf, ihren schlimmsten Albtraum zu erzählen.

Die Antworten zeigen: Unser Kopf denkt sich nachts ziemlich gemeine Dinge aus.

Eine schlimmere Vorstellung gibt es wohl kaum:

Ich musste ein Familienmitglied auswählen, das bei lebendigem Leib verbrannt werden sollte. Ich sollte dabei zusehen, und dann sollte mir dasselbe angetan werden.

Einige der Träume könnten direkt aus einem Horrorfilm stammen:

Jemand lief an meinem Schlafzimmerfenster vorbei. Ich lebte im zweiten Stock.
In einem Wolkenkratzer, böse Leute dringen in ihn ein und außerdem ist ein Mörderbär unterwegs, aber die Bösen sind mehr damit beschäftigt, Geiseln zu nehmen und herumzuschubsen, als sich um den Mörderbären zu kümmern, der wirklich jede Sekunde durch die Wand kommen kann.
Ich war ein Reporter und interviewte jemanden Gefährlichen, und mir wurde klar, dass ich in einem Raum gefangen war und getötet werden würde. Es gelang mir, aus dem Raum zu kommen und musste durch ein Krankenhaus fliehen (zeitweise als Chirurg verkleidet) und dann durch einen Flughafen. Mein Herz schlug beim Aufwachen so schnell wie noch nie.

Andere klingen fast ein bisschen witzig – waren es im Moment des Träumens aber mit Sicherheit nicht.

Erinnert ihr euch an diese fliegenden Blöcke, die dich in dem alten Mario-Spiel in der Wüste zerstampften? Ich habe geträumt, dass sie meine Familie zerstampfen.
Oh Gott, ich hatte die schlimmsten Fieberträume. Einmal klebten meine Fingerspitzen zusammen und je mehr ich versuchte, sie auseinander zu ziehen, desto mehr dehnten sie sich und verhedderten sich wie klebriges Kaugummi.

Wer sich durch all diese Tweets liest, mag sich wundern: Was ist bitte nachts in unseren Köpfen los? Kann man dagegen etwas tun?

Darüber haben wir mit Michael Schredl gesprochen, wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.

Herr Schredl, wie entstehen Träume?

Unser Gehirn ist eine ständig arbeitende Maschine, die durch äußere Reize wie zum Beispiel Licht beeinflusst wird. Dadurch entstehen in jedem Kopf individuelle Bilder. Während wir schlafen, hat das Gehirn keinen Input mehr von außen. Es setzt dann die über den Tag gespeicherten Bilder neu zusammen. Was wir dann sehen, ist ein Traum.

Warum haben wir Albträume?

Träume haben eine Verarbeitungsfunktion. Man geht heutzutage davon aus, dass durch Träume eine Konsolidierung des Gedächtnisses stattfindet. Das heisst, Erlebnisse werden eingeordnet und miteinander verknüpft. Bei einem Albtraum findet eine Überlastung dieser Verarbeitungsfunktion statt, durch die man auch während eines solchen Traumes frühzeitig aus dem Schlaf gerissen werden kann.

Sind manche Menschen besonders anfällig für Albträume?

Es gibt drei Gründe, weshalb Albträume entstehen können:

  1. Veranlagung
    Personen mit sogenannten "dünnen Grenzen" sind besonders anfällig für Albträume. Dazu gehören vor allem sensible und kreative Menschen.
  2. Stress
    Er erhöht die Häufigkeit von Albträumen und kann durch vieles verursacht werden: alltägliche Dinge, beruflichen Druck oder den Tod eines Verwandten.
  3. Traumata
    Sie spiegeln sich oft in Albträumen wieder. Ursachen für Traumata können zum Beispiel Verkehrsunfälle, Gewalt, sexueller Missbrauch oder Krieg sein. Oft werden diese traumatischen Erlebnisse eins zu eins während eines Albtraums wiedergegeben.

Das heißt, wenn mir in der Kindheit etwas Traumatisches passiert ist, kann ich als Erwachsener noch davon träumen.

Ja, allerdings treten in solchen Fällen häufiger sogenannte idiopathische Albträume auf. Hier wird das Geschehene nicht genauso wiedergegeben, wie es passiert ist. Ein Beispiel dafür sind Albträume, in denen man verfolgt wird und vor der drohenden Gefahr wegrennen muss.

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Haben Albträume Auswirkungen auf unseren Körper?

Es gibt dazu noch nicht sehr viele Untersuchungen. Bei einer konnten wir allerdings feststellen, dass sich der Puls während eines Albtraums erhöhte, allerdings nur sehr leicht. Das ist keineswegs schlimm, weil die Funktion des Schlafes, die Erholung, nicht gestört wird. 

Warum wacht man manchmal auf und ist überzeugt, man hätte das Geträumte tatsächlich erlebt?

Während eines Traums geht man immer davon aus, dass das Geträumte real ist. Nach dem Aufwachen braucht das Gehirn eine gewisse Zeit, alles einzuordnen. Das fällt bei einem unrealistischen Traum, in dem Monster erscheinen, deutlich einfacher. Wenn ich allerdings einen Traum habe, in dem beispielsweise jemand in meine Wohnung einbricht, dauert es länger.

Was hilft gegen Albträume?

Bei regelmäßigen oder immer wiederkehrenden Albträumen sollte man etwas dagegen unternehmen. Denn je häufiger man seinen Ängsten aus dem Weg geht, desto stärker werden sie.

Eine solche Behandlung erfolgt dann in drei Stufen:

  1. Konfrontation
    Man fängt an, seine Träume festzuhalten (Traumtagebuch). Bei Kindern lässt man die Träume in der Regel zeichnen.
  2. Bewältigung
    Dabei führt man den Traum im Wachzustand fort, denkt sich also ein potentielles Ende für den Traum aus, sodass beispielsweise alles glimpflich ausgeht.
  3. Einüben
    Über einen Zeitraum von zwei Wochen geht man einmal am Tag für ca. fünf Minuten zurück in den Traum und denkt sich neue Enden bzw. Verläufe aus.

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