Ein Tweet und seine Geschichte

Adele hat ihre Fans auf Twitter auf die bewegende Geschichte ihrer besten Freundin aufmerksam gemacht. Nach der Geburt ihres Sohnes begann für Laura Dockrill die "schlimmste Zeit meines Lebens", wie sie es selbst beschreibt. Sie litt an einer postnatalen Psychose – einer besonders schweren Form der postnatalen Depression. 

Adele ermutigt damit Frauen, über psychische Probleme nach der Geburt zu sprechen: 

"Mamas, sprecht über eure Gefühle. In manchen Fällen könnte das euer eigenes oder das Leben eines anderen retten."

Dockrill schreibt in dem sehr persönlichen Text über ihre Gefühle nach der Geburt. Unter ein Foto von ihr mit ihrem Neugeborenen im Arm verfasst sie diesen Text: "Ich habe dieses Foto von mir gehasst und hielt es versteckt mit all dem anderen Baby-Kram, den ich nicht ansehen wollte – aber jetzt liebe ich es, weil es zeigt, dass ich überlebt habe."

Nach der Geburt ihres Sohnes – Adeles Patenkind – habe sie unter Manien, Stimmungsschwankungen, Verfolgungswahn, Schlaflosigkeit und schweren Depressionen gelitten. Und schließlich unter einer psychotischen Störung.

Mittlerweile gehe es ihr wieder besser, schreibt Dockrill. Sollte es andere Mütter geben, die am Kämpfen sind, wolle sie einen Dialog öffnen – und ihnen sagen: "Es ist okay. Du bist nicht kaputt."

Auch Adele hatte nach der Geburt unter postnataler Depression gelitten, wie sie 2016 der "Vanity Fair" erzählte. 

Was ist eine postnatale Psychose? 

Die postnatale Psychose ist die schwerste Form verschiedener postnataler Stimmungskrisen, die in der Zeit nach der Geburt eines Kindes auftreten können. Man unterscheidet dabei zwischen postnatalem Stimmungstief, welches auch als "Babyblues" bekannt ist, der Depression und der Psychose

Die Ursachen für postnatale Stimmungskrisen können vielfältig sein – etwa eine traumatische Geburtserlebnis oder die plötzliche Veränderung des Körpers. Auch die Findung der Rolle der Mutter sowie die Veränderung der Beziehung zum Partner. (Deutsche Depressionshilfe)

Betroffen von postnataler Depression sind etwa zehn bis 15 Prozent aller Frauen nach ihrer Schwangerschaft. Auch Väter kann es laut Studien ähnlich häufig treffen, warnen amerikanische Psychologen (bento). Die postnatale Psychose ist deutlich seltener: Nur etwa ein bis zwei Frauen von 1000 leiden nach der Geburt ihres Kindes darunter.

Informationen und Hilfe für Betroffene und Angehörige

  • Wissen, Selbsttest und Adressen um das Thema Depression gibt es auf der Webseite www.deutsche-depressionshilfe.de.
  • Das deutschlandweite Info-Telefon Depression: 0800 33 44 5 33 (kostenfrei)
  • Ein fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch für Angehörige und Betroffene findest du hier: www.diskussionsforum-depression.de.
  • Hilfe und Beratung bekommst du auch bei den sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter in den Gemeinden.
  • Beratung und Austausch für Angehörige bietet der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker an: www.bapk.de.

Intim und schonungslos: Diese Fotos zeigen, wie Mütter nach der Geburt aussehen können:

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