Bevor das nächste richtige "Final Fantasy" Ende November erscheint, hat Hersteller Square Enix ein Spiel im knuddeligen Comic-Stil zur Überbrückung der Wartezeit veröffentlicht. Das Spiel für Playstation 4 und PS Vita heißt "World of Final Fantasy". Wir haben es seitdem 50 Stunden getestet.

Das Besondere an dem Spiel ist, dass es die beliebtesten Figuren aus den vergangenen Teilen auftreten und ins Kampfgeschehen eingreifen lässt. (#fanservice!)

Spoiler-Warnstufe grün

In diesem Beitrag verraten wir ein bisschen was über die Serie, das Spiel oder den Film — aber eigentlich nichts, was dir den Spaß verderben könnte.

Darum geht's:

Im Zentrum von "World of Final Fantasy" stehen die Zwillinge Lann und Reynn, die ohne Familie und ohne Erinnerungen aufwachsen. Eines Tages bietet ihnen eine mächtige Frau mit gottgleichen Fähigkeiten die Möglichkeit, ihre Vergangenheit zu ergründen – so lange sie ihr versprechen, in der Parallelwelt "Grymoire" Monster zu bekämpfen und zu fangen. Pokémon lässt grüßen.

In der Parallelwelt wuseln kniehohe, "Lillikin" genannte Menschen umher. Zunächst ist das alles etwas wirr. Aber schließlich entwickelt die Geschichte eine ziemliche Wucht: Natürlich müssen Bruder und Schwester auf der Suche nach ihren Erinnerungen die Welt, das Universum, die Zeit und alles andere retten. Da drunter machen es die "Final Fantasy"-Spiele traditionell nicht.

Auf dem Weg zur Erlösung treffen die Zwillinge allerlei bekannte Gesichter. Haupt- und Nebencharaktere aus alten Spielen wie Cloud, Squall oder Lightning unterstützen sie und können unter bestimmten Bedingungen sogar im Kampf zur Hilfe gerufen werden. Auch bereits bekannte Orte darf man wieder besuchen: vom beschaulichen Strandörtchen Besaid bis zum beängstigend großen Mako-Reaktor.

Lillikin-Lightning ist dauerhaft schlecht gelaunt, aber auch wahnsinnig stark. (Bild: Square Enix)
Womit verbringt man die meiste Zeit?

Kämpfen! Und das nicht zu knapp. Denn die gefangenen Monster können nicht nur angeguckt, sondern trainiert und im Kampf eingesetzt werden. Das ist auch nötig, denn ohne deren Hilfe hat man schnell keine Chance mehr gegen die starken Gegnerhorden.

Das Spiel bietet hier die ungewollt lustige Möglichkeit, die Spielcharaktere und Monster zu stapeln. Das ist wortwörtlich gemeint: Bis zu drei Figuren können auf- und untereinander gestellt werden, um die Attribute zu multiplizieren. Stärken und Schwächen werden so verstärkt oder abgeschwächt. Die Synergie beschert außerdem geheime Effekte wie eine konstante Selbstheilung oder den Zugriff auf die mächtigsten Zauber.

Das macht Spaß, bleibt aber zu gewissen Teilen rätselhaft: Welche Kombination die gewünschten Effekte oder Fähigkeiten bringt, kann man nur durch Experimentieren herausfinden. Nimmt man nun das Feuermonster und riskiert, anfällig gegen Eis-Attacken zu werden? Oder setzt man lieber auf schiere Kraft und verzichtet ganz auf Magie? Das Spiel lässt einem hier jede Menge Freiraum.

Im Kampf sind immer beide Zwillinge aktiv. Wenn wir die Welt erkunden, können wir aber immer frei entscheiden, ob wir lieber den Bruder oder die Schwester steuern möchten.

So sieht das aus:
1/12

Cross Play

Ein besonderes Feature ist das sogenannte "Cross-Play". Da das Game auf der PS4 und der PS Vita verfügbar ist, kann man seinen Spielstand in der Cloud synchronisieren und vom mobilen zum stationären Spiel wechseln. Vorausgesetzt, man kauft es sich zweimal.

Und wie finden wir das?

Wir sind zwiegespalten. Die japanische Knuddelgrafik mit den "Chibi"-Figuren wirkt lange Zeit befremdlich. Auch die Story hat ihre Schwächen und braucht einige Zeit, um in Fahrt zu kommen. Dabei verbringt man als Spieler zu viel Zeit in Menüs und Listen.

Ausgeglichen wird das allerdings vom fesselnden Kampfsystem und den Retro-Gefühlen, wenn ein liebgewonnener Charakter von früher einem den Hals rettet. Auch das Weiterentwickeln der Monster macht viel Spaß. Wer früher die Gift- und Galle spuckenden Pflanzenmonster "Marlboro" gehasst hat, wird eine tiefe, innere Genugtuung erfahren, wenn er die Attacke endlich selbst gegen seine Kontrahenten einsetzen kann.

Und plötzlich sind wieder sieben Stunden vergangen, obwohl man doch eigentlich "nur kurz ein, zwei Monster fangen wollte".

Der Schwierigkeitsgrad variiert je nach Spielweise. Am Anfang und am Ende fühlt sich "WoFF" deutlich schwerer an, in der Mitte war es an einigen Stellen zu einfach. Das Ende ist übrigens ein gutes Stichwort, denn das bietet noch einmal – ohne zu viel zu verraten – eine tolle Überraschung.

Lady Yuna aus FFX ist auch dabei!
Wer sollte sich das Spiel holen?

Fans der alten FF-Spiele können "World of Final Fantasy" eine Chance geben, wenn sie sich von der Zuckerguss-Grafik nicht abschrecken lassen. Auch für Fans der Pokémon-Reihe bietet sich hier ein wohlvertrautes Gefühl von Kampf- und Sammelaction.

Über den Autor

Sebastian Maas spielt Final Fantasy seit Teil VII, das ihm damals eine komplett neue Welt eröffnete. Denn wer vorher nur Jump'n'Runs kannte, wurde hier plötzlich extrem gefordert: Die Story über die Zerstörung der Natur, die sich über vieeeele Stunden Spielzeit entwickelt! Dieser beeindruckende und vielschichtige Bösewicht Sephiroth! Die Musik! Die großartigen Beschwörungen!
Sein absoluter Favorit ist aber Teil VIII, mit der tragischen Story um das Vergessen der eigenen Vergangenheit und dem eindringlichen Soundtrack, der ihm heute noch manchmal im Kopf nachhallt.


Streaming

Sheldon Cooper bekommt eine eigene Serie
In der soll es um die Kindheit des neurotischen Wissenschaftlers gehen.

Seit zehn Staffeln läuft die Sitcom "The Big Bang Theory" - und kein Ende ist in Sicht. Im Gegenteil: Laut übereinstimmenden Berichten von "Deadline" und "The Hollywood Reporter" soll der Charakter von Sheldon Cooper (Jim Parsons) eine Prequel-Serie bekommen. Angeblich verhandelt CBS bereits mit den Machern von "The Big Bang Theory", Chuck Lorre, Bill Prady und Steve Molaro.

In der Serie soll es um die Jugend von Sheldon Cooper gehen. Dabei wird sie sich wohl auf die Familienverhältnisse des hochbegabten Kindes konzentrieren. Fans von "The Big Bang Theory" wissen, dass Sheldon in Texas bei seiner religiösen Mutter aufwuchs, dass sein Vater, ein Alkoholiker, bereits vor einigen Jahren gestorben ist, und dass er einen älteren Bruder namens George und eine Zwillingsschwester namens Missy hat.